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Littering in den Drei Weieren: Wenn der Bademeister Abfallsündern hinterher räumen muss

Immer wieder lassen Nachtschwärmer ihren Abfall in den Drei Weieren liegen. Nach einem Sommerabend sammelt Bademeister Renato Dietrich bis zu zwei Stunden lang Abfall ein. Dennoch: Der Abfall habe in den vergangenen Jahren nicht zugenommen. Das Hauptproblem ist ein anderes.
Linda Müntener

Plastikbecher, ein aufgerissener Bierkarton, leere Glasflaschen, Dosen. Die Bilder, die das «Milchhüsli» auf Facebook teilt, zeigen einen Abfallhaufen in den Drei Weieren in St.Gallen. Hinterlassen von Nachtschwärmern, die sich am Mannenweier zum Feierabendbier getroffen haben. Das löst im sozialen Netzwerk Empörung aus. Der Beitrag wird fleissig kommentiert: «Sauerei», «schlimm», «unanständig». Bis heute wurde der Beitrag über 340mal geteilt. Die «Milchhüsli»-Betreiber appellieren darin an die Besucherinnen und Besucher: «Wenn jede/r seinen Abfall mitnehmen oder zumindest in den Kübeln entsorgen würde, würde das den Bademeistern einige Arbeitsstunden ersparen.»

Einer dieser Bademeister ist Renato Dietrich. Seit 16 Jahren arbeitet er während der Saison in den Drei Weieren. Jeden Morgen sammelt er bis zu zwei Stunden lang Abfall ein, auf den Wiesen, vor den Garderoben, auf dem Steg. «Probleme mit Littering gab es hier schon immer», sagt Dietrich. Natürlich sei das ärgerlich. Heute sammeln er und sein Team mehr Plastikverpackungen und Essensreste ein als früher. «Die Leute nehmen viel zu viel mit. Manchmal landen volle Alkoholflaschen in den Kübeln.» Die gesamte Abfallmenge habe aber nicht zugenommen, sagt der Bademeister. Im Gegenteil. «Vor zehn Jahren lag hier doppelt so viel Abfall herum.»

Renato Dietrich ist seit 16 Jahren Bademeister in den Drei Weieren. Jeden Morgen fegt er den Abfall von Badegästen zusammen. (Bild: Urs Bucher)

Renato Dietrich ist seit 16 Jahren Bademeister in den Drei Weieren. Jeden Morgen fegt er den Abfall von Badegästen zusammen. (Bild: Urs Bucher)

In den Drei Weieren versuche man immer wieder, die Leute für das Thema zu sensibilisieren, sagt Dietrich. Mitglieder des Quartiervereins, Polizei und Sozialarbeiter gehen regelmässig auf Badegäste und Nachtschwärmer zu. Tafeln bei den Eingängen mahnen zu Ordnung. Beobachtet der Bademeister Gruppen, die sich ausbreiten, drückt er ihnen gleich einen Abfallsack in die Hand. Dass das überhaupt nötig ist, sei ein gesellschaftliches Problem. «In anderen Badis, in Wäldern oder am See sieht es genauso aus», sagt Dietrich. «Die Natur geniessen wollen alle. Doch wenn es um Rücksichtnahme geht, hört es bei vielen auf.» Dies müsste man schon im Elternhaus oder in der Schule lernen.

Der Lärm stört die Anwohner

Die Abfallsünder auf frischer Tat zu ertappen, sei schwierig. Ab 19.30 Uhr haben die Bademeister Feierabend, die Nachtschwärmer kommen aber frühestens ab 22 Uhr. Die Polizei patrouilliere regelmässig - vor allem aber wegen der Lärmbelästigung. Diese sei das grössere Problem als der Abfall, sagt Dietrich. «Wenn sich hier nur schon zwei Gruppen aufhalten, kann es sehr laut werden», sagt Dietrich. Daran stören sich die Anwohnerinnen und Anwohner.

Dass das Abfallproblem auf den ersten Blick dramatisch erscheine, liege vor allem an der speziellen Lage der Drei Weieren, sagt Dietrich. In gewöhnlichen Badis sei man diesen Anblick nicht gewohnt. Dort räumten die Mitarbeitenden den Abfall der Badegäste weg, wenn die Badi geschlossen ist. Das Gebiet um den Mannenweier könne man nicht abschliessen - und wolle dies auch nicht. Denn damit würde man all jene bestrafen, die sich an die Regeln halten. «Und das ist die Mehrheit.»

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