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Nach Rückzug von Bäckermeister Pietro Cappelli: Maestros Gipfeli bleiben gleich

Pietro Cappelli und Pascal Fischbacher gehen eine Zusammenarbeit ein und gründen die Bäckerei La Panetteria GmbH. Die beiden Bäcker sprechen von einer Win-Win-Situation.
Daniel Wirth
Braucht wegen Arthrose Gehhilfen: Pietro Cappelli (59) vor seinem Laden im Linsebühl. (Bild: Benjamin Manser)

Braucht wegen Arthrose Gehhilfen: Pietro Cappelli (59) vor seinem Laden im Linsebühl. (Bild: Benjamin Manser)

Seine Panettoni sind preisgekrönt, seine Gipfel über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt: Pietro Cappelli und sein Laden im Linsebühl sind eine Institution – seit mehr als 30 Jahren. Jetzt muss der quirlige 59-jährige Italiener, der im vergangenen Jahr noch für das Movimento Associativo Italiani all’Estero (Maie) für das italienische Parlament kandidierte, kürzertreten. Er hat Arthrose und geht derzeit an Krücken. Hartnäckig kursierte im Linsebühl und anderen Stadtteilen deshalb das Gerücht, Cappelli müsse seine Bäckerei und seinen Laden aus gesundheitlichen Gründen schliessen. Am Wochenende erschien dann eine Meldung in «Blick»-Online mit dem Titel: «Wegen Arthrose – St.Galler Kultbäcker Cappelli tritt kürzer.»

Gegenüber dieser Zeitung sagte Pietro Cappelli als Allererstes: «Für die Panettoni bin ich weiterhin alleine verantwortlich.» Für alles andere arbeite er ab dem 1. Juli mit Pascal Fischbacher aus dem Toggenburg zusammen. Dieser freut sich sehr auf seine neue Aufgabe, wie er am Dienstag gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» ausführte. Der 32-jährige Vater von vier Kindern führt in Mosnang seit sechs Jahren in zweiter Generation die Bäckerei Fischbacher mit Filialen und Restaurationsbetrieben in Gähwil und Bütschwil. Er übernahm 2013 von seinem Vater einen Ein-Mann-Betrieb. Heute führt er nach eigenen Angaben ein Bäckereiunternehmen mit rund 20 Angestellten.

Sie gründen eine neue Gesellschaft

Cappelli und Fischbacher gründen für ihre Zusammenarbeit, die beide als Win-Win-Situation bezeichnen, die Bäckerei La Panetteria GmbH. Eine Win-Win-Situation sei es zum einen, weil der gesundheitlich angeschlagene Cappelli einen Gang runterschalten und es ruhiger nehmen könne, und zum anderen, weil der junge Bäcker aus dem Toggenburg seine Produktion stärker auslasten und expandieren könne.

Es scheint, als hätten sich zwei Bäcker gefunden, die sich verstehen, wenn sie von ihrem Handwerk sprechen. «Mir gefällt die offene ehrliche Art Pietro Cappellis», sagt Fischbacher. Er käme auch nicht vom Toggenburg in die Kantonshauptstadt, um das Sortiment im Laden an der Linsebühlstrasse auf den Kopf zu stellen. Ganz im Gegenteil: «Ich weiss um die Qualität der Produkte Cappellis; da brauche ich nichts ändern». Vielmehr möchte Fischbacher am Anfang von Cappelli lernen – so dass die Gipfel nach dem Zusammenschluss der beiden Betriebe genau gleich schmecken wie heute.

Die Auswahl bleibt gleich

Das gesamte Sortiment Cappellis werde beibehalten, verspricht Fischbacher, der am Pfingstwochenende vom Panettone-Maestro am Fest des Südost-Quartiers in die Linesbühlgesellschaft eingeführt wurde. «Die ganze Familie wurde gut aufgenommen», sagt Fischbacher.

Sämtlichen festangestellten Mitarbeitenden der Bäckerei Cappelli seien neue Arbeitsverträge der Bäckerei La Panetteria GmbH angeboten worden, sagt Fischbacher. Zwei Mitarbeiter hätten schon unterschrieben, zwei hätten sich nach einem anderen Arbeitsplatz umgeschaut und zwei hätten sich eine Bedenkfrist ausbedungen.

Ein Teil der Teilzeitangestellten wird von Pietro Cappelli in der Panettone-Produktion weiterbeschäftigt, wie er auf Anfrage sagt. Die Geschäftsführung des Ladengeschäfts legt Pascal Fischbacher in die Hände einer heute im Toggenburg angestellten Mitarbeiterin, wie er sagt. In Fischbachers Worten schwingt eine grosse Portion Vorfreude mit.

Der Mandelfisch als Spezialität

Gleichwohl hat der junge Bäcker aus dem Toggenburg auch Respekt vor seiner neuen Aufgabe. «Es wird eine Herausforderung», sagt er. Was es heisse, eine Expansion voranzutreiben, wisse er aus Erfahrung. Er müsse sich im Sommer, wenn er in die Hauptstadt komme, zu erst einmal «unterordnen». Er sei froh, führe ihn Cappelli in dessen Backkünste ein. Er wolle alle Spezialitäten des Italieniers in der gleichen hohen Qualität produzieren. Er sei dankbar, stehe ihm Pietro Cappelli anfangs zur Seite und helfe ihm bei den Rezepturen in der Backstube.

Was für Cappelli die Panettoni und die Gipfel sind, ist für Fischbacher der Mandelfisch. Seine Spezialität möchte er aus dem Toggenburg nach St. Gallen mitnehmen und hier anbieten. Eine weitere Spezialität aus seinem Hause seien selber produzierte Glacé. Mehr möchte Fischbacher noch nicht zur Sortimentserweiterung sagen.

Offen ist gemäss dem Cappelli-Nachfolger, ob der Laden an der Linsebühlstrasse sanft umgestaltet wird. Sicher sei indes: Die Gipfel werden die gleichen sein.

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