Eine Krimi-Trilogie aus St.Gallen: Ein Rätsel und ein Doppelmord in der Mülenenschlucht

Théo Buff hat wieder ein Buch herausgegeben. Nichts Historisches diesmal, sondern einen St.Galler Krimi. Der Autor, der über 27 Jahre in der Bauverwaltung gearbeitet hat, geht dabei nahe an städtische Szenen und Treffpunkte heran. Nach «Endzeitzauber» ist ein zweiter Band, «Galgenvögel», in Arbeit und eine dritter, «Aufgehängt», in Planung.

Reto Voneschen
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Neo-Krimiautor Théo Buff an der Talstation der Mühleggbahn und damit am Eingang zur Mülenenschlucht: Sie spielt im Krimi «Endzeitzauber» von Buff eine wichtige Rolle. (Bild: Ralph Ribi - 13. November 2019)

Neo-Krimiautor Théo Buff an der Talstation der Mühleggbahn und damit am Eingang zur Mülenenschlucht: Sie spielt im Krimi «Endzeitzauber» von Buff eine wichtige Rolle. (Bild: Ralph Ribi - 13. November 2019)

Der Einstieg ins neue Buch von Théo Buff ist eine Herausforderung. Auch für jemanden, der sich in der Stadt St.Gallen sowie bei ihrem Verwaltungs- und Po­litpersonal sehr gut auskennt. Das Buch über die Stadtweiher, bei dem er Co-Autor war, die Geschichte des Gartenbauamtes, aber vor allem die Bände «Bier in St.Gallen» und «St.Gallen, wie es nie gebaut wurde» lesen sich erheblich leichter.

Vernissage im Splügeneck

(vre) Der St.Galler Kriminalroman «Endzeitzauber» hat am Donnerstag, 18 Uhr, im Splügeneck am Pic-o-Pello-Platz öffentliche Vernissage. Der Eintritt dazu ist gratis. Weitere Infos zum Buch gibt's im Internet.

Hat man sich aber einmal durch die ersten Seiten des neu erschienenen Bändchens gekämpft und an die grosse Detailverliebtheit des Autors – und seiner Hauptfigur, Kriminalkommissar Bertold «Berti» Häfeli –gewöhnt, ist «Endzeitzauber» ein durchaus spannender Kriminalroman. Einer mit dem Reiz, dass er in der Gallusstadt angesiedelt ist und mit hiesigen Örtlichkeiten und Persönlichkeiten spielt. St.Gallen, so sagt der Autor im Gespräch, sei eben seine Heimat, die er von Herzen liebe – trotz Schattenseiten.

Alte Geschichte und zwei neue Leichen

Ein auch real existierender Schauplatz im neuen Krimi «Endzeitzauber»: Treppe im St.Galler Amtshaus.

Ein auch real existierender Schauplatz im neuen Krimi «Endzeitzauber»: Treppe im St.Galler Amtshaus.

Das Bändchen «Endzeitzauber» ist der erste von voraussichtlich drei Stadtsanktgaller Krimis von Théo Buff. Die Geschichte spielt im Hier und Heute, zwischen Olma und Weihnachten. Dabei geht’s zuerst einmal um eine alte Story, nämlich um eine junge Frau, die 1952 in der Mülenenschlucht verschwindet. Der Rest des Romans mit überraschendem Ausgang ist 2017 angesiedelt.

Wieder in der Mülenenschlucht werden eine Frau und ein Mann getötet. Auf der Suche nach ihrem Mörder spazieren Kommissar Häfeli und sein Assistent Max Kraienbühl durch St.Georgen und die Altstadt, von der B-Post-Bar zum Restaurant Splügen und in den Klosterbezirk bis ins Amtshaus an der Neugasse.

Beim letzten Schauplatz weiss Neo-Krimiautor Théo Buff wovon er schreibt: Er arbeitete mehr als 27 Jahre lang für die St.Galler Bauverwaltung in eben diesem Amtshaus. Vielen Städtern ist er aufgrund seiner historischen Sachbücher ein Begriff.

Ende 2017 ging Buff in den Ruhestand. Einen guten Teil der inzwischen vergangenen Zeit hat er in die Realisierung eines Traums gesteckt: Er wollte schon lange keinen historischen Schmöker, sondern einen Krimi schreiben.

Jede und jeder wird andere Personen erkennen

Es sollte eine Geschichte werden, bei der er seiner – reichlich vorhandenen – Fantasie freien Lauf lassen konnte. Und es sollte unbedingt eine Geschichte sein, bei der er seine – ebenfalls reichlich vorhandenen – Insider-Kenntnisse über die Stadt, ihre Geschichte, ihre Politik und Verwaltung lustvoll nutzen konnte.

Kommt im Krimi Endzeitzauber ebenfalls vor: Pic-o-Pello-Platz mit Restaurant Splügen (links im Bild). (Bild: Urs Bucher - 7. März 2015)

Kommt im Krimi Endzeitzauber ebenfalls vor: Pic-o-Pello-Platz mit Restaurant Splügen (links im Bild). (Bild: Urs Bucher - 7. März 2015)

Allerdings relativiert Buff diese Aussage gleich selber wieder: «Natürlich haben viele Personen in ‹Endzeitzauber› ein lebendes Vorbild. Es handelt sich dabei aber nicht um eigentliche Porträts.» Er habe seine Figuren meist aus mehreren lebenden Vorbildern zusammen gemixt und fantasievoll ausgeschmückt. Was wohl dazu führen werde, dass jede und jeder andere Personen zu erkennen glaube.

Ein unheimliches Vergnügen

Handlung und Figuren hat Théo Buff übrigens zusammen mit seinem Sohn Rafael entwickelt. Was für beide «ein unheimliches Vergnügen» gewesen sei. Nach dem gleichen Muster will Buff die beiden weiteren Bände seiner Krimitrilogie stricken.

«Galgenvögel» wird – wo sonst – im Galgentobel, wiederum in der Altstadt, zeitlich zwischen Kinderfest und Olma spielen. Der Band ist schon in Arbeit und erscheint 2020. Der dritte Teil soll «Aufgehängt» heissen, unter anderem im Tröckneturm im Lachen-Quartier angesiedelt sein und ein Fasnachtskrimi mit Erscheinungsdatum 2021 werden.

Die Krimi-Trilogie von Théo Buff im Überblick

Endzeitzauber. Im Eiszeitland.
Weihnachtskrimi - Vernissage 14.11.2019, 18.00, Splügeneck.

Galgenvögel. Im Galgentobel.
Sommerkrimi - in Arbeit/erscheint voraussichtlich 2020.

Aufgehängt. Im Tröckneturm.
Fasnachtskrimi - in Planung/erscheint voraussichtlich 2021.

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Reto Voneschen