Die Kandidaten für das Wittenbacher Gemeindepräsidium treffen ein erstes Mal aufeinander

Georges Gladig, Oliver Gröble und Norbert Näf haben sich einer ersten Diskussionsrunde gestellt. Eingeladen zum Klingenkreuzen in den frühen Morgenstunden hatte der Gewerbeverein.

Johannes Wey
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Georges Gladig, Oliver Gröble und Norbert Näf diskutieren mit Alex Fürer (von links). (Bild: Johannes Wey)

Georges Gladig, Oliver Gröble und Norbert Näf diskutieren mit Alex Fürer (von links). (Bild: Johannes Wey)

Bereits um 6.30 Uhr hat der Gewerbeverein an diesem Mittwochmorgen eingeladen, um die Kandidaten für das Wittenbacher Gemeindepräsidium kennen zu lernen. Damit die Gewerbler um halb 8 ans Tagwerk können. Denn: «Zeit ist Geld», sagt Gewerbevereinspräsidentin Heidi Riklin. Somit investieren die fast 30 Zuhörerinnen und Zuhörer eine Stunde in ihre Meinungsbildung.

Die Morgenstunden waren schon immer beliebt, um sich zu duellieren. In Wittenbach muss beim Kreuzen der Klingen aber keiner der Kontrahenten um sein Leben fürchten. Ein Duell ist es ohnehin keines: Zu den Kandidaten der Findungskommission – Georges Gladig (FDP) und Norbert Näf (CVP) – gesellte sich der parteilose Oliver Gröble. Schiedsrichter ist Alex Fürer, Vorstandsmitglied beim Gewerbeverein und Verleger des Mitteilungsblatts.

Sie halten sich kurz und bringen sich in Position

In der Vorstellungsrunde nutzt bemerkenswerterweise keiner der Kandidaten die vollen zehn Minuten Redezeit. Augenfällig ist zum einen, dass sie sich auf ihr heutiges Publikum eingestellt haben. So sagt etwa Norbert Näf: «Jeder Franken, der von der Gemeinde ausgegeben werden kann, muss erst verdient werden.»

Und augenfällig ist zum anderen, dass sich die Kandidaten schon bei der Vorstellung von der Konkurrenz abgrenzen wollen. Gladig betont – getreu seinem Slogan «einer von uns» – dass er seit 1983 in der Gemeinde wohne. Und Gröble, der seit acht Jahren Wittenbacher ist, sieht sich «im besten Alter, auch für langfristige Projekte» – was als Hieb in die Richtung Gladigs verstanden werden kann.

Erste Seitenhiebe

Dann fühlt Moderator Alex Fürer anhand konkreter Beispiele den Kandidaten auf den Zahn: Mit Verweis auf die gescheiterte Einzonung von Gewerbeland im Gebiet Hofen Süd will er wissen, wie das Gewerbe weiter wachsen könne und trotzdem die Grünflächen bestehen bleiben.

Gröble findet, dafür brauche es einen strukturierten Prozess: Erkennen, wo Entwicklungspotenzial liegt, eine Vision entwickeln, die rechtlichen Grundlagen schaffen und dann die Umsetzung. Als erstes müsse man die Bedürfnisse beim Gewerbe abholen und danach schauen, was möglich ist, sagt Gladig. Das pariert Näf trocken:

«Wenn alle erst auf ein Bedürfnis hin ein Angebot schaffen würden, sässen keine Gewerbler hier.»

Wohnen und Arbeiten funktionieren schlecht nebeneinander. Für ihn sei das Gewerbe die Ausnahme, für die man den Zonenplan erweitern könne.

Grossanlass und Piazza-Feeling

Bei der Frage, wie man endlich den Zentrumsplatz beleben könne, verweist Gröble auf seine Erfahrung als Standortförderer: Alle Beteiligten müssten gemeinsam eine Idee entwickeln wie bei «Light Ragaz». Damit habe man 20000 Besucher angelockt. Gladig lobt das Schloss Dottenwil als Kulturzentrum, das aber ausserhalb liege.

«Wieso bringen wir das auf dem Zentrumsplatz oder auf dem Dorfhügel nicht hin?»

Er träume von mehr Piazza-Feeling.

Dann folgt wieder Gewerbler-Sprech von Alex Fürer: Die Gemeindeverwaltung sei ein Betrieb mit 50 Angestellten, der Gemeindepräsident führe zudem den Verwaltungsrat des Alterszentrums mit 100 Angestellten. Wittenbach sei also «ein rechter Laden.» Auf welche Leistungen würden die Kandidaten nach 16 Jahren Amtszeit zurückblicken wollen?

Gladig will der sein, «der es geschafft hat, die Leute zusammenzubringen». Die Gemeinde soll ein Gesicht und Begegnungsorte haben, sagt Gröble.

«Anonymität ist das Schlimmste.»

Auch Näfs Vision dürfte den Gewerblern gut gefallen haben: «Dann kommen die Leute aus St. Gallen hier arbeiten und Wittenbach ist die finanzstärkste Gemeinde im Kanton.»

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Johannes Wey