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Kreisgericht St.Gallen: Heroindealer muss hinter Gitter

Ein in St.Gallen wohnhafter Mann hat sich von einem Kollegen zum Heroinverkauf
anheuern lassen. Nun hat ihn das Kreisgericht zu drei Jahren Haft verurteilt.
Claudia Schmid
Der Mann wollte sein Gehalt mit dem Dealen aufbessern und verkaufte über 300 Gramm Heroin. (Bild: Tagblatt/Archiv)

Der Mann wollte sein Gehalt mit dem Dealen aufbessern und verkaufte über 300 Gramm Heroin. (Bild: Tagblatt/Archiv)

Laut dem Staatsanwalt handelt es sich beim Kollegen des Beschuldigten um einen bekannten Drogendealer aus Serbien, der von den Strafbehörden verurteilt und mit einer Einreisesperre belegt wurde. Die beiden Männer lernten sich kennen, als der Serbe in St. Gallen weilte. Wegen Geldmangels habe er sich von dem Kollegen dazu überreden lassen, Heroin zu erwerben und es an Abnehmer weiterzuverkaufen, erklärte der junge türkische Staatsangehörige, der in der Schweiz aufgewachsen ist. Dieser habe alles organisiert. Er habe jeweils nur die telefonisch übermittelten Anweisungen befolgen müssen.

In der Befragung des vorsitzenden Richters reagierte der Beschuldigte emotional. Er wolle mit dem Ganzen nichts mehr zu tun haben und auch nicht mehr darüber reden, beschied er ihm. Der Richter liess sich jedoch nicht beirren und stellte weitere Fragen zu den Straftaten und dem Vorleben des jungen Mannes. Der Befragung war zu entnehmen, dass er bereits mit zehn Jahren straffällig wurde und sein Strafregister vier Vorstrafen aufweist. Den letzten Strafbefehl erhielt er wenige Wochen vor der erneuten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Über 300 Gramm verkauft

Er sei knapp an Geld gewesen, da sein monatlicher Lohn von rund 2000 Franken nicht gereicht habe, erzählte er. Der Drogendealer habe ihm versprochen, er werde in kürzester Zeit viel Geld verdienen, woraufhin er sich auf das illegale Geschäft eingelassen habe. Von Februar bis Mai 2017 verkaufte er in St. Gallen, Bazenheid, Wil und Rorschach mindestens 300 Gramm Heroingemisch an Abnehmer. Die Einnahmen von etwas mehr als 10 000 Franken überwies er an seinen Auftraggeber nach Serbien. Rund 1000 Franken durfte er für sich behalten. Nach einer mehrmonatigen Pause fing er im November 2017 erneut mit dem Drogengeschäft an und wurde bald darauf von der Polizei verhaftet.

Die Staatsanwaltschaft verlangte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Zudem sei eine Landesverweisung auszusprechen. Der Beschuldigte habe zahlreiche Chancen gehabt, sich auf den rechten Weg zu begeben. Er habe sie alle nicht genutzt, weshalb man ihm keine günstige Prognose stellen könne.

«Psychischer Zustand muss berücksichtigt werden»

Der Verteidiger beantragte hingegen eine teilbedingte Freiheitsstrafe von nicht mehr als 20 Monaten, wobei acht Monate zu vollziehen seien. Auf eine Landesverweisung sei zu verzichten, da der Beschuldigte nie in der Türkei gelebt habe. Er könne die türkische Sprache weder sprechen, lesen noch schreiben. Bei seinem Mandanten handle es sich um einen klassischen Härtefall, da er in der Schweiz geboren und aufgewachsen sei. Ausserdem müsse sein noch junges Alter und sein psychischer Zustand berücksichtigt werden. Nicht umsonst arbeite er in einer geschützten Werkstatt.

Das Kreisgericht St. Gallen folgte den Argumenten der Verteidigung nicht und sprach den Mann des Verbrechens und des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der mehrfachen Geldwäscherei schuldig. Es verurteilte ihn zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren. Darin enthalten ist eine bereits im August 2017 bedingt ausgesprochene Haftstrafe von sechs Monaten. Der Beschuldigte muss die Schweiz für fünf Jahre verlassen. Er wird im Schengener Informationssystem ausgeschrieben.

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