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Lesen bereitet auch manchen Erwachsenen Mühe – Ausstellung thematisiert Schreib- und Leseschwäche

Die Bibliothek Hauptpost zeigt die Ausstellung «Einfach besser lesen und schreiben».
Alexa Maier
Die Stadtbibliothek zeigt Personen mit Schreib- und Leseschwäche Möglichkeiten auf, diese zu überwinden. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

Die Stadtbibliothek zeigt Personen mit Schreib- und Leseschwäche Möglichkeiten auf, diese zu überwinden. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

In der Schweiz leben laut Bundesamt für Statistik rund 800000 Menschen zwischen 16 und 65 Jahren, die beim Lesen und Schreiben Mühe haben. Gestern war Weltalphabetisierungstag. Aus diesem Anlass zeigt die Bibliothek Hauptpost bis 27. September in der Südhalle eine Ausstellung zum Thema «Einfach besser lesen und schreiben».

Das sei eine gute Gelegenheit, die Gäste auf das Thema Illettrismus aufmerksam zu machen, sagt Christa Oberholzer, Leiterin der Stadtbibliothek. Die Gründe für Illettrismus sind gemäss dem Verein Lesen und Schreiben Deutsche Schweiz vielfältig. «Lesen und Schreiben sind hochkomplexe Fähigkeiten, die über Jahre gelernt und geübt werden müssen», heisst es auf der Vereinsseite. Nicht alle Menschen hätten in ihrer Kindheit und Jugend die Chance, sich dies sicher anzueignen.

In der Ausstellung werden verschiedene Medien und Informationsmaterialien rund um das Thema gezeigt. «Wir wollen die Betroffenen zum Handeln ermutigen», sagt Brigitte Locher, die sich auf das Thema Illettrismus spezialisiert hat und in Wattwil den Kurs «Lesen und Schreiben für Erwachsene» leitet. «Es gibt gute Möglichkeiten, eine Lese- und Schreibschwäche zu bewältigen», sagt die Fachfrau.

Betroffene zum ­Handeln ermutigen

Die Stadtbibliothek macht ausserdem auf ihr Angebot an einfach formulierten Büchern mit farbigen Silben aufmerksam. Mit diesen können Erwachsene ihre Lese- und Schreibfähigkeiten trainieren und verbessern. Jedoch sollen nicht nur Betroffene informiert werden, sondern auch deren Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen. «Denn sie können die Betroffenen motivieren, sich ihrer Schwäche zu stellen», sagt Brigitte Locher.

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