Mann konsumierte über Jahre Kinderpornografie – Kreisgericht St.Gallen verurteilt ihn zu bedingter Freiheitsstrafe

Ein 40-jähriger Schweizer lud rund 5000 Fotos und Videos mit kinder-pornografischem Inhalt aus dem Internet herunter. Das Kreisgericht St.Gallen hat ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt und eine Therapie verordnet.

Claudia Schmid
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Das Kreisgericht St.Gallen erhob die Anträge der Staatsanwaltschaft zum Urteil.

Das Kreisgericht St.Gallen erhob die Anträge der Staatsanwaltschaft zum Urteil.

Bild: Hanspeter Schiess

Laut Anklageschrift lud der Mann während rund zehn Jahren über diverse Internetseiten rund 4556 Bilder und 231 Videos mit echtem und virtuellem kinderpornographischem Inhalt herunter. Die Fotos und Filme speicherte er auf diversen Datenträgern für den Eigenkonsum ab. Anschliessend betrachtete er das Gesammelte wiederholt an seinem PC.

Nachdem die St.Galler Staatsanwaltschaft von der Bundesanwaltschaft eine entsprechende Meldung erhalten habe, sei der Beschuldigte mit den Vorwürfen konfrontiert worden und sofort geständig gewesen, erklärte die Staatsanwältin an der Verhandlung am Kreisgericht St.Gallen. Er habe bestätigt, dass er sich zu Kindern hingezogen fühle. Auf den verbotenen Bildern und Videos seien denn auch vorwiegend minderjährige Kinder – hauptsächlich Buben – in sexuell aufreizenden Posen abgelichtet. Der Beschuldigte betonte, er sei froh, dass sein Tun ans Licht gekommen sei und er nun Hilfe in Anspruch nehmen könne.

Er habe gewusst, dass er etwas Verbotenes tue und doch nicht damit aufhören können. Es sei ihm dabei nicht wohl gewesen. Noch während der Untersuchungshaft begann er eine Therapie, die von einem forensisch psychiatrischen Gutachter als zielführend empfohlen wurde. Er sei sehr froh, dass er nun endlich mit jemandem darüber reden könne, antwortete er auf die Frage des vorsitzenden Richters, wie er die therapeutischen Sitzungen erlebe.

Im abgekürzten Verfahren angeklagt

Aufgrund des Geständnisses und der Einsicht habe sie den Beschuldigten im abgekürzten Verfahren angeklagt, erklärte die Staatsanwältin weiter. Sie beantragte einen Schuldspruch wegen harter Pornografie und als Strafmass eine bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren. Es sei die Weisung auszusprechen, dass sich der Mann deliktsorientiert therapeutisch behandeln lasse. Zudem solle Bewährungshilfe angeordnet werden.

Die Verteidigerin erklärte sich mit den Anträgen einverstanden. Das Wichtigste für ihren Mandanten sei, dass er die Therapie weiterführen könne, um zu lernen, mit seiner Neigung umzugehen, ohne erneut straffällig zu werden.

Der Einzelrichter am Kreisgericht St.Gallen erhob die Anträge der Staatsanwaltschaft zum Urteil. Er halte dem Beschuldigten zugute, dass er nur auf öffentlich zugänglichen Internetseiten und nicht im sogenannten Darknet nach den verbotenen Bildern gesucht habe.

Auch seine Einsicht und der Wille, eine Therapie zu besuchen, spreche dafür, dass das Gericht dem Beschuldigten eine gute Prognose stellen könne. Ihm müsse aber bewusst sein, dass das Internet zur Verhinderung von kinderpornografischem Bildmaterial überwacht werde. Bei einem Rückfall müsse er deshalb damit rechnen, dass das strafbare Tun erneut entdeckt werde.