«Im März kann ich die Löhne noch bezahlen, danach wird es schwierig» - manche Hoteliers am See kämpfen ums Überleben

Wenige Übernachtungen, Restaurants mussten schliessen - die Corona-Epidemie hat Auswirkungen auf die Hotelbetriebe in der Region Rorschach.

Martin Rechsteiner
Hören
Drucken
Teilen
Betrieb auf Sparflamme: Wer in der Region Rorschach derzeit Hotels aufsucht, stösst auf angepasste Öffnungszeiten, wie hier beim Schloss Wartegg in Rorschacherberg.

Betrieb auf Sparflamme: Wer in der Region Rorschach derzeit Hotels aufsucht, stösst auf angepasste Öffnungszeiten, wie hier beim Schloss Wartegg in Rorschacherberg.

Bild: Martin Rechsteiner

«Der Januar und Februar waren gute Monate. Im März kann ich die Löhne deshalb noch bezahlen, danach wird es schwierig», sagt Richard Butz. Er ist der Hotelleiter des «Wartegg», Rorschacherberg. Das Schlosshotel leidet, wie viele andere Gastrobetriebe landesweit, unter den Folgen der Corona-Krise. Restaurants bleiben geschlossen, die Menschen zu Hause und die Hotels leer.

Überleben im Ruhemodus

«Wir haben den Betrieb heruntergefahren und probieren die kommenden Wochen so zu überstehen», sagt Butz. Für seine Angestellten hat er beim Kanton Kurzarbeit angemeldet. Das Hotel sei sozusagen geschlossen – ein Bett und kalte Küche seien bereit, falls doch noch ein Gast auftauche, sagt Butz. «Abhängig von der jetzigen Nachfrage und, natürlich, von der allgemeinen Lage und den Vorgaben der Behörden wollen wir das Hotel am 1. April wieder aufmachen.»

Richard Butz, Leiter Hotel Schloss  Wartegg, Rorschacherberg

Richard Butz, Leiter Hotel Schloss  Wartegg, Rorschacherberg

PD

Die aktuelle Situation bezeichnet Butz als extrem und existenzbedrohend. «In diesen Tagen wird es schwierig mit der Liquidität.» Er hofft, dass es von den Behörden bald Hilfe gibt.

«Es gibt auch eine Zeit nach dem Corona»

Das Restaurant des Best Western Hotels Rebstock in Rorschacherberg ist für Externe ebenfalls geschlossen, für Hotelgäste gibt es aber noch Frühstück und ein einfaches Abendmenü. Für Übernachtungen ist das Hotel derzeit normal geöffnet. «Es muss offene Gaststätten haben in der Region», sagt Inhaber Mark Schläpfer. Spitalpersonal oder Leute, die Infrastrukturarbeiten verrichten, seien auch in dieser Zeit auf Hotelbetten angewiesen. «Derzeit beherbergen wir, unter sehr reduziertem Betrieb, etwa ein Dutzend Gäste», sagt Schläpfer.

Mark Schläpfer, Inhaber Hotel Rebstock, Rorschacherberg

Mark Schläpfer, Inhaber Hotel Rebstock, Rorschacherberg

Ramona Riedener

Klar sei die Situation für alle existenzbedrohend. «Wir haben, wie alle anderen auch, Kurzarbeit angemeldet.» Für Familienbetriebe wie den «Rebstock» sei die Lage zusätzlich schwierig, weil im Fall eines Konkurs auch noch das Elternhaus auf dem Spiel steht. Schläpfer will aber das beste aus der Situation machen:

«Es gibt auch eine Zeit nach Corona. Und darauf arbeiten wir jetzt hin.»

Auch im Rorschacherberger Schloss Wartensee arbeitet man für die Zeit nach dem Virus: «Wir nutzen die Zeit für andere Arbeiten, damit wir bereit sind für unsere Gäste», sagt Pächter Kaspar Lenz. Sein Betrieb läuft derzeit auf Sparflamme – die Hotellerie ist offen, das Restaurant geschlossen, Frühstück für die Hotelgäste gibt es noch, Kurzarbeit ist angemeldet.

Hotels hoffen auf Hilfe

«Es sind extrem schwierige Zeiten für unser Gewerbe», sagt Lenz, der auch im Vorstand von Gastro-Bodensee-Rheintal tätig ist. «Gastrobetriebe haben in normalen Zeiten eine durchschnittliche Gewinnmarge von einem bis zwei Prozent.» Viele hätten somit keine grossen Reserven, von denen sie zehren können. «Es ist jetzt wichtig, dass die versprochene Hilfe vom Staat schnell und unkompliziert kommt. Hotels und Restaurants sind Handwerkerbetriebe mit ein paar Mitarbeitenden, da ist sofortige und unbürokratische Hilfe wichtig.»

Bund spricht Gelder

Stephan Haindl, Geschäftsleiter des «Weissen Rössli» in Staad, will sich gegenüber dieser Zeitung nicht äussern. Auf der Website des Unternehmens steht: «Hotel bleibt für unsere Gäste geöffnet. Das Restaurant ist bis auf weiteres geschlossen.» Und auch die Direktion des Hotels Bad Horn war eine Anfrage nicht zu erreichen. Auf der Website steht: «Aufgrund der gegenwärtigen Lage bleiben das Hotel, der Smaragd Spa sowie die Restaurants bis am 19. April geschlossen.»

An seiner Sitzung am Freitag hat der Bundesrat weitere 32 Milliarden Franken an Hilfegeldern für die Wirtschaft beschlossen. Davon dürften auch Gastrobetriebe profitieren.