KOMMENTAR
Lang vermisst, endlich da: 96 Seiten weisen den langen Weg zur Sportstadt St.Gallen

Mehr als vier Jahre hat es gedauert, bis das Gemeindesportanlagenkonzept (Gesak) der Stadt St.Gallen endlich fertiggestellt wurde. Jetzt ist es da und bietet es eine breite Auslegeordnung und einige gute Ideen. Mehr aber auch nicht.

Luca Ghiselli
Luca Ghiselli
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Das Athletik-Zentrum soll gemäss Gesak als Schwerspunktstandort für den Sport etabliert werden.

Das Athletik-Zentrum soll gemäss Gesak als Schwerspunktstandort für den Sport etabliert werden.

Bild: Ralph Ribi (7. Mai 2021)

Es ist kein halbes Jahr her, da nannte die SVP-Fraktion im Stadtparlament das Gesak ein «Phantom», ein SP-Stadtparlamentarier bezeichnete es als «glorifizierte Excel-Tabelle» und als «Sportstättenlexikon». Die Vorbehalte gegen das Papier waren wohl auch der Ungeduld geschuldet: Der Stadtrat liess sich mit dem Erstellen des Gemeindesportanlagenkonzept sehr viel Zeit – und verpasste so ein Legislaturziel der abgelaufenen Amtszeit.

Das Stadtsanktgaller Gesak heimste also keine Vorschusslorbeeren ein, im Gegenteil. Seit Freitag liegt das Dokument nun vor. Und Interessierte dürften beruhigt sein: Das Phantom gibt es, und es ist mehr als ein Lexikon. So weit, so gut.

Schulen und Sportvereine konsultiert

Was ist es aber, dieses 96 Seiten starke Papier mit zig Beilagen, Tabellen, Diagrammen? Es ist eine mehr als solide Auslegeordnung, die eine gute Faktenbasis für die Zukunft schafft. Es enthält strategische Schwerpunkte (Konsolidierung der Sport-Schwerpunkte an einer Handvoll Standorten) und listet mögliche Massnahmen auf (Ausbau der Kapazitäten in Hallen und auf Rasen). Entstanden sind sie auch unter Einbeziehung städtischer Schulen und Sportvereine – löblich.

Sparzwang könnte grossen Würfen in die Quere kommen

Das Gesak enthält schliesslich einige Visionen: Den Bau einer Grosshalle im Lerchenfeld oder Gründenmoos zum Beispiel, oder den Bau einer Downhillstrecke anknüpfend an den Waldeggtrail – mit Ganzjahresbetrieb des Skilifts Beckenhalde.

Dieses Potpurri an Bestandesaufnahmen, Massnahmen und Ideen bietet eine breite Grundlage. Darauf lässt sich aufbauen.

Klar ist aber auch: Der Stadtrat hat sich aufgrund der knappen Stadtkasse und der ungewissen Entwicklung zum Sparen gezwungen. Ob grosse Würfe, wie sie das Gesak skizziert, wirklich umgesetzt werden können, ist fraglich. Die Ideen dazu braucht es trotzdem - auch in mageren Jahren.

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