Kursschifffahrt
Zu wenig Wasser unterm Kiel der MS Rhynegg: Die Strecke Rorschach – Rheineck ist noch nicht befahrbar

Der Wasserstand des Bodensees und damit auch des Alten Rheins ist um 20 Zentimeter zu niedrig, um den Fluss mit der MS Rhynegg befahren zu können. Dadurch verschiebt sich der Saisonstart für die Fahrten von Rorschach über Altenrhein nach Rheineck vermutlich auf Mitte Mai.

Rudolf Hirtl
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Die MS Rynegg vor dem Städtchen Rheineck, Mitte Mai soll der Kursbetrieb dorthin starten.

Die MS Rynegg vor dem Städtchen Rheineck, Mitte Mai soll der Kursbetrieb dorthin starten.

Bild: Christof Sonderegger (Juli 2017)

Es regnet, oder vielmehr tröpfelt seit gestern auch im Einzugsgebiet der Bodenseezubringerflüsse. Auf den Pegel des Bodensees hat dies freilich noch keinen spürbaren Einfluss. Beim Kornhaus zeigt die Messanlage nach wie vor 395.26 m ü. M. Das ist deutlich zu wenig, um die Kursschifffahrt durch die idyllische Flusslandschaft des Alten Rheins wie geplant am 1.Mai starten zu können. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG (SBS) hofft, die Linie ab Mitte Mai in Betrieb nehmen zu können.

Ab 395.50 m ü.M. sind Fahrten möglich

Dafür wäre ein Pegel von mindestens 395.50 m ü.M. notwendig, wobei der Wasserstand dabei mit Vorteil eine steigende Tendenz aufweisen sollte, wie ein erfahrener Bootsführer der SBS sagt. Bei diesem Pegelstand hätte die MS Rhynegg, welche die Strecke Rorschach–Staad–Altenrhein–Rheineck bei «normalen» Fahrplan dreimal täglich fährt, einen halben bis einen Meter Wasser unterm Kiel.

Untiefen im Fluss werden ausgebaggert

Die Kursschifffahrt zwischen Rorschach und Rheineck kann in der Regel zwischen Anfang und Mitte Mai aufgenommnen werden. Ehe die «Rhynegg», die Platz für 300 Personen bietet und von knapp 300 Pferdestärken angetrieben wird, das erste Mal in der Saison den natürlichen Kanal des Alten Rheins befährt, findet eine Testfahrt statt. Während des Winters können sich nämlich Untiefen gebildet haben oder Baumstämme am Grund festsitzen. Diese Woche werden beispielsweise dort, wo Bäche in den Alten Rhein fliessen, deren Mündungsbereiche ausgebaggert, damit die Fahrrinne tief genug ist. Am spätestens in See gestochen sind die «Rheinschiffe» übrigens im Jahr 2003. Damals war der Pegel erst Mitte Juli hoch genug.

Neu: Rundfahrt Romanshorn – Rorschach

Da die Lage in Deutschland den touristischen Grenzverkehr weiterhin nicht zulässt, wird laut SBS eine Linie nach Kreuzlingen mit einer anschliessenden Rundfahrt ins Programm aufgenommen. Die Rundfahrt Romanshorn – Rorschach wird zudem ab dem 13. Mai täglich angeboten. Diese Alternativen werden so lange aufrechterhalten, bis der Ausflugsverkehr nach Deutschland wieder gestattet ist.

An der Schifflände in Rheineck warten Touristen auf die Ankunft der MS Rhynegg.

An der Schifflände in Rheineck warten Touristen auf die Ankunft der MS Rhynegg.

Bild: Christof Sonderegger (Mai 2014)

SBS-Geschäftsführerin Andrea Ruf will sich laut Mitteilung auch in dieser Saison nicht unterkriegen lassen. Aus diesem Grund werden die Schifffahrten Richtung Kreuzlingen neu ins Programm aufgenommen. «Mit diesem Fahrplan geben wir unseren Gästen täglich die Möglichkeit, den See entlang des Schweizer Ufers zu geniessen.»

Über 110'000 Passagiere im Hafenterminal Rorschach

Von Normalität könne aber noch keine Rede sein, alle Charterschiffe seien bis auf weiteres abgesagt. Die Durchführung von 50 reservierten Charterfahrten sei daher fraglich und abhängig von weiteren Lockerungsschritten. Bei allen Schwierigkeiten gebe es aber auch positive Nachrichten. Etwa, dass die Tourist-Info in Rorschach überraschend am 1.Mai wieder öffne. Auch Schifffahrtstickets der SBS können in der Tourismus-Information gekauft werden. «Das ist für die Schifffahrt sehr wichtig», sagt SBS-Verkaufsleiter Markus Wilda, «da Rorschach mit durchschnittlich über 110'000Passagierbewegungen ein systemrelevanter Mosaikstein im Schifffahrtsnetz ist».