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Robert Koller aus Gossau versetzt als Koch am anderen Ende der Welt seine Gäste in Verzückung

Seine Rezepte hält er in Kochbüchern und Zeitungen fest. Im Alter, wo andere an die Pensionierung denken, hat er einen Abschluss an der Universität gemacht.
Johannes Wey
Robert Kollers Hobby ist mittelalterliche Geschichte. Hier feiert er zusammen mit seiner Frau Christine den Bachelor-Abschluss von 2017.B (Bild: ild: PD)

Robert Kollers Hobby ist mittelalterliche Geschichte. Hier feiert er zusammen mit seiner Frau Christine den Bachelor-Abschluss von 2017.B (Bild: ild: PD)

Ein gewisses Reissen verspürte Robert Koller schon früh. «Schon mit 18 wollte ich auswandern, nach Südafrika, Kanada, Australien oder Neuseeland.» Letzteres ist es am Schluss geworden. Das Land am anderen Ende der Welt habe auf ihn schon immer eine besondere Faszination ausgeübt. Weshalb, das kann er gar nicht so genau erklären. «Vielleicht weil es so weit weg war? Aber auch wegen der Landschaften, die ich in Büchern gesehen habe», sagt er rückblickend.

An seinen ersten Besuch in Neuseeland mit Anfang 20 könne er sich jedenfalls noch erinnern, als ob es gestern gewesen sei. Ernst gemacht hat er dann vor 28 Jahren, im Alter von 37.

Zuvor hatte er die Hotelfachschule in Luzern abgeschlossen und war in der Hotellerie tätig. «Die Luxushotels haben mich fasziniert, und ich habe auch in einigen davon gearbeitet», sagt Egli. So war er unter anderem Personalchef im Hof Bad Ragaz.

Die Gäste schwärmen von seinen Kochkünsten

Im Gastgewerbe ist Koller noch heute tätig, wenn auch in einem komplett anderen Rahmen. Zusammen mit seiner Frau Christine führt er ein abgelegenes Gasthaus in der Nähe von Christchurch. Zum Einkauf in die Stadt müssen sie 100 Kilometer fahren. «Da darf man nichts vergessen», sagt Koller.

"Roberts Kreationen sind sterneverdächtig." - bnakath auf Trip Advisor

Im eigenen Hotel konzentriert er sich auf etwas, das in der Hotelfachschule nur am Rande Thema war: das Kochen. «Ich hätte nie gedacht, dass ich mein Einkommen einst damit verdienen werde.» Doch die Gäste sind begeistert, wie ein Blick in die Bewertungen auf der Reiseplattform Trip Advisor zeigt.

Immer wieder sei er von Gästen nach einer Rezeptsammlung gefragt worden. Deshalb hat er 2014 ein eigenes Kochbuch veröffentlicht. Mit Gemüserezepten, weil es schon genügend andere Kochbücher gebe, wie er fand. «Gemüse nimmt in meinen Gerichten immer einen hohen Stellenwert ein.»

"So eine tolle und sehr leckere Küche. Der Wahnsinn. So gut habe ich schon lange nicht mehr gegessen." - Andreas B auf Trip Advisor

Mit seinem Erstling gewann er den Preis für das beste vegetarische Kochbuch bei den Gourmand World Cookbook Awards und eine Bronzemedaille bei den Ippy Book Awards in den USA. Für ihn sei das Kochbuch ein grosser Erfolg gewesen, obwohl noch einige Exemplare übrig seien. «Unsere Gäste kaufen gerne eins als Souvenir.»

Ein zweites Buch sei schon weit gediehen, ein Verleger fehle aber noch. Rezepte schreibe er auch für Zeitungen und Magazine. «Also muss ich ständig Neue entwickeln, sie kochen und dann essen.»

"Abendessen aussergewöhnlich, sehr gute Kochkünste des Gastgebers!!!" - Steffi K auf Trip Advisor

Als Koch in Neuseeland vermisse er besonders Würste, das Schweizer Brot und Käse. Dieser sei zwar erhältlich, aber sehr teuer. «Käse aus der Schweiz kostet immer über 100 Neuseeland-Dollar pro Kilo.» Das sind knapp 70 Franken. Den Hunger nach Schweizer Produkten muss Robert Koller also stillen, wenn er zu Hause in der Schweiz ist. Auch eine Olma-Bratwurst, Brot vom angestammten Beck und Wanderungen im Alpstein dürften dann nicht fehlen.

Normalerweise reist das Ehepaar immer im September in die Schweiz. «Dieses Jahr kommen wir im August, weil meine Mutter 90 wird.» Dann wird er auch seine beiden Schwestern wiedersehen. Seine Kindheit in Gossau hat ihn jedenfalls nicht in die Ferne getrieben: «Wir hatten ein schönes Zuhause, das war kein Grund, um auszuwandern.»

Auch im Alter nicht zurück in die Schweiz

Im Alter wieder in die Schweiz zurückzukehren, kann sich Koller schon alleine aus finanziellen Gründen nicht vorstellen – zumindest nicht ganzjährig. Ohnehin gefallen ihm in Neuseeland die Landschaften mit ihren Bergen und Seen. Und die Arbeit im eigenen Gasthaus: «Ich kann kreativ und für mich arbeiten und zusammen mit Christine ein kleines Hotel führen, das ganz uns gehört.» Auch die Abgeschiedenheit habe ihren Reiz: «Kein Verkehr, kein Lärm, frische Luft und viele Wanderwege.»

Bei ihren Besuchen in der Schweiz unternehmen Robert und Christine Koller weitere Ausflüge. «Wir reisen gerne mit dem Zug.» Oft führt der Weg in eine Stadt, dieses Jahr jedoch werden sie Müstair und den Nationalpark besuchen. Obwohl sie ihre Ferien auf die Nebensaison legen müssen, reichte es 2017 auch für Reisen in den Yellowstone-Nationalpark in den USA und nach Island.

Student im Pensionsalter

Ein grosses Hobby der beiden ist das Wandern. Genauso wie das Skifahren und Skitouren. «Der Mount Hutt ist 40 Minuten von hier entfernt. Ich kann von unserem Haus die Skifahrer sehen.» Auch zum Lesen kommt Robert Koller oft, vor allem Geschichte hat es ihm angetan. So hat er 2017 einen Bachelor-Abschluss in mittelalterlicher Geschichte gemacht, in einem Alter, in dem andere bereits an den Ruhestand denken. «Pensionierung – was ist das?», scherzt Koller. «Wir möchten arbeiten, solange es geht. Was sollten wir denn ohne Gäste den ganzen Tag tun?»

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