Kulturfrühling bringt absurde Alltagsmomente aus aller Welt an die Rorschacher Seepromenade

Die Kunstaktion «Billboards am See» vom Verein Kulturfrühling geht in die zweite Runde: Ab April zeigt der Fotograf Jiri Makovec seine Bilder.

Sina Walser
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Die «Billboards am See» zeigten diesen Sommer fünf Etappen einer Wasserexplosion von Roman Signer.

Die «Billboards am See» zeigten diesen Sommer fünf Etappen einer Wasserexplosion von Roman Signer.

Bild: Hanspeter Schiess

Von April bis Oktober zierten fünf Billboards die Rorschacher Seepromenade neben dem Kornhaus. Darauf abgebildet waren fünf Etappen einer Explosion, die um eine Person in einem Kinderbett geschah. Der Verein Kulturfrühling hat die Aktion «Billboards am See» diesen Sommer mit den Videostills von Roman Signer zum ersten Mal durchgeführt. Die Rückmeldungen zur Ausstellung seien «nur positiv» ausgefallen, sagt Elisabeth Krucker, Präsidentin des Vereins.

 «Ich hatte dabei ein gutes Gefühl und auch die Leute empfinden die Billboards als eine gute Sache», sagt sie. Diese öffentlich zugängliche Kunstaktion ist das Nachfolgeprojekt für die vom Verein organisierten Kunstausstellungen im Kornhaus. Diese fanden 2018 zum letzten Mal statt.

Alltagsdetails aus aller Welt

Nächstes Jahr gehen die «Billboards am See» in die zweite Runde. Ab dem 18. April werden auserwählte Fotos von Jiri Makovec gezeigt. Der gebürtige Tscheche ist ein Analogfotograf, der seinen Wohnsitz seit 2009 in St.Gallen hat. Auf dem ganzen Globus ist er unterwegs, um nach absurden Alltagsmomenten zu suchen und diese festzuhalten. Elisabeth Krucker sagt:

«Er fotografiert unscheinbare Details und kreiert Fotos, die einen stutzig machen.»

Jiri Makovec habe letztes Jahr seinen Durchbruch zur internationalen Bekanntheit geschafft, sagt die 77-Jährige. Vergangenen Mittwoch hat er unter anderem im Palace St.Gallen sein erstes Buch herausgebracht. Darin zeigt er in 1525 Bildern absurde Details seiner Reisen durch die Welt, die 2002 in New York begonnen haben. «Dieses Buch dient mir als Grundlage für die Auswahl der Billboards», sagt Krucker.

Durch die Ausstellungen im Kornhaus hätten sie und ihr Mann nun einen grossen Bekanntenkreis an Künstlern. Dadurch lernten sie vor einigen Jahren auch Makovec kennen. «Da er sich von der Kunst aber auch vom Alter her von Roman Signer unterscheidet, bieten wir den Betrachtern nächstes Jahr ein anderes kulturelles Erlebnis an der Seepromenade.» Der Verein verfolge nach wie vor das Ziel, mehr Kunst und Kultur nach Rorschach zu bringen.

Kuratorenpaar Krucker verlässt das Kornhaus

Rorschach wird um eine Kulturinstitution ärmer: Im Sommer findet die letzte Ausstellung des Vereins Kulturfrühling im Kornhaus statt. Thomas und Elisabeth Krucker hatten seit 2010 eine Lücke im regionalen Kunstraumangebot gefüllt.
Kristin Schmidt