Kritische Fragen zum Ostschweizer Rechenzentrum

Vier Millionen Franken haben die St.Galler Stadtwerke ins neue Rechenzentrum Ostschweiz investiert. Seit rund zehn Monaten ist es in Betrieb. Ein SVP-Stadtparlamentarier will nun vom Stadtrat wissen, ob sich diese Investition auszahlt.

Christina Weder
Drucken
Teilen
Das Rechenzentrum Ostschweiz in Gais bei der offiziellen Eröffnung Ende Mai 2018. (Bild: PD)

Das Rechenzentrum Ostschweiz in Gais bei der offiziellen Eröffnung Ende Mai 2018. (Bild: PD)

In Gais ist ein neues regionales Rechenzentrum entstanden. Die St.Galler Stadtwerke haben sich mit vier Millionen Franken daran beteiligt. Das Stadtparlament hatte die Beteiligung im August 2017 gutgeheissen. Nun hat SVP-Stadtparlamentarier Christian Neff eine Einfache Anfrage zu dieser Investition eingereicht. Er will vom Stadtrat wissen: «Wie steht es um die Vier-Millionen-Investition in das Datencenter Gais?»

Das Rechenzentrum Ostschweiz ist seit bald zehn Monaten in Betrieb. Neff findet, es sei Zeit für eine erste Bilanz. Denn die Steuerzahler hätten ein «durchaus riskantes Projekt» mitfinanziert.

«Wann kann die Stadt das erste Mal profitieren?»

Der SVPler erinnert an die kritischen Voten, die es bei der Diskussion im Stadtparlament gegeben hatte. So sei damals die Frage gestellt worden, warum die Stadt in ein Rechenzentrum im Ausserrhodischen investiere, obschon es in St.Gallen bereits unterbesetzte Rechenzentren gebe. Das Argument, das Angebot würde für potenzielle Nutzer attraktiver, indem die Stadt als Mitinvestorin auftritt, überzeugt ihn nicht. «Ein öffentliches Organ als Mitinvestor bedeutet nicht, dass eine Dienstleistung besser erbracht wird», schreibt Neff weiter. Er will deshalb vom Stadtrat wissen, wie es im Rechenzentrum läuft und wann die Stadt zum ersten Mal von der Investition profitieren könne.

So stellt er Fragen zur Auslastung, zu den grössten Kunden und zu den Einnahmen. Schliesslich will er wissen, ob der Stadtrat die Investition wieder tätigen würde. Und ob er nicht die Meinung teile, dass es in der Stadt wichtigere Projekte für die Bürgerinnen und Bürger gebe als «ein Investment in ein Rechenzentrum auf ausserrhodischem Boden». Neff zählt Beispiele auf wie Schulhausrenovationen, Fördergelder für junge Künstler, Unterstützung für wirtschaftlich Schwache, die Lösung von Verkehrsproblemen oder die Senkung des Steuerfusses.

Die Gesamtinvestitionen ins neue Rechenzentrum beliefen sich auf 20 Millionen Franken. Die Stadtwerke beteiligten sich folglich zu einem Fünftel. Den Rest der Kosten trug die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK).