Staader Luftfahrtunternehmen startet durch

Vor sechs Jahren beschäftigte die Maritime Aerospace AG fünf Angestellte. Nun arbeiten bereits 30 Frauen und Männer für das Unternehmen am Airport Altenrhein, das auch in Fliegern von Swiss das Interieur erneuert und repariert.

Rudolf Hirtl
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Hermann Bauer und Carsten Matthiesen (links) mit dem Teil eines Business-Class-Sitzes der Swiss. (Bild: Hanspeter Schiess)

Hermann Bauer und Carsten Matthiesen (links) mit dem Teil eines Business-Class-Sitzes der Swiss. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die US-amerikanische Popsängerin und Schauspielerin (der Name darf hier nicht genannt werden) steigt in die Bombardier Global 6000. Ihre Füsse sinken in plüschigen Teppich, die Ledersitze sind weich und in der dunklen Verkleidung neben dem Sitz verbirgt sich ein iPod, mit dem Raumtemperatur, Belüftung und Licht reguliert werden. Wenn der Luxus in der First Class nicht ausreicht, dann mieten Promis eine Maschine des Schweizer Unternehmens Vista Jet. Ein Flug von Zürich nach London kann da schon mal 15000 Franken kosten.

Wir verarbeiten regelmässig auch Gold, bei der Erneuerung von Jet-Interieurs.

Die Chance ist gross, dass der Popstar den Flug in einem Sessel geniesst, der von der Staader Firma Maritime Aerospace mit Leder überzogen wurde, und ihren Mojito auf einer Ablage serviert bekommt, die vom Staader Spezialisten für die Erneuerung von Business-Jet-Interieurs, auf Mahagoni-Stil furniert wurde. Vista Jet ist nur einer der Kunden von Maritime Aerospace. Die Manufaktur, die beinahe unbegrenzte Design und Materialwünsche umsetzt, betreut auch Firmenflotten, Jet Charter Operators wie Air Hamburg, sowie Privatflugzeuge. 

Endfertigung bei der Maritim Aerospace AG in Staad. (Bild: PD)
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Endfertigung bei der Maritim Aerospace AG in Staad. (Bild: PD)
Endfertigung bei der Maritim Aerospace AG in Staad. (Bild: Hanspeter Schiess)
Endfertigung bei der Maritim Aerospace AG in Staad. (Bild: Hanspeter Schiess)
Endfertigung bei der Maritim Aerospace AG in Staad. (Bild: PD)
Endfertigung bei der Maritim Aerospace AG in Staad. (Bild: PD)
Ein von der Maritim Aerospace AG in Staad sanierter Business Jet. (Bild: PD)
Ein von der Maritim Aerospace AG in Staad sanierter Business Jet. (Bild: PD)

Endfertigung bei der Maritim Aerospace AG in Staad. (Bild: PD)

Schweizer Qualität als Verkaufsargument

Kein Wunder strahlen Hermann Bauer und Carsten Matthiesen beim Spatenstich für eine zusätzliche Produktionshalle am Montagvormittag über das ganze Gesicht. Seit sie 2014 die Mehrheitsanteile der Maritime Aerospace AG von Roger und Mireille Voemel übernommen haben, geht es nur aufwärts. War das Team damals fünf Mitarbeiter stark, so beschäftigt das Unternehmen mittlerweile 30 Frauen und Männer. «Seit wir 2016 hier an der Rietlistrasse in Staad eingezogen sind, mussten wir jedes Jahr erweitern. Und weil wir festgestellt haben, dass der Platz immer noch nicht reicht, investieren wir hier am Hauptstandort gemeinsam mit dem Bauträger und Nachbarn, der Atec Metallbau AG, in das neue Gebäude», sagt Hermann Bauer. «Es ist auch ein Bekenntnis zum Standort Schweiz», ergänzt Co-Geschäftsführer Carsten Matthiesen. Hilfreich und ein gutes Verkaufsargument sei zweifellos auch der Umstand, dass Schweizer Qualität und Präzision von der Kundschaft sehr geschätzt werden.

Bei der Innenausstattung von Flugzeugen sind in Sachen Material und Farbe kaum Grenzen gesetzt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Bei der Innenausstattung von Flugzeugen sind in Sachen Material und Farbe kaum Grenzen gesetzt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Auch Swiss International Airlines setzt auf die Staader Firma

Nicht nur die Cüpli-Prominenz, reist mit Jets, deren Interieur von der Staader Firma aufgepeppt wurde. Vergangene Woche feierte Maritime Aerospace die einjährige Zusammenarbeit mit der Swiss. «Zu den für die Airline durchgeführten Arbeiten gehören unter anderem Teppichwechsel bei der gesamten Swiss- und Edelweiss-Flotte», so Matthiesen.

Für einen Teppichwechsel, etwa bei einem Airbus A320, bleibt nur wenig Zeit. Bis zu sieben Mitarbeiter sind in einer solchen Nachtaktion jeweils im Einsatz. Spätestens um 2 Uhr muss die Arbeit gemacht sein, damit der Flieger beim Abflug am nächsten Morgen nicht nach Kleber riecht.

Für die zur Lufthansa-Gruppe gehörenden Swiss werden auch Reparaturen und Erneuerungen von Lederteilen sowie Lackierarbeiten an verschiedenen Interieur-Komponenten durchgeführt. 

Die Fensterabdeckung eines Business Jets wird frisch lackiert. (Bild: PD)

Die Fensterabdeckung eines Business Jets wird frisch lackiert. (Bild: PD)