Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kritische Fragen zu Kündigungen von St.Galler Lehrern

Wie ist es um das Arbeitsklima an St.Galler Schulen bestellt, und warum wird gekündigt? Zwei Parlamentarier wollen es genau wissen.
Melissa Müller
Die Direktion Bildung und Freizeit hat den Ruf, unzimperlich mit Angestellten umzugehen. (Bild: Fotolia)

Die Direktion Bildung und Freizeit hat den Ruf, unzimperlich mit Angestellten umzugehen. (Bild: Fotolia)

St. Galler Stadtparlamentarier machen sich Sorgen um das Arbeitsklima und die Fluktuationen an Schulen der Stadt. Aufgrund von «Tagblatt»-Artikeln über Missstände haben zwei Fraktionspräsidenten nun einen parlamentarischen Vorstoss eingereicht.

In den Zeitungsartikeln ging es um die umstrittene Direktion Bildung und Freizeit der Stadt St.Gallen. Sie habe beim Kantonalen Lehrerinnen- und Lehrerverband den Ruf, unzimperlich mit ihren Angestellten umzugehen. Zwei langjährige Lehrer wurden fristlos entlassen. Zu Unrecht, wie das Verwaltungsgericht im Frühjahr entschieden hat.

In einem Zeitungsporträt über Marlis Angehrn, die Leiterin der Dienststelle Schule und Musik, behaupteten Lehrpersonen, die Chefin lasse keine andere Meinung gelten. Wer sich kritisch äussere, werde zitiert und in den Senkel gestellt. Die Lehrer, die das behaupten, wollen jedoch nicht mit Namen hinstehen. Sie befürchten Repression.

Nun wollen Patrik Angehrn, Präsident CVP/EVP-Fraktion, und Thomas Brunner, Präsident der GLP-Fraktion, detailliert wissen, wie die Fluktuationsraten in den städtischen Schulen aussehen – aufgegliedert nach Quartieren und Alter der Lehrpersonen, welche die Schule verlassen haben.

Den Lehrerinnen ­Wertschätzung entgegen bringen

«In Zeiten absehbaren Lehrermangels ist es besonders wichtig, dass den praktizierenden Lehrpersonen Sorge getragen wird und dass diese Wertschätzung spüren – insbesondere von ihren Vorgesetzten», halten Patrik Angehrn und Thomas Brunner in ihrem Vorstoss fest. Darum wollen sie erfahren, auf welche Art die Dienststelle Schule und Musik die Entwicklung der Mitarbeiterzufriedenheit erhebt, und ob der Handlungsbedarf erkannt sei. «Und wie wird er adressiert?»

Auch fähige Lehrpersonen würden bisweilen an ihre Grenzen stossen. «Welchen Stellenwert haben eine lösungsorientierte Fehlerkultur, supportives Führungsverhalten wie Kommunikation auf Augenhöhe und der Einbezug von Betroffenen bei wesentlichen Entscheiden?» Im Fachjargon fragen Parlamentarier denn auch weiter: «Können sich die Verantwortlichen im senisitiven Unterrichtsbereich die Einführung teamstärkender Qualitätssicherungs-Prozesse vorstellen wie zum Beispiel eine 360-Grad-Beurteilung?» Die 360-Grad-Beurteilung ist eine systematische Rundum-Beurteilung von Führungskräften – eine Methode zur Einschätzung der Kompetenzen und Leistungen von Chefpersonen aus verschiedenen Perspektiven, etwa dem Blickwinkel der Mitarbeiter, Vorgesetzten und Kollegen.

Vergleich mit anderen Städten erwünscht

Auch wird gefragt, ob die Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Stelle in St. Gallen gekündigt haben, ihrem Beruf danach treu bleiben und ob sie ihn weiterhin in der Stadt oder ausserhalb ausüben würden.

Auch den Gründen für die jeweiligen Kündigungen wollen die beiden Fraktionspräsidenten in ihrem Vorstoss auf den Zahn fühlen. War es ein freier Entscheid der Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmers, handelte es sich um eine durch den Arbeitgeber nahegelegte Kündigung oder eine Kündigung durch den Arbeit­geber selbst? Zudem bitten die Parlamentarier den Stadtrat bei allen Fragen um eine Gegenüberstellung mit vergleichbaren Städten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.