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Kreisgericht St.Gallen: Drogendealer muss vier Jahre ins Gefängnis

Das Kreisgericht St.Gallen hat einen Serben zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Zusammen mit einem Landsmann nutzte er eine sogenannte Läuferloge als Stützpunkt für Drogengeschäfte.
Claudia Schmid
Heroin in Säckchen zu fünf Gramm abgepackt. (Symboldbild: Archiv «St.Galler Tagblatt» - 23. Dezember 2010)

Heroin in Säckchen zu fünf Gramm abgepackt. (Symboldbild: Archiv «St.Galler Tagblatt» - 23. Dezember 2010)

Der serbische Staatsangehörige wurde vor einigen Jahren von der Staatsanwaltschaft Winterthur wegen Drogengeschäften verurteilt. Später reiste er rechtswidrig in die Schweiz ein, um Verwandte, Kollegen und Freunde zu besuchen.

Im Auftrag einer Drogenbande aus Nis

Im September 2017 machte er sich dann erneut auf die Reise in die Schweiz. Dieses Mal mit einem anderen Ziel: Er hatte von einer Drogenbande in der serbischen Stadt Nis den Auftrag erhalten, rund 1,5 Kilogramm Heroin-Gemisch und Streckmittel mit dem Zug nach St.Gallen zu transportieren.

Wegen familiärer Probleme habe er ein Darlehen bei Geldverleihern aufgenommen, sagte der Mann vor Gericht. Als er die Schulden von 1500 Franken nicht habe zurückzahlen können, sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als den Auftrag der Drogenbande anzunehmen. Er habe zwar zu dieser Zeit in einem Restaurant gearbeitet, doch sei der Verdienst dort so gering gewesen, dass er fünf Jahre gebraucht hätte, um die Schulden bei der Drogenbande zu tilgen.

Gratis-Müsterli verteilt

Die Anklage warf dem 32-jährigen Beschuldigten vor, er habe im Verlaufe seines Aufenthalts in der Schweiz vom 22. September bis 12. Oktober 2017 zusammen mit einem Landsmann eine Drei-Zimmer-Wohnung in St.Gallen als «Läuferloge» genutzt. Dort habe er Betäubungsmittel gelagert, verarbeitet und abgesetzt.

Der Beschuldigte soll drei Heroin-Pakete zu je rund 500 Gramm Heroin-Gemisch mit einem Reinheitsgrad von rund 45 Prozent und gegen ein Kilo Streckmittel mit dem Zug von Bregenz über die Grenze nach St.Gallen gebracht haben. Danach soll er rund 200 Gramm Heroin mit Mischsubstanzen gestreckt, in Portionen zu je fünf Gramm in Beutel abgepackt und an vier bis fünf Personen gratis verteilt haben. Dies in der Hoffnung, für die Restmenge zum Preis von 20'000 Franken Käufer zu finden.

Gegen Spürhunde mit Ammoniak versetzt

Der Staatsanwalt zeigte sich überzeugt, dass der beschuldigte Mann kein gewöhnlicher Drogenläufer ist, sondern Kontakte mit der «oberen Etage» der Nis-Connection unterhielt. Die Drogenpakete seien stark mit Ammoniak versetzt gewesen, damit Drogenspürhunde an der Grenze das Heroin nicht riechen könnten.

Er forderte deshalb eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und eine Landesverweisung von zehn Jahren. Der Verteidiger bezeichnete hingegen das geforderte Strafmass als viel zu hoch. Sein Mandant sei kein ranghöherer Drogenläufer als all die anderen vielen jungen Männer aus Nis, die wegen der prekären wirtschaftlichen Verhältnisse in der Heimat in die Fänge der Drogenbande geraten würden.

Er beantragte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten, wobei die Hälfte der Strafe mit einer Probezeit von vier Jahren bedingt auszusprechen sei.

Name des Grossvaters angenommen

Das Kreisgericht St.Gallen verurteilte den Mann wegen schwerer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu vier Jahren Haft. Es sprach eine Landesverweisung von zehn Jahren aus und ordnete an, dass der Beschuldigte im Schengener Informationssystem ausgeschrieben wird.

Da er bereits einschlägig vorbestraft sei, habe er gewusst, was er tue, erklärte der vorsitzende Richter zum Urteil. Dies belege auch, dass er sich einen anderen Namen – nämlich denjenigen des Grossvaters mütterlicherseits – zugelegt habe, um unerkannt zu bleiben.

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