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«Wollte nicht alles von anderen Aufführungen abkupfern»: In Gossau probt der Theaterverein das Kultmusical Hairspray

Der Theaterverein Fürstenland studiert derzeit das Musical Hairspray ein. Nebst der schauspielerischen Leistung muss auch anderes geübt werden. So proben die Darsteller beispielsweise nur das Umziehen.
Oliver Schneider
Die Amateurschauspieler des Theatervereins Fürstenland proben für ihr neustes Stück, den Broadway-Klassiker «Hairspray». (Bild: Urs Bucher (14. April 2019))

Die Amateurschauspieler des Theatervereins Fürstenland proben für ihr neustes Stück, den Broadway-Klassiker «Hairspray». (Bild: Urs Bucher (14. April 2019))

Im Fürstenlandsaal in Gossau wird geprobt – und das nicht nur auf der Bühne. Beim Eingang wird gesungen, auf der Bühne getanzt und in der Abstellkammer werden die Texte gesprochen. «Was auf den ersten Blick willkürlich aussieht, erfordert eine durchstrukturierte Planung», sagt Pius Stark, Präsident des Theatervereins Fürstenland. Am Wochenende hat der Theaterverein von morgens bis abends das Musical Hairspray einstudiert.

Eine Tanzshow und Rassendiskriminierung

«Hairspray geht weiter, als nur an der Oberfläche zu kratzen», sagt Thomas Diethelm, der die Regie sowie die künstlerische Leitung innehat. Der Plot könne auf zwei Handlungsstränge heruntergebrochen werden. Zum einen träumt die übergewichtige Tracy Turnblad davon, in einer Tanzshow aufzutreten. Im Baltimore des Jahres 1962 gehören kleine, dicke Mädchen aber nicht ins Fernsehen, findet zumindest die Produzentin. Doch Tracy gibt nicht auf, erhält einen Auftritt in der Sendung, und wird über Nacht zum Star.

Daneben geht es aber auch um die Rassendiskriminierung der 60er-Jahre. In Baltimore lebten überwiegend schwarze Menschen. Die Tanzshow bot aber weit mehr Sendezeit für die weisse Tanzbevölkerung. Im Musical kommt es deswegen zu einem Protestmarsch, initiiert von Tracy. «Diese Kombination zwischen einem mitreissenden Musical und der Handlung von einer historischen Problematik macht das Stück so attraktiv», sagt Diethelm.

Er sei während dieser Zeit aufgewachsen, selbst aber nie in Baltimore gewesen. Um ein Gespür für das Musical zu kriegen, habe er auch im Internet recherchiert.

«Ich wollte eine autonome Inszenierung auf die Beine stellen und nicht alles von anderen Aufführungen abkupfern. Das ist uns definitiv gelungen.»

150 Personen wirken bei der Produktion mit

Auf der Bühne setzt der Theaterverein ausschliesslich auf Amateure, das heisst, es wird keine Gage ausbezahlt. Das Ensemble bestehe aus einer Mischung von jungen und älteren Darstellern. «Wir haben aber definitiv kein Nachwuchsproblem», sagt Pius Stark. 30 Schauspieler des 40-köpfigen Ensembles sind zwischen 16 und 30 Jahre alt.

Bei den Proben für eine so grosse Produktion müsse an Vieles gedacht werden. «So gibt es beispielsweise eine spezielle Probe fürs Umziehen», sagt Stark. Bei den Aufführungen müssten Umziehhilfen verwendet werden. Das könne man sich so vorstellen: Drei Personen ziehen den Schauspieler um und das in unter einer Minute. Jemand nimmt sich die Hose vor, der andere das Oberteil und der dritte die Perücke. Insgesamt würden rund 150 Personen bei der Produktion mithelfen.

Neben der Schauspielerei muss auch das Bühnenbild stimmen. Das Modell dafür hat Cornel Fürer gebaut, der zusätzlich als Schauspieler auf der Bühne steht. «Ich nenne es die Bäbi-Stube, weil ich mein erstes Bühnenmodell aus Teilen von einem Puppenhaus gebaut habe», sagt Fürer. Zur Inspiration lese er zuerst dreimal das Drehbuch durch. «Dazu habe ich auf dem Arbeitsweg immer die Musik des Musicals im Ohr.» Anschliessend komme die Recherche über die damalige Zeit dazu. Dann beginne sich das Bühnenbild langsam in seinem Kopf zu entwickeln.

Hinweis
«Hairspray» wird vom 3. bis 25. Mai im Fürstenlandsaal aufgeführt. Tickets können unter www.theaterverein.ch oder direkt auf Ticketcorner gekauft werden.

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