Lebhaftes Fernsehfinale im Stadtratswahlkampf: So stritten sich Gabathuler, Pappa und Cozzio im TVO-Studio

Zehn Tage vor dem zweiten Wahlgang haben die Kandidaten für Stadtrat und Stadtpräsidium auf TVO ein letztes Mal die Klingen gekreuzt. Ein Thema liess die Wogen besonders hochgehen.

Luca Ghiselli
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Sie sind schon fast ein halbes Jahr im Wahlkampf: Mathias Gabathuler (FDP) und Maria Pappa (SP), die sich um das Stadtpräsidium duellieren und Trudy Cozzio (CVP), die Gabathuler im zweiten Wahlgang vom 29. November den einzigen bürgerlichen Sitz in der Stadtregierung streitig macht. Von Müdigkeitserscheinungen auf der Wahlkampf-Zielgerade war am Mittwochabend im TVO-Studio aber keine Spur.

Unter der Gesprächsleitung von «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid lieferten sich Gabathuler, Pappa und Cozzio einen lebhaften Schlagabtausch.

TVO-Talk zu den Stadtratswahlen vom 29. November. Mit Maria Pappa, Trudy Cozzio und Mathias Gabathuler. Moderation: Stefan Schmid.

TVO-Talk zu den Stadtratswahlen vom 29. November. Mit Maria Pappa, Trudy Cozzio und Mathias Gabathuler. Moderation: Stefan Schmid.

Arthur Gamsa

Der bürgerliche Bruch und das Nachspiel

Zu reden gab gleich eingangs der Fernsehdebatte der Bruch im bürgerlichen Bündnis. Trudy Cozzio betonte auch auf mehrmaliges Nachhaken des Moderators, dass sie ob ihrer erneuten Kandidatur und der damit verletzten Abmachung unter bürgerlichen Parteien kein schlechtes Gewissen habe: «Wir sind überzeugt, dass wir keinen Fehler gemacht haben.» Gaba­thuler sah das anders. Auch wenn der Freisinnige sagte, dass er keinen Groll hege, stellte er Konsequenzen für das Verhalten der CVP in Aussicht.

«Das wird auf parlamentarischer Ebene sicher ein Nachspiel haben.»

Verhärtete Fronten bei der Wohnraumstrategie

SP-Baudirektorin Maria Pappa konnte sich im bürgerlichen Hick-Hack zu Anfang der Debatte zurücklehnen. Als es danach aber um die neue Wohnraumstrategie des Stadtrats ging, musste sie einige Angriffe von Mathias Gabathuler abwehren. Der FDP-Kandidat sagte, das Papier ziele darauf ab, dass der Staat alles regeln statt Anreize schaffen solle. Pappa liess das nicht gelten und echauffierte sich:

«Haben Sie die Strategie überhaupt gelesen?»

Man wolle mit dem Papier vielmehr dem Einheitsbrei auf dem Wohnungsmarkt entgegenwirken und private Investoren in innovative Projekte einbeziehen. Etwas abseits dieses Wortgefechts stand CVP-Kandidatin Trudy Cozzio. Sie stellte sich hinter die Stossrichtung der Wohnraumstrategie und sagte, die Stadt müsse vermehrt Land im Baurecht abgeben.

In der Schlussrunde äusserten sich die Kandidierenden zur liberalen Coronapolitik des Kantons (alle einverstanden) und zur Konzernverantwortungsinitiative, über die ebenfalls am 29. November abgestimmt wird. Pappa und Cozzio sagten, sie legen ein Ja ein. Gabathuler sprach sich für den Gegenvorschlag des Parlaments aus.

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