Kreisgericht St.Gallen verurteilt 36-Jährigen für 30 Einbrüche und Diebstähle: Sieben Jahre des Landes verwiesen

Wegen einer Einbruchs- und Diebstahlserie hat das Kreisgericht St.Gallen jetzt einen 36-jährigen Polen verurteilt. Er muss neun Monate einer zweijährigen teilbedingten Haftstrafe absitzen. Zudem wird er des Landes verwiesen.

Claudia Schmid
Drucken
Teilen
Ein Einbrecher dringt durch ein Fenster ein.

Ein Einbrecher dringt durch ein Fenster ein.

Symbolbild: Oliver Menge

Ein polnischer Staatsangehöriger, der mit einer Jahresaufenthalter-Bewilligung B in der Schweiz lebte und arbeitete, besserte sich sein Gehalt mit Einbrüchen auf. Die Anklageschrift listet rund 30 Einbruch- und Einschleichdiebstähle mit 43 Privatklägerinnen und Privatklägern auf. Jetzt stand er vor dem Kreisgericht St.Gallen.

Zwischen 2015 und 2018 auf Diebestour

Der 36-Jährige begab sich zwischen Mai 2015 und August 2018 auf Diebestour. Er hatte es vor allem auf E-Bikes, Baumaschinen und Werkzeug abgesehen. Er brach aber auch in Wohnmobile ein und durchstöberte sie nach Geld und Wertgegenständen. Die meisten der heimgesuchten Baustellen, Velounterstände und Wohnmobil-Parkplätze befanden sich in der Region St.Gallen und in angrenzenden Thurgau.

Das Diebesgut verschob der Beschuldigte in seine Heimat Polen, wo er Abnehmer hatte. Die E-Bikes habe er jeweils einem alten Schulfreund überlassen, der sie weiterverkauft habe, erzählte der Beschuldige vor Gericht. Mit den Diebstählen habe er die finanzielle Situation seiner Familie verbessern wollen.

Verschiedene Male suchte der vom Kreisgericht St.Gallen verurteilte Dieb auch Baustellen in der Region heim.

Verschiedene Male suchte der vom Kreisgericht St.Gallen verurteilte Dieb auch Baustellen in der Region heim.

Symbolbild: Nadine Böni

Dabei sei es aber nicht um den Kauf von Luxusgütern gegangen, sondern man habe sich etwas mehr geleistet als es mit dem Lohn aus der regulären Arbeit möglich gewesen wäre. Laut Anklageschrift beläuft sich der Deliktsbetrag auf 240000 Franken.

Zuerst nur zugegeben, was nachgewiesen werden konnte

Vor Gericht zeigte sich der Beschuldigte geständig. Der Richter warf ihm aber vor, er habe zuerst alles abgestritten und in zwölf Einvernahmen immer gerade nur soviel zugegeben, wie ihm die Untersuchungsbehörden hieb- und stichfest hätten nachweisen können. Das sehe für ihn nicht nach wirklicher Reue aus.

Er habe zunächst aus purer Angst gelogen, sich dann aber entschieden, für seine Taten geradezustehen, erklärte der Mann. Neben den Einbrüchen hatte sich der Beschuldigte auch wegen kleinerer Delikte zu verantworten. So fanden die Beamten bei der Hausdurchsuchung einen Schlagring und verbotene Betäubungsmittel wie Amphetamine und Chrystal Meth.

Teilbedingte Haftstrafe und Landesverweisung

Das Kreisgericht St.Gallen fällte Schuldsprüche gegen den Mann wegen gewerbsmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Vergehen gegen das Waffengesetz und mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes. Es verurteilte den Beschuldigten zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Neun Monate muss der 36-Jährige im Gefängnis verbringen, der Rest wird bedingt ausgesprochen. Für die Dauer von sieben Jahren wird der Pole zudem des Landes verwiesen. Zudem hat der Mann eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 90 Franken und eine Busse von 500 Franken erhalten.

Ins Strafmass einbezogen ist der Widerruf einer früheren bedingten Geldstrafe, die der Beschuldigte wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln erhalten hatte. Den Geschädigten der Einbrüche und Diebstähle muss er Zivilforderungen von über 70000 Franken bezahlen. Die Kosten des Verfahrens belaufen sich auf nochmals rund 36000 Franken.

Mehr zum Thema