Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kommentar

Lokale Folgen des Klimawandels rasch bekämpfen: In der Frage ist jetzt das Stadtparlament gefordert

Der St.Galler Stadtrat hält Sofortmassnahmen gegen die Folgen der Klimaerwärmung für unnötig. Er will die Frage systematisch angehen. Stadtredaktor Reto Voneschen steht dem Ansatz kritisch gegenüber. Gerade bei der «Durchgrünung» von St.Gallen bestehe so die Gefahr, der rasanten baulichen Entwicklung hinterherzuhinken.
Reto Voneschen
«Tagblatt»-Stadtredaktor Reto Voneschen.

«Tagblatt»-Stadtredaktor Reto Voneschen.

Eine 80'000-Einwohnerstadt wie St.Gallen hat für sich allein keine Möglichkeit, den globalen Klimawandel zu stoppen. Das bestreitet niemand. Und trotzdem ist es richtig, dass sich die Stadtpolitik mit dem Thema auseinandersetzt. Wenn Städte weltweit mit Massnahmen gegen den Klimawandel aktiv werden, ergibt das unter dem Strich einen nicht zu unterschätzenden Beitrag. Mit den Energie- und Mobilitätskonzepten hat St.Gallen schon gute, wenn auch im Urteil des Stadtrats noch verbesserungsfähige Beiträge auf den Weg gebracht.

Die psychologische Wirkung der lokalpolitischen Klimadebatte ist ebenfalls wichtig: Die Lösung der meisten Umweltprobleme ist, ohne individuelle Verhaltensänderungen nicht zu haben. Damit solche Änderungen breit akzeptiert werden, muss die Einsicht da sein, dass sie nötig sind. Diese Einsicht wird mit einer lokalen Klimadiskussion sicher gefördert.

Wichtig ist dabei, dass nicht nur über die globalen Zusammenhänge der Klimaerwärmung, über schmelzende Polkappen und die Probleme der Eisbären diskutiert wird. Wir bekommen den Klimawandel durch Hitzesommer oder sintflutartige Niederschläge auch lokal schon zu spüren. Aufs Tapet müssen Massnahmen, die solche Phänomene entschärfen. Dabei geht es etwa um Bachfreilegungen oder die Begrünung anderweitig nicht benötigter Flächen. Es geht um Bäume zwischen den Häusern, um die Gestaltung von Gärten und Grünarealen, und zwar nicht nur der öffentlichen, sondern auch der privaten.

Die Umsetzung solcher Massnahmen benötigt Zeit; nicht nur, weil die politischen Mühlen bei der Anpassung von Vorschriften langsam mahlen, sondern weil konkrete Schritte beispielsweise im Grünbereich Zeit brauchen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Ganz offensichtlich der Fall ist das bei Fassaden- und Dachbegrünungen oder dem Heranwachsen von Bäumen. Genau solche Massnahmen gegen Folgen des Klimawandels könnten rasch ergriffen werden. Dafür muss man nicht Papierberge wälzen und ein neues Umweltkonzept schreiben.

Es gibt gute Ideen für Fassaden- und Dachbegrünungen sowie zur Umgebungsgestaltung von Neubauten, die man konsequenter als bisher verfolgen müsste. Es gibt auch Spielräume bei der Beurteilung der Nutzungsintensität von baulichen Verdichtungsprojekten. Bei anderen Fragen, etwa der Gartengestaltung, ist die Stadt St.Gallen seit Jahren mit Info-Kampagnen am Ball. Diese Bemühungen könnte man ebenfalls rasch intensivieren.

Genau dazu findet sich nichts in den Antworten des Stadtrats auf parlamentarische Klimavorstösse. Das gibt dem Parlament die Chance, sich in diesem Bereich zu profilieren. Man kann nur hoffen, dass es sie nutzt. Gelegenheit, da Nägel mit Köpfen zu machen, wird es angesichts hängiger Vorstösse in nächster Zeit immer wieder geben. Das nächste Mal am 21. Mai.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.