Kommentar
Zu viel Bürokratie hemmt den Klimaschutz

Beim Umwelt- und Klimaschutz tun einfache Regeln not.

Daniel Wirth
Daniel Wirth
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Auch die Olma-Messen gewinnen elektrische Energie mit Photovoltaikanlagen.

Auch die Olma-Messen gewinnen elektrische Energie mit Photovoltaikanlagen.

Ralph Ribi

Für eine klimaneutrale Gesellschaft ist Sonnenenergie unabdingbar. Vor diesem Hintergrund leuchtet die Empfehlung der Stadt St.Gallen, auf grossen Flachdächern nur mehr 60 Prozent der Fläche mit Panels zu belegen, nicht ein. Im Gegenteil. Jedes Megawatt elektrische Energie, die durch Photovoltaik erzeugt wird, reduziert die Kohlenstoffdioxidbelastung.

Begrünte Flachdächer sind wünschenswert, gewiss. Sie fördern die Biodiversität und kühlen. Wenn es aber darum geht, ein grosses Flachdach für den Klima- und Umweltschutz zu nutzen, sollte die Photovoltaik prioritär behandelt werden. Urban Heating ist ein Thema. Aber in einer Kleinstadt wie St.Gallen, die auf 700 Metern Höhe über Meer liegt, ist die Überhitzung im Gegensatz zu Megacities wie Madrid oder Los Angeles vernachlässigbar. Klar: Verzichtet ein Liegenschaftenbesitzer auf eine Investition in Sonnenenergie, ist ein grünes Flachdach vorzuschreiben.

Die Stadt St.Gallen tut viel in Sachen Klima- und Umweltschutz. Erst kürzlich wurde ein Klimaartikel in die Gemeindeordnung aufgenommen. Für Liegenschaftenbesitzer, die für die Umwelt und das Klima Geld in die Hand nehmen, ist eines gewiss nicht dienlich: Ein Reglemente- und Konzeptedschungel. Er muss gelichtet werden; klare Regeln tun not. Dass ein grünes Anliegen ein anderes beisst, ist dem Klimaschutz abträglich.