Kriminalstatistik zeigt: Die Region am See ist bei Einbrechern beliebt - in Abtwil dagegen blieben Befürchtungen unbegründet

Einbrüche in Einfamilienhäuser, Badis oder Geschäfte häuften sich vergangenes Jahr in der Region Rorschach. Etwas beruhigter können die Einwohner in Abtwil sein.

Jolanda Riedener/Johannes Wey
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Sie waren im vergangenen Jahr zahlreich: Meldungen über Einbrüche in Rorschach oder Rorschacherberg. Die aktuelle Kriminalstatistik des Kantons St.Gallen verdeutlicht dieses Bild. Im Bericht zu den ausgewerteten Zahlen heisst es, die Region Bodensee-Rheintal sei im Vergleich zu anderen Regionen besonders von Einbruchdiebstählen betroffen.

Von 285 Delikten im Jahr 2018 stiegen die Einbrüche im vergangenen Jahr auf 394. Dabei ist auffällig: In anderen Regionen des Kantons blieb die Anzahl Einbruchdiebstähle ungefähr gleich oder nahm sogar ab. Auch bei den Einschleichdiebstählen erfolgte eine Zunahme in den Regionen Bodensee-Rheintal. Eine Erklärung für die Zunahme an Einbrüchen könnte die Nähe zur Grenze sein.

Hoher Schaden bei Badi-Einbrüchen

Während in Rorschach auch in Restaurants, Kleidergeschäfte oder einen Kindergarten eingebrochen wurde, waren in Rorschacherberg vor allem Einfamilienhäuser oder Wohnungen betroffen. Eine Ausnahme stellte am Berg ein Einbruch in einen Imbisswagen auf der Autobahnraststelle dar.

Besonders in Erinnerung geblieben ist hingegen eine regelrechte Einbruchswelle auf Freibäder. Sowohl im Strandbad Rorschach, in der Badi Goldach und in Horn kam es vergangenes Jahr zu Einbrüchen. In Goldach ist dabei ein Sachschaden von über 6000 Franken entstanden.

Im Dezember haben sich Einbrecher am Clublokal des Rorschacher Bocciaclubs Feldmühle-Primavera zu schaffen gemacht: Sie erbeuteten einige hundert Franken und hinterliessen einen Sachschaden von rund 2000 Franken.

Mehr Straftaten in Rorschach

In der Stadt Rorschach haben Straftaten generell zugenommen: Hier waren es vergangenes Jahr 689 Delikte im Vergleich zu 595 Delikten im Vorjahr. Grund für die starke Zunahme waren gemäss Statistik aber auch hier die Einbruch- und Einschleichdiebstähle.

Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Straftaten in der Gemeinde Thal: von 172 auf 265. Grund dafür war ein grösseres Ermittlungsverfahren wegen mehrerer Sachbeschädigungen sowie ebenfalls eine Zunahme von Einschleich- und Einbruchdiebstählen, heisst es in der Mitteilung der Kantonspolizei.

Weniger Straftaten gegen Betäubungsmittelgesetz

Generell zugenommen haben auch die Vergehen gegen das Strafgesetzbuch in der Region Bodensee-Rheintal. Und zwar um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in der Stadt Rorschach sogar um 16 Prozent. Darunter fallen auch die Einbrüche.

Abgenommen haben allerdings Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz: In der Region Bodensee-Rheintal waren es zwei Prozent weniger. In Rorschacherberg verringerten sich diese gar um 75 Prozent und in Rorschach um 52 Prozent. Ebenfalls leicht zurückgegangen sind Straftaten gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz – davon gab es in der Region sieben Prozent weniger.

Schliessung des Polizeiposten Abtwil bring nicht mehr Straftaten

Die Sorge war gross, als das Sicherheits- und Justizdepartement 2018 den Entschluss fasste, den Polizeiposten in Abtwil auf Ende Jahr zu schliessen. Neben einer Entfremdung zwischen Bevölkerung und Polizei wurde auch weniger Präsenz in Abtwil und Engelburg befürchtet.

Der Polizeiposten in Abtwil wurde geschlossen.

Der Polizeiposten in Abtwil wurde geschlossen.

Urs Bucher

Nun zeigt die kantonale Kriminalstatistik: Die Zahl der Straftaten hat im ersten Jahr ohne eigenen Posten nicht zugenommen, jedenfalls nicht wesentlich. Sie erhöhte sich von 214 auf 216 Vorfälle im Jahr 2019 oder um ein Prozent. 53 der Straftaten fielen unter die Kategorie Diebstahl ohne Fahrzeugdiebstahl, bei 22 davon handelte es sich um Einbruchdiebstahl. Genau so viele «Sachbeschädigungen bei Diebstahl» flossen ebenfalls in die Statistik ein.

In der Stadt Gossau stieg die Zahl der Straftaten um sechs Prozent auf 697. In Wittenbach um 39 Prozent auf 276, wobei solche Schwankungen keine Seltenheit sind. Auch hier war Diebstahl mit 63 Vorfällen am häufigsten.