Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kritische Fragen zum «Eiszauber» auf der Kreuzbleiche in St.Gallen

Ein SP-Stadtparlamentarier kritisiert in einem Vorstoss den «Eiszauber» auf der St.Galler Kreuzbleiche als «ökologischen Unsinn» und «massiven Eingriff in den öffentlichen Raum». Auf der Grünfläche laufen derzeit die Aufbauarbeiten für Eisfeld und Eiswege. Eröffnung ist am 29. November.
Auf der Kreuzbleiche sind derzeit die Aufbauarbeiten für den ersten St.Galler «Eiszauber» im Gang. (Bild: Reto Voneschen)

Auf der Kreuzbleiche sind derzeit die Aufbauarbeiten für den ersten St.Galler «Eiszauber» im Gang. (Bild: Reto Voneschen)

(dag/vre) Auf der Kreuzbleiche sind derzeit die Aufbauarbeiten für den «Eiszauber» im Gang. Dort soll gemäss den Organisatoren «eine idyllische Winterlandschaft» unter anderem mit Eisfeld, einem Eisweg mit Downhill-Piste, Glühwein- und Fondue-Chalet sowie Einzelanlässen entstehen. Die Veranstalter wollen damit an einen Trend anknüpfen, der in anderen Schweizer Städten schon lange angekommen ist.

Eisiges Vergnügen über die Festtage

Fürs Publikum eröffnet wird der «Eiszauber» am 29. November. Er ist dann bis 27. Januar durchgehend, also auch über die Festtage an Weihnachten und Neujahr in Betrieb. Angeboten wird unter anderem Eisstockschiessen für alle, es gibt verbilligte Eintritte für ganze Familien oder auch einen Tag Eislaufen für ganze Schulklassen. Angeboten werden auch Leihschlittschuhe.

So soll sich der erster «Eiszauber» in St.Gallen vom 29. November bis 27. Januar 2019 präsentieren. (Bild: PD)

So soll sich der erster «Eiszauber» in St.Gallen vom 29. November bis 27. Januar 2019 präsentieren. (Bild: PD)

Organisiert wird der «Eiszauber» vom Event-Team des lokalen Radiosenders FM1, der wie das «St.Galler Tagblatt» zur CH-Media-Gruppe gehört. Vom eisigen Anlass nicht tangiert ist die Langlaufloipe auf der Kreuzbleiche. Ihre Strecke führt dem Eisparcours entlang. «Wenn es viel Schnee hat, fahren Schlittschuh- und Langläufer also nebeneinander», sagt Marcel Thoma vom städtischen Sportamts.

Kritische Fragen von links

Der erste «Eiszauber» auf der Kreuzbleiche bekommt jetzt auch noch eine politische Dimension. Anfang Woche hat Peter Olibet, Stadtparlamentarier und Stadtparteipräsident der SP, eine Einfache Anfrage zum «Eiszauber» eingereicht. Dieser kommerzielle Anlass sei «ein massiver Eingriff in den öffentlichen Raum», schreibt er.

Während der Aufbau-, Abbau- und Betriebszeit – während insgesamt drei Monaten – sei die öffentliche Quer- und Längsverbindung für Fussgänger und Velofahrer über die Kreuzbleiche nicht benutzbar. Die Lärm- und Lichtemissionen beeinträchtigten zudem die Anwohner sowie «die gesamte Kreuzbleiche», die gerade bei Schnee als «zauberhafte Winterlandschaft» und als Erholungsraum geschätzt werde.

Nicht mit Energiekonzept vereinbar?

Für Olibet ist der Anlass zudem «ein ökologischer Unsinn» und nicht mit dem städtischen Energiekonzept vereinbar. Zur Kühlung der Eisfläche werde «extrem viel Energie verbraucht». Das Material für den Aufbau der Eisfläche und des Gastrobetriebs sei unter anderem aus der Slowakei und aus Holland mit «riesigen Sattelschleppern» angeliefert worden.

Dazu komme, dass der «Eiszauber» das städtische Angebot in der Eissportanlage Lerchenfeld konkurrenziere. Mit «vermeintlich attraktiven Angeboten» für Familien und städtische Schulen locke der Veranstalter Besucher von der städtischen Eishalle weg. Die Schulverwaltung unterstütze dieses Konkurrenzangebot auch noch und leihe dem «Eiszauber» Schlittschuhe aus.

Welche Unterstützung leistet die Stadt?

Aus all diesen Gründen stellt Peter Olibet dem Stadtrat einen ganzen Katalog von Fragen. Er möchte wissen, aus welchen Gründen dieser Anlass bewilligt wurde und welche Bewilligungen dafür notwendig waren. Weiter fragt er, welche Auflagen die Stadt den Betreibern des «Eiszaubers» gemacht habe.

Aufbauarbeiten für den «Eiszauber» auf der Kreuzbleiche. (Bild: Reto Voneschen)

Aufbauarbeiten für den «Eiszauber» auf der Kreuzbleiche. (Bild: Reto Voneschen)

Der SP-Politiker erkundigt sich auch nach der Unterstützung, welche Stadt und Stadtwerke in finanzieller, organisatorischer und materieller Hinsicht leisteten und wie diese Unterstützung den Betreibern verrechnet wird. Er fragt, weshalb ein privates Angebot die Gehwege auf der Kreuzbleiche während dreier Monate sperren dürfe und welche Kosten die Betreiber für den übermässigen Gebrauch des öffentlichen Grunds übernehmen müssten.

Wiederholung im Winter 2019/20?

Peter Olibet will wissen, wie dieser Anlass mit dem Energiekonzept vereinbar ist. Er erkundigt sich, welche Rolle die Dienststelle Sport dabei spiele, weshalb ein Angebot unterstützt werde, das die eigenen Angebote konkurrenziere, und ob der ermässigte Preis für städtische Schulen subventioniert werde. Schliesslich will Olibet auch noch wissen, ob der «Eiszauber» im Winter 2019/20 wieder bewilligt werde.

Informationen zum «Eiszauber St.Gallen»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.