Kommentar
Eine Auswahl ist immer gut

Für den freien Sitz im Rorschacher Stadtrat bewerben sich eine Frau und ein Mann. Die FDP und die CVP bieten den Wahlberechtigten eine Auswahl. Das ist viel demokratischer als eine Wahl ohne Konkurrenz.

Daniel Wirth
Daniel Wirth
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Ronnie Ambauen ist aus dem Stadtrat zurückgetreten, weil er von diesem zum Bau- und Stadtentwickler gewählt und sein Exekutivamt deswegen ablegen musste. Die Fachkompetenz des freisinnigen Architekten bleibt der Hafenstadt aber erhalten. Im Stadtrat herrscht sechs Monate eine Vakanz, die Mitte Jahr nach einer Ersatzwahl geschlossen werden soll.

Die FDP hat mit dem 54-jährigen Wirtschaftsinformatiker und Unternehmer Reto Kaelli einen Stadtratskandidaten nominiert und will mit ihm Ambauens frei gewordenen Sitz verteidigen. Kaelli hat politische Erfahrung; er politisiert schon lange im Schulrat. Er hat sich auch anderweitig für die Stadt eingesetzt: Als OK-Präsident des Stadtfests und als Organisator der Cliquenfasnacht. Als Unternehmer hat er Führungserfahrung. Kurz: Kaelli ist bekannt; er hat das Zeug zum Stadtrat.

Die CVP-Spitze liess vergangene Woche wissen, die Suche nach einer Kandidatin oder einem Kandidaten sei schwierig, nicht nur, aber auch wegen der Coronapandemie. Der Vorstand der Rorschacher Christlichdemokraten gab aber nicht auf, obschon FDP-Kandidat Kaelli als valabel eingestuft wird. Die CVP fand mit Giuseppa Guerreri eine gute Kandidatin. Die Erwachsenenbildnerin ist heute wie Kaelli im Schulrat.

Es ist der CVP hoch anzurechnen, dass sie den Kopf nicht in den Sand steckte und sich zur Nomination durchrang. Eine Wahl mit Auswahl ist immer besser als eine Wahl mit nur einem Kandidaten oder einer Kandidatin - auch wenn diesem oder ihr die Fähigkeit attestiert wird.