Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kopftuch erlaubt, Hotpants nicht: Gossau passt die Schulordnung an

Das neue Reglement enthält unter anderem Vorschriften zur Bekleidung und zu religiösen Kopfbedeckungen.
Michel Burtscher
Kopfbedeckungen werden in Gossauer Schulzimmern nur akzeptiert, wenn sie aus religiösen Gründen getragen werden. Bild: Wolfram Kastl/DPA

Kopfbedeckungen werden in Gossauer Schulzimmern nur akzeptiert, wenn sie aus religiösen Gründen getragen werden. Bild: Wolfram Kastl/DPA

Fast 20 Jahre alt ist die aktuelle Schulordnung der Stadt Gossau. Auf 9 Seiten und in 21 Artikeln werden darin die Organisation und der Betrieb der Volksschule geregelt. Erlassen wurde das Reglement im Jahr 2001 – und seither nicht mehr angetastet. Dabei ist die Welt in dieser Zeit nicht stehengeblieben, gerade im schulischen Bereich hat sich einiges verändert. So wurden einerseits übergeordnete Gesetze angepasst. Andererseits hat sich auch die städtische Schule gewandelt.

Die aktuelle Schulordnung sei «überholt», sagt Schulratspräsident Urs Blaser. Darum soll die Stadt nun eine neue erhalten, welche die Änderungen der kantonalen Gesetzgebung aufnimmt und die gelebte Praxis an den Schulen abbildet, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Der Stadtrat hat die Vorlage in seiner letzten Sitzung von vergangener Woche verabschiedet. «Wir haben heute völlig andere Strukturen als 2001. Damals gab es beispielsweise noch keine ausgebauten und vollamtlichen Schulleitungen», sagt Blaser. Solche Veränderungen werden in der neuen Schulordnung berücksichtigt – aber nicht nur.

Keine Hotpants, Minijupes und Flip-Flops

Ausgearbeitet hat das Regelwerk der Schulrat in Zusammenarbeit mit den Schulleitern. Das Rad neu erfunden wurde dabei allerdings nicht. Die neue Schulordnung basiert zu grossen Teilen auf dem bisherigen Reglement. Einige Artikel wurden gar nicht angepasst, andere nur geringfügig verändert oder ergänzt. Es gibt aber auch Passagen, die neu sind. So widmet sich etwa Artikel 7 dem Thema Bekleidung. «Die Schule legt Wert auf eine gepflegte Erscheinung und saubere Kleidung», heisst es da. Nicht erlaubt sind aufreizende, provozierende oder angstmachende Bekleidung. Zudem ist dort festgehalten, dass Kopf- und Handbedeckungen beim Betreten des Schulzimmers abgenommen werden müssen, sofern sie nicht aus religiösen Gründen getragen werden.

Ähnliche Regeln gibt es in der Schulordnung neu auch für die Lehrerinnen und Lehrer. Sie müssten sich «im Verhalten, in der Bekleidung und der allgemeinen Erscheinung ihrer Vorbildfunktion bewusst» sein und diese aktiv wahrnehmen, heisst es in der Vorlage des Stadtrats. In den Erläuterungen wird auf den Dresscode der Stadt für Verwaltungsmitarbeitende verwiesen. Dieser untersagt unter anderem Hotpants, Minijupes, kurze Hosen und Flip-Flops.

Eine weitere Anpassung betrifft die Elternbeiträge, bei denen in der neuen Schulordnung zwischen solchen für obligatorische und solchen für nicht-obligatorische Veranstaltungen unterschieden wird. Damit reagiert der Schulrat auf einen Bundesgerichtsentscheid, wonach obligatorische Skilager maximal 16 Franken pro Tag kosten dürfen. Davon ist Gossau gemäss Urs Blaser aber eigentlich nicht betroffen, weil Skilager freiwillig sind.

Blaser erwartet keinen Widerstand im Parlament

Sowieso betont der Schulpräsident, dass es sich bei den neuen Passagen in der Schulordnung nicht um neue Regeln handelt. Man reagiere damit auch nicht auf einen Missstand. Vielmehr sind es Vorschriften, die schon heute gelten, jedoch nicht in der aktuellen Schulordnung festgehalten sind. Die Bekleidungsvorschriften für Schülerinnen und Schüler beispielsweise hat der Schulrat bereits 2011 erlassen. Blaser sagt: «Im schulischen Alltag ändert sich nichts, nachdem die neuen Regeln in Kraft getreten sind.»

Sobald diese jedoch in der Schulordnung festgelegt sind, haben sie einen höheren Stellenwert, weil die Vorlage vom Parlament genehmigt werden muss. Grosse Diskussionen erwartet Blaser dort nicht. «Wir präsentieren dem Parlament kein revolutionäres Dokument, sondern halten einfach fest, was schon heute an der Schule Gossau gelebt wird», sagt er. Blaser geht deshalb davon aus, dass die neue Schulordnung noch bis Ende dieses Jahres definitiv verabschiedet wird.

Mehr zum Thema:

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.