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Ladensterben in St.Gallen: Rasch Handeln, nicht Zeit mit weiteren Analysen verlieren

Der St.Galler Stadtrat will keinen weiteren Bericht über das Einkaufsverhalten im Stadtzentrum schreiben. Er will möglichst schnell Massnahmen fürs Gewerbe in der Innenstadt umsetzen. Weitere Analysen brächten nichts, hält die Stadtregierung in einer Stellungnahme zu einem Vorstoss im Parlament fest.
Reto Voneschen
Inzwischen ein gewohntes Bild: Räumungsverkauf in einem Geschäft in der St.Galler Altstadt. (Bild: Benjamin Manser - 2. Februar 2015)

Inzwischen ein gewohntes Bild: Räumungsverkauf in einem Geschäft in der St.Galler Altstadt. (Bild: Benjamin Manser - 2. Februar 2015)

Die Stadtregierung empfiehlt dem Parlament ein Postulat von René Neuweiler (SVP), Remo Daguati (FDP) und Roger Bechtiger (CVP) abzulehnen. Die drei Bürgerlichen hatten mit ihrem Vorstoss auf eine Interpellation von Grünen und Jungen Grünen reagiert, weil diese darin festgehalten hatten, dass die Reduktion von Parkplätzen kaum eine Ursache für das Ladensterben in der Innenstadt sein könne.

Neuweiler, Daguati und Bechtiger verlangen vom Stadtrat ein umfassende, "nicht einseitige" Betrachtung des Problems. Sie wollen eine umfassende Analyse, wie sich elf von ihnen genannte Faktoren (von fehlenden Parkplätzen über "übertriebene Polizeikontrollen" und fehlende Innovationskraft des Gewerbes bis zur zu hohen Steuerbelastung) auf das Kaufverhalten der Kundschaft in innerstädtischen Läden auswirken.

Das Projekt "Zukunft Innenstadt» rasch umsetzen

Der Stadtrat hält in seiner Stellungnahme zum Postulat gar nichts davon, bezüglich Ladensterben weitere Analysen durchzuführen. Solche seien im Rahmen des Projekts "Zukunft Innenstadt" ausgiebig erstellt worden. Jetzt müsse es darum gehen, das Grundkonzept mit Massnahmen zur Stärkung des innerstädtischen Gewerbes möglichst rasch zu konkretisieren und umzusetzen. Eine nochmalige Analysephase werde dieses Projekt nur unnötig verzögern. Zudem seien daraus "kaum neue Erkenntnisse" zu erwarten.

Nur schon weil der Strukturwandel in der Innenstadt nicht allein ein St.Galler Phänomen sei, sondern alle Städte betreffe, gebe es genügend grundsätzliche Erkenntnisse und Daten dazu, schreibt der Stadtrat. Und:

«Nach der intensiven Auseinandersetzung mit der Situation anlässlich verschiedener Foren mit den Beteiligten ist es deshalb höchste Zeit, Massnahmen zu ergreifen und umzusetzen.»

Neue Analysen, so hält der Stadtrat fest, lösten das Problem nicht, sondern verhinderten nur rasches Handeln. Zudem sieht er auch keinen Sinn darin, in weiteren Analyseprojekten mit viel Einsatz von Geld und Zeit Massnahmen zu entwickeln, von denen von Anfang an klar ist, dass sie am Ende politisch keine Chance auf Umsetzung haben.

Stadt und Betroffene arbeiten zusammen

Das Projekt "Zukunft Innenstadt" wurde in St.Gallen von der Stadt zusammen mit den Wirtschaftsverbänden im Jahr 2016 gestartet. Ziel war es, gemeinsam mit allen Betroffenen möglichst rasch möglichst konkrete Massnahmen gegen leere Ladenlokale im Stadtzentrum auf die Beine zu stellen. Während des Analyseprozesses wurden über 300 mögliche Massnahmen, Iden und Anregungen gesammelt. Daraus wurden zehn Felder definiert, in denen nun konkrete Massnahmen entwickelt und umgesetzt werden sollen.

Das Echo auf auf das Projekt "Zukunft Innenstadt" sei sehr positiv. Das gelte auch für Reaktionen von ausserhalb der Stadt, schreibt der Stadtrat in seiner Stellungnahme zum Postulat der drei bürgerlichen Parlamentarier. Es habe bereits Anfragen zum Konzept aus anderen Städten gegeben. Und teilweise arbeite man mit solchen Städten auch schon zusammen.

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