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Läden in der St.Galler Innenstadt öffnen für den Stadtlauf - Gewerkschaften kritisieren das

Ende September startet wieder ein Stadtlauf. Parallel dazu gibt’s einen Sonntagsverkauf. Was nicht allen passt.
Sandro Büchler
Am Auffahrtslauf führt nur die Halbmarathon-Strecke durch die St.Galler Innenstadt.Bild: Ralph Ribi (St.Gallen, 30. Mai 2019)

Am Auffahrtslauf führt nur die Halbmarathon-Strecke durch die St.Galler Innenstadt.Bild: Ralph Ribi (St.Gallen, 30. Mai 2019)

Erstmals seit zwölf Jahren findet am 29. September im Zentrum wieder ein Stadtlauf statt. Wenn am Sonntag genau in einem Monat Hunderte Läuferinnen und Läufer ihre Runden zwischen Marktplatz, Klosterhof und rotem Platz drehen, öffnen auch zahlreiche Geschäfte in der Innenstadt. «Der Sonntagsverkauf wurde bewilligt», sagt Ralph Bleuer, Präsident von Pro City St.Gallen.

Von 12 bis 17 Uhr seien mehr als 30 Läden entlang der Strecke geöffnet, sagt Bleuer. Er hofft, dass noch mehr Geschäfte mitmachen. Zwar starten die ersten Läufer bereits um 9.30 Uhr. «Doch die Sportler werden wohl kaum Zeit haben, nachher noch einkaufen zu gehen.» Der Sonntagsverkauf richte sich vielmehr an die Zaungäste, also Angehörige, Fans und Schaulustige.

Gewerkschaften sehen den Sonntagsverkauf kritisch

Ein Sonntagsverkauf im Herbst, das ist ein Novum für die Stadt. Das Gesetz erlaubt jedoch vier Verkaufssonntage pro Jahr. Etabliert seien zwei Sonntagsverkäufe im Dezember. «Doch die anderen beiden Verkaufssonntage wurden in St.Gallen bisher gar nicht genutzt», sagt Bleuer. Offene Ladentüren an einem Sonntag ausserhalb der Adventszeit seien nur machbar, «wenn etwas läuft in der Stadt». Eine Veranstaltung müsse ziehen, so Bleuer. Der Stadtlauf sei dafür optimal geeignet, um herauszufinden, ob der herbstliche Sonntagsverkauf auf die erhoffte Resonanz stosse.

Ob sich der Verkaufssonntag für die Geschäfte auszahlt, ist für den Pro-City-Präsidenten schwierig vorauszusehen. Die Witterungsbedingungen und die Teilnehmerzahl an der Laufveranstaltung seien entscheidend. «Ein Sonntagsverkauf im September ist auch für uns ein Testlauf.» Die Geschäfte entscheiden aber selbst, ob sie öffnen wollen oder nicht. «Ein gewisses Risiko ist nicht von der Hand zu weisen.»

Ein Lauf für alle, auch für Vereine

Der Stadtlauf am 29. September richtet sich an ein breites Publikum, sagt der Organisator Daniel Schmidli. Man habe deshalb zahlreiche Kategorien:

- Kinder ab acht Jahren legen eine Distanz von einem halben Kilometer zurück, der Familienlauf ist 1,1 Kilometer lang.
- Walker können ebenfalls sich anmelden.
- Ambitionierte Läuferinnen und Läufer können sich auf einer Rundstrecke von fünf oder zehn Kilometern Distanz messen.
- Zudem startet um 12 Uhr ein Elitelauf.

«Der Elitelauf richtet sich unter anderem an den regionalen Nachwuchs», sagt Schmidli. 600 Personen haben sich bereits angemeldet Schmidli hebt speziell den «Fundoo-Run» hervor. Dabei können Gruppen ab fünf Läufern Geld für ein eigenes gemeinnütziges Projekt sammeln. «Das ist quasi ein digitaler Sponsorenlauf.» Denn für viele Vereine sei die Organisation eines Spendenlaufs mit viel Aufwand verbunden. «Hier bieten wir eine einfache Lösung an.» Dies könne für ganz verschiedene Gruppierungen interessant sein, sagt Schmidli. «Vom Musik- bis zum Hundezüchterverein können sich alle anmelden und für ihre Zwecke sammeln.»

Das Startgeld beträgt zwischen 12 und 34 Franken. Rund 600 Läuferinnen und Läufer haben sich laut Schmidli bereits angemeldet. Sein Ziel sei aber, über 2000 Laufsportbegeisterte für den Stadtlauf zu gewinnen.

Auf wenig Gegenliebe stösst der zusätzliche Sonntagsverkauf bei den Gewerkschaften. Danijela Bašić, Sektionsleiterin der Unia für die Region Ostschweiz, anerkennt zwar die Absicht, Kultur und Sport zu fördern und dadurch die Innenstadt zu beleben. «Doch dies darf nicht zu Lasten des Verkaufspersonals gehen.» Der Sonntag sei für Familien nach wie vor ein heiliger Tag. «Dies ist eine gefährliche Entwicklung und die Ladenöffnungszeiten geraten zusätzlich unter Druck.» Zudem sei der Zeitpunkt ungünstig. Denn just an jenem Wochenende beginnen im Kanton die Herbstferien.

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