Leserbriefe zum Gossauer Aussenbecken

Am 21. Juni entscheiden die Gossauerinnen und Gossauer, ob für das neue Hallenbad auch ein beheiztes Aussenbecken geplant werden soll. Das sagen unsere Leserinnen und Leser.

Drucken
Teilen
Aussenbecken im Abtwiler Säntispark.

Aussenbecken im Abtwiler Säntispark.

Ralph Ribi (11. Dezember 2019)

Liebe Gossauer, bleibt bescheiden

Ruedi Wüthrich, Gossau - Die IG Sport Region Gossau hat meiner Meinung nach die Orientierung verloren, denn sie vergisst, dass die Mehrheit der Gossauer und Gossauerinnen nur einem Ersatzbau für das Hallenbad Rosenau am neuen Standort ennet dem Bahnhof zugestimmt hat. Man hat also einfach ja zum Ersatz gesagt, weil man den neuen Standort im Zentrum einer geplanten Sportanlage, als logisch empfand.

Wenn mir heute nun jemand sechs Fragen stellt, weshalb ich der Initiative zustimmen sollte, möchte ich wissen, wer über diese hellseherischen Kenntnisse verfügt, dass ein Hallenbad mit beheiztem Aussenbecken finanziell besser abschliessen würde.

Der Rede kurzer Sinn: Liebe aktive Sportler und liebe sportbegeisterte Gossauer und Gossauerinnen, bleibt bescheiden und stimmt Nein, sonst riskiert ihr in zehn Jahren weder ein Hallenbad ohne Aussenbecken, noch ein Hallenbad mit Aussenbecken ennet dem Bahnhof zu haben. Ich glaube an die Vernunft.

Möchten Sie wirklich nicht mitreden?

Norbert Wenk, Gossau - Am 21. Juni entscheiden die Gossauer Stimmberechtigten, ob Abklärungen energiewirtschaftlicher Art für ein Aussenbecken am neu vorgesehenen Hallenbad getroffen werden sollen oder nicht. Es gibt keinen Grund, die Bevölkerung mit einem Nein mundtot zu machen. Nicht nur sportinteressierte Personen, sondern auch Leute aller Standes- und Interessengruppen sollen zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden können, ob nun ein Aussenbad gebaut werden soll oder nicht.

Aufgrund von Expertisen und modernen Studien – und nicht nur aufgrund eines Leitbildes – sind Urteile wertvoller. Somit ist eine Entscheidungsebene erst gegeben, wenn fundierte Abklärungen vorliegen. Darum sollte mit einem klaren Ja am 21. Juni die Türen für alle Bürgerinnen und Bürger offen bleiben. Nur ein Ja lässt dies zu.

Warum kein Aussenbecken planen?

Hans Züst, Gossau - Vorerst geht es nicht darum ob unser zukünftiges Hallenbad ein Aussenbad enthalten soll oder nicht. Es geht im Moment darum ob ein solches in die Planung aufgenommen werden soll. Erst bei der Planung wissen wir dann, wie viel Energie ein solches Aussenbecken zusätzlich benötigt.

Wenn wir nur aufs Energie sparen schauen, dürfen wir gar kein Hallenbad bauen. Dass wir in Gossau ein Hallenbad brauchen und möchten ist nicht umstritten.

Ebenfalls sticht der Einwand nicht, dass ein Aussenbecken dem Sport nichts bringe und deshalb nicht geplant werden soll. Das Hallenbad wird nicht nur für Sportler, sondern auch für Benutzer, welche einfach Freude am Wasser und an der Bewegung haben, gebaut. Also auch für ältere Semester welchen der Aufenthalt im warmen Wasser gut tut. Da ist doch die Bereicherung dies an der frischen Luft zu geniessen sehr wohltuend und willkommen.

Also sagen wir ja zu diesem Kredit und planen ein Hallenbad mit Aussenbecken. Alle Vor- und Nachteile eines Aussenbeckens, inklusive Energiemehraufwand und weitere Details werden sich dann, erst dann, zeigen.

Unnötig und unpassend

Alfred Zahner, Gossau - «Ganzjährig beheizte Aussenbecken sind aus energetischer Sicht zu vermeiden – sie verursachen selbst bei optimaler Planung einen hohen Wärmeverlust.» So steht es wörtlich im Leitfaden «Energie in Hallen- und Freibädern» vom Bundesamt für Energie und dem Verband Hallen- und Freibäder.

Im gleichen Bericht werden weitere sehr kritische Punkte vor allem beim Übergang vom warmen Innen- in den kalten Aussenbereich dargelegt (Kondenswasser, Korrosion). Fachspezialisten beurteilen also klar die negativen energetischen Auswirkungen eines beheizten Aussenbeckens.

Es ist deshalb unnötig, 90'000 Franken Planungskosten für ein Projekt auszugeben, welches nicht in die heutige Klimadiskussion passt und keine Unterstützung verdient. Es hängt nicht davon ab, wie ein zukünftiges Aussenbad beheizt wird, sondern dass dafür vor allem in der kalten Jah-reszeit sehr viel Energie verschwendet wird.

Ein beheiztes Aussenbad von lediglich 10x10 Metern ist nicht substanziell für den erfolgreichen Betrieb eines Hallenbads. Es ist ein Luxusprojekt, welches rund 1.5 Millionen Investitionskosten und später ein Mehrfaches an Unterhalt und Betriebskosten verursachen wird.

Folgen wir der Empfehlung des Bundesamts für Energie, sagen wir jetzt «Nein» zu einem Aussenbecken und sparen wir damit die 90'000 Franken Planungskosten – dieses Geld kann die Stadt gerade in der Coroanzeit für Wichtigeres einsetzen. Ein beheiztes Aussenbad passt schlicht und ein-fach nicht in die jetzige Zeit.