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Leute bezahlen fürs Lego-Spielen

In St.Gallen setzt eine Unternehmerin auf den Spieltrieb ihrer Kunden. Sie verkauft gebrauchte Lego-Steine und will so ein Zeichen gegen die Wegwerf-Gesellschaft setzen. Zudem bietet sie Lego-Spielstunden an für Kinder und bald auch für Erwachsene.
Emma-Emily Wolf
Danja Nagel in ihrem Geschäft «Min Ladä». (Bild: Nicolas Düsel)

Danja Nagel in ihrem Geschäft «Min Ladä». (Bild: Nicolas Düsel)

Wer kennt ihn nicht, den 86-jährigen Spielzeugklassiker? Von Generation zu Generation weitergegeben, kann man ihn wohl als zeitlos betiteln; den Legostein. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene begeistern die Spielzeugsteine - zumindest solange, bis man den gesuchten Stein nicht mehr findet.

«Ist ein Teil verloren gegangen oder vom Staubsauger verschluckt worden, wird es bei mir sehr wahrscheinlich aufzufinden sein», sagt Danja Nagel und steht in ihrem Ladenlokal in St.Gallen. Tausende Legoteile stapeln sich in unzähligen Kartonkisten: «Das sind über 200 Kilogramm Lego-Steine, dass muss man sich einmal vorstellen», sagt die 43-jährige Unternehmerin, die mit der Lego-Börse an ein neues Geschäftsmodell glaubt. Im Gegensatz zu den meisten Spielwarenläden verkauft sie im «Min Ladä» auch Einzelteile: «Der Kunde soll sich das zusammenstellen können, was er auch wirklich braucht», sagt Nagel. Die Teile sind nach Farbe, Form und Grösse sortiert. Gezahlt wird am Ende pro Kilo oder pro Teil.

Neues Leben für alte Steine

«Wenn die Kinder älter werden, stehen irgendwann die Legos in Kisten nur noch im Keller herum. Dabei könnten sie von jemand anderem noch gut genutzt werden», sagt Nagel. So kam sie auf die Idee, eine Legobörse zu eröffnen. Sinn dahinter ist die Wiederverwendung von altem Lego. Dieses kann man zu ihr in den «Min Ladä» bringen und erhält dafür 40 Prozent vom Verkaufspreis. Nagel wäscht und sortiert die Spielzeugsteine, bevor sie diese weiterverkauft. «Diese Methode ist nicht nur nachhaltig, sondern bietet auch eine günstige Alternative zu teuren Neupreisen», sagt Nagel. Während Legos im Spielwarenladen viel kosten können und nur in ganzen Sets erhältlich sind, zahlt man im «Min Ladä» nur dreiviertel des Neupreises und kann sich sein eigenes Set aus beliebigen Einzelstücken zusammenstellen.

Pro Woche erhält Nagel durchschnittlich zwei Lieferungen an gebrauchtem Legosteinen. «Das Sortiment verändert sich von Tag zu Tag. Ständig kommen neue Teile rein und andere werden gekauft. An einem Tag haben wir etwas da, was am nächsten Tag schon wieder weg sein kann», erklärt Nagel. Das Aussortieren der neuen Ware sei eine unheimliche Arbeit, es mache ihr aber auch wahnsinnig Spass. 60 Kilo in der Abstellkammer hat sie zum Sortieren noch vor sich.

80-Jährige suchen Teile für besondere Projekte

Erstaunlich sei das Alter ihrer Kundschaft: «Es waren schon Eltern da, die für ihr siebenmonatiges Baby Lego gekauft haben, wobei der Vater schlussendlich mehr Freude am Lego hatte, als das Baby selbst. Andererseits haben wir aber auch bis zu 80-Jährige Kunden mit speziellen Bauprojekten». Die weibliche Kundschaft falle hingegen etwas mager aus.

Lego-Spielen für neun Franken pro Stunde

Kinder kommen ausserdem bei der angebotenen Legospielzeit auf ihre Kosten. Immer einmal im Monat veranstaltet Nagel einen Spielmorgen, bei dem Kinder während zwei Stunden ihrer Phantasie freien Lauf lassen können. Die Teilnehmer bezahlen dafür neun Franken für eine Stunde Spielen und Bauen. In Zukunft möchte Nagel diesen Event auch für Erwachsene anbieten. «Wir haben nämlich erstaunlich viel erwachsene Kunden, die teilweise auch von weit her kommen und von der Faszination Lego angesteckt sind», sagt die 43-Jährige. Die schönsten Kreationen der Lego-Spielstunden werden dann für jeweils eine Woche im Schaufenster des Ladens ausgestellt.

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