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Ladensterben in St.Gallen: Marschhalt bei der Suche nach einem City-Manager

Er soll gegen die leeren Ladenflächen kämpfen und die Interessen von Detaillisten, Gastronomen und Hauseigentümern bündeln, so die Idee eines City-Managers. Bei der Umsetzung harzt es aber.
Sandro Büchler
Der City-Manager soll sich für ein attraktives Zentrum stark machen. (Bild: Thomas Hary, 27. August 2018)

Der City-Manager soll sich für ein attraktives Zentrum stark machen. (Bild: Thomas Hary, 27. August 2018)

«Marschhalt beim City-Manager», verkündete Ralph Bleuer von Pro City am Montag. An der Mitgliederversammlung der Vereinigung der Geschäfte in der St. Galler Innenstadt erklärte deren Präsident, dass zahlreiche offene Fragen aufgetaucht seien und man deshalb einen Schritt zurück machen müsse.

Hohe Erwartungen an künftigen City-Manager

Was ist passiert? Seit knapp drei Jahren setzen sich Pro City, die städtische Standortförderung sowie die Wirtschaftsverbände regelmässig an einen Tisch. Ihr gemeinsames Ziel: dem Ladensterben in den Gassen von St. Gallen Einhalt zu gebieten. Resultat dieser Gespräche ist die Initiative «Zukunft St.Galler Innenstadt».

Eine Massnahme aus dem Zehn-Punkte-Plan ist das Engagieren eines City-Managers. Er soll Anlaufstelle für die Gewerbetreibenden sein, Bedürfnisse koordinieren und die Anliegen der Innenstadt nach aussen verkaufen. So soll der «Kümmerer», wie ihn Bleuer vor einem halben Jahr bezeichnete, das Zentrum beleben. Ein happiges Anforderungsprofil für den künftigen City-Manager, wie Bleuer zugibt:

«Schon jetzt sind die Erwartungen unglaublich hoch.»

Ohne dass das Jobprofil beschrieben sei, würde sich bereits ein grosses Spektrum an Wünschen und Ansprüchen von Behörden, Gewerben und Tourismusorganisationen auf die Position vereinen. Bleuer sagt: «Um die Befindlichkeiten aller Akteure unter einen Hut zu bringen, muss der City-Manager einen grossen Spagat vollführen.»

Finanzierungsfrage ungelöst

Die Verzögerung sieht er nicht allzu dramatisch. Vieles habe man nicht voraussehen können. «Wie komplex die Aufgabe ist, wurde erst im laufenden Prozess erkannt», sagt der Pro-City-Präsident. City-Manager sei ein Schlagwort, unter dem sich jeder relativ schnell etwas vorstellen könne. «Doch die Vorstellungen und die tatsächliche Funktion unterscheiden sich stark voneinander.»

Viele würden sich vom neuen Posten nicht weniger als eine eierlegende Wollmilchsau erhoffen, sagte Bleuer an der Mitgliederversammlung.

«Doch der City-Manager ist kein Superman für sämtliche Anliegen der Innenstadt. Zwar nehme St.Gallen mit der Massnahme eine Pionierrolle in der Schweiz ein. Doch es gelte, ein für die Stadt passendes Konzept zum Fliegen zu bringen».

Grösste Knacknuss ist die Finanzierung des künftigen Innenstadt-Managers. Dies habe in den Diskussionsrunden Fragen ausgelöst, sagt der Pro-City-Präsident. Offen sei, wie viel die neue Funktion kosten darf und wer dafür aufkommt. Bleuer denkt an eine Mischform bei den Kosten. «Eine einseitige Finanzierung durch die Stadt ist kein Thema.»

Auch die Wirtschaft und die Geschäfte müssen sich beteiligen und stehen bei der Finanzierungsfrage in der Pflicht. Noch sei man sich in diesem zentralen Punkt nicht einig.

Erste Ergebnisse im Mai erwartet

Für Bleuer ist auch klar, dass der geplante City-Manager günstiger werden muss: «Unsere Flughöhe war zu optimistisch und umfangreich.» Er sei froh, dass die Fragen jetzt auf den Tisch kommen, sagt Bleuer. Die Anliegen seien konstruktiv und legitim. «Wir müssen nicht ganz auf Feld eins zurück, aber wir müssen über die Bücher», erklärt Bleuer.

Neben der Finanzierung ist die Verortung des City-Managers die zweite Knacknuss, sagt Samuel Zuberbühler von der städtischen Standortförderung. «Also die Frage, wo der Job angesiedelt ist.» Wird der City-Manager bei der Stadt angestellt, bei einem Verein oder wird eine eigene Organisation geschaffen?

«Diese Frage müssen wir nochmals zusammen aufnehmen und eine Lösung finden.»

Über den aktuellen Stand wollen Bleuer und Zuberbühler am nächsten Forum von Pro City am 14. Mai informieren. «Das wird aber wohl noch nicht die endgültige Lösung sein», sagt Bleuer.

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