Mani Matters «’s isch Rorschach» kommt als Ausstellung heim

Der Rorschacher Künstler Adrian Keller stellt im Atelier Gleis 17 im Rorschacher Hauptbahnhof aus. Die Werke des gebürtigen Zürchers haben einen grossen Bezug zur Hafenstadt.

Res Lerch
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Adrian Keller zeigt den Scherenschnitt mit dem unverwechselbaren «’s isch Rorschach» von Mani Matter. (Bild: Res Lerch)

Adrian Keller zeigt den Scherenschnitt mit dem unverwechselbaren «’s isch Rorschach» von Mani Matter. (Bild: Res Lerch)

Mani Matters Lieder haben Kultcharakter. Mit seinem «Ir Ysebahn» hat er auch unser Städtchen für alle Zeit verewigt. Sein «... so geit dr däm Sachverhalt nid ufe Grundär seit nume was für ne Ortschaft itz chunnt, ’s isch Rorschach» wird am nächsten Sonntag wieder im Zentrum stehen. In der Ausstellung im Atelier Gleis 17 im Hauptbahnhof stellt der Rorschacher Adrian Keller unter anderem einen Scherenschnitt mit eben diesem «’s isch Rorschach» von Mani Matter aus. Aber auch weitere seiner Werke unter dem Thema «Halte die Balance» haben einen engen Bezug zur Hafenstadt.

Adrian Keller ist 44 Jahre alt und seit 1996 hier in Rorschach daheim. Geboren ist er in Zürich und aufgewachsen in Birmensdorf. Seine Lehre als Grafiker absolvierte er in Zürich. Nach 10 Jahren als angestellter Grafiker und Industriedesigner hat er sich 2008 mit Illustration und Grafik selbstständig gemacht. Von 2011 bis 2013 absolvierte er eine berufsbegleitende Weiterbildung zum «Farbdesigner Farbe Form Raum» an der GBS St. Gallen. Seit 2014 zeigt er seine Bilder in eigenen Ausstellungen. Ganz am Anfang stand eine Ausstellung in der Badhütte, die noch im gleichen Jahr mit einer Gemeinschaftsausstellung in London ergänzt wurde. Wichtig in seinem schöpferischen Schaffen ist auch der Kurs in Scherenschnitt bei Ursula Schenk in Winterthur, den er 2015 besuchte. Seither arbeitet Adrian Keller in Rorschach mit Illustration, Grafik, Farbdesign und Kunst.

Zeichner mit Feingefühl

Adrian Keller bezeichnet sich lieber als Zeichner denn als Maler. «Ich zeichne sehr viel mit Farbstiften und ich liebe die spannende Auseinandersetzung mit dem zu entstehenden Bild von der Idee bis zum fertigen Produkt. Diese Prozesse rund um Fragen, wie wir uns mit unserem Gegenüber verhalten und wie uns unsere Umgebung beeinflusst, ist in der Reihe ’Halte die Balance’ thematisiert. Bleiben wir stehen? Gehen wir weiter oder zurück? Bleiben wir drinnen oder wagen wir uns nach draussen? Können wir von Vergangenem lernen und uns weiterentwickeln? Diese Fragestellungen sind für mich sehr zentral», so Adrian Keller.

«Um aufnehmen zu können, was einen innerlich und äusserlich bewegt, braucht es Feingefühl. Meine Arbeiten sind daher mit Fingerspitzengefühl erarbeitet. Sei dies mit Farbstiften, Pastellkreiden oder anhand von filigranen Scherenschnitten», heisst es auf seiner eigenen Homepage. Manche Besucher der neuen Ausstellung im Hauptbahnhof werden in Adrian Kellers Bilder verschiedene Plätze in Rorschach wiedererkennen. Und der spezielle Rorschacher-Scherenschnitt «’s isch Rorschach» zeigt eindrücklich, mit welchem Feingefühl der Künstler ans Werk geht.

Die Welt mit anderen Augen sehen

«Wichtig ist mir, mich mit meinen Bildern auszudrücken und mit den Betrachtern auch über ihre Interpretation zu sprechen. Jeder sieht in Bildern etwas anderes, es gibt da ja kein richtig oder falsch. Es ist wie im richtigen Leben, das jeder aus seiner Sicht und nach seinem Gutdünken anpackt. Die Möglichkeit, die Welt durch andere Augen zu sehen und sich in die Lage von jemand anderem versetzen zu können, finde ich wichtig, um im Leben miteinander klarzukommen.»

Die neue Ausstellung im Atelier Gleis 17 in der Schalterhalle im HB Rorschach ist vom 9. September bis zum 24. November zu sehen. Die sonntägliche Vernissage dauert von 11 bis 17 Uhr. Adrian Keller wird vor Ort sein und so manches Detail rund um seine Bilder zu erzählen wissen.