Kultur in Engelburg startet verspätet in die Saison: Musikscharlatan, Barkeeper mit Herzschmerz und höherer Blödsinn

Eine lange Durststrecke für Kultur in Engelburg endet: Prominente Kleinkünstler wie Uta Köbernick und Manuel Stahlberger machen am 24. Oktober den Saisonauftakt mit «Liederlich». Das Publikum erwartet ein bunt durchmischtes Programm von Kabarett und Figurentheater bis hin zu literarischer Unterhaltung.

Aybüke Köseoglu
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Markus Schönholzer, Uta Köbernick, Manuel Stahlberger und Liederlich-Gründer Reto Zeller treten bei Kultur in Engelburg auf.

Markus Schönholzer, Uta Köbernick, Manuel Stahlberger und Liederlich-Gründer Reto Zeller treten bei Kultur in Engelburg auf.

Bild: PD

Der Saisonauftakt von Kultur in Engelburg hätte eigentlich schon Anfang September stattfinden sollen - fiel dann jedoch kurzfristig ins Wasser: Die irischen Sänger Kieran Gross und Annie Kinsella mussten krankheitshalber absagen. Los geht es in der Alten Turnhalle darum nun am Samstag, 24. Oktober – dafür gleich mit vier Künstlerinnen und Künstlern unter dem Titel «Liederlich».

Manuel Stahlberger, Uta Köbernick, Markus Schönholzer und Reto Zeller schmunzeln zu Satiren und abstrusen Geschichten. Ein Abend, eine Bühne und vier Künstler, die sich gegenseitig «das Wort geben und die Instrumente aus der Hand nehmen», wie die Veranstalter schreiben.

Von seiner Familie ermordet und verscharrt

Am Sonntag, 25. Oktober, tragen Schauspieler Gian Rupf und Volker Ranisch John Knittels berühmten Roman «Via Mala» auf. Dieser handelt von einem Sägemüller, der von seiner Familie ermordet und verscharrt wird. Mit ihrer eigenen Lesart hinterfragen die beiden Spürnasen die vorgefunden Verhältnisse und gesellschaftliche Strukturen des mehrfach verfilmten Romanes.

Weiter geht es in der darauf folgenden Woche mit «Textur, Sehnsuchtsgroove und Texte»: Die Berner Musik-Kabarettisten Schertenlaib und Jegerlehner erzählen am Freitag, 30. Oktober, schräge Kurzgeschichten. Ein zeitgenössischer Heimat-Groove unterstreiche ihre Arbeit zwischen Fantasie, höherem Blödsinn und der Tiefe des Raums, heisst es in der Ankündigung.

Olli Hauenstein ist nicht einfach nur ein Clown mit Piano. Mit Poesie und Humor bringt der Akrobat, Kabarettist und «Musikscharlatan» am Freitag, 27. November, eine andere Art von Unterhaltung auf die Bühne. Neben dem Konzertflügel ist sein ausdrucksstärkstes Instrument der eigene Körper, wie die Veranstalter schreiben.

Frisch getrennter Barkeeper mit Herzschmerz

Am 28. November schlüpft Alexandre Pelichet in die Rolle von Max, frisch getrennter Barkeeper nach 25 Jahren Ehe. Sein Fazit zum plötzlichen Wechsel seines Lebens: Das Leben ist gut. In seiner Bar fühlt er sich wohl. Er rennt den Geschichten aus der weiten Welt nicht nach, denn sie kommen zu ihm an den Tresen.

Alexandre Pelichet als Max.

Alexandre Pelichet als Max.

PD / Urner Zeitung

Am Sonntag, 29. November, spielt das Figurentheater Edthofer Engel für die Kleinen und Grossen. Waldbewohner Igel Isidor vermisst seinen kostbaren Goldstift. Auf der Suche trifft Isidor die listige Elster Eleonora und das schlaue Fuchsmädchen Fuxa. Gerade als die Suche endlos erscheint, trifft Isidor auf ein durch den Wald streifendes Kerlchen mit grünem Haar.

Ein Abend für Hartmann

Im Stück «Chemifeger Bodemaa» ehrt Philipp Langenegger den von der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichneten Schriftsteller Jakob Hartmann. Langenegger zeigt am Samstag, 12. Dezember, den bisher unveröffentlichten Nachlass Hartmanns. Die Streichmusik «Rond om de Säntis» unterstützt dabei das Schauspiel.

Schauspielerin Bea von Malchus reist am Samstag, 9. Januar, zurück ins Jahr 1599. Elisabeth I. leidet an Zahnschmerzen, William Shakespeare stellt ihr sein neuestes Stück vor, das von ihrem Vater Heinrich VIII handelt. Die Veranstalter versprechen ein «komödiantisches Solo nach englischer Art».

Konzertbeginn ist jeweils um 20.15 Uhr. Türöffnung für alle Anlässe ist 45 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Man muss sich vorher online anmelden und eine Maske tragen. www.kulturinengelburg.ch.