Kleine Steinchen, grosser Ärger: In Altenrhein klagen Bootsbesitzer über Kies, der auf die Schiffe gespickt wird

Weil sich Bootsbesitzer über Kieselsteine auf ihren Schiffen beschwerten, hat sich der Gemeinderat Thal Gedanken über eine Sanierung des Weges gemacht.

Viola Priss und Rudolf Hirtl
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Wenn Fussgänger beim Jägerhaushafen zügig durchlaufen, befördern sie gelegentlich Kieselsteine auf die nahen Boote.

Wenn Fussgänger beim Jägerhaushafen zügig durchlaufen, befördern sie gelegentlich Kieselsteine auf die nahen Boote.

Bild: Rudolf Hirtl

Die Steine des Anstosses sind gerade einmal durchschnittlich vier Millimeter gross. Im Jägerhaushafen in Altenrhein liegen sie auf dem Fussgängerweg zwischen dem Gelände der Stadler Rail und der Hafenmauer. Der Kies bleibt aber nicht, wo er hingehört. Wenn Fussgänger oder Jogger dort unterwegs sind, gelangt er auch auf die Boote. Vermutlich eher unabsichtlich. Laut Mitteilung des Gemeinderates kam es deswegen zu Beschwerden von Bootsbesitzern. Diese mussten die Kieselsteine in Bug und Heck einsammeln und den einen oder anderen Kratzer hinnehmen. Aus diesem Grund hat sich der Gemeinderat Thal Gedanken über eine Sanierung des Weges gemacht. Nachdem verschiedene Varianten geprüft wurden, habe er sich für eine Gestaltung mit Verbundsteinen entschieden. Für diese Massnahme, welche Beeinträchtigungen der Boote im Jägerhaushafen künftig verhindern sollen, investiert die Gemeinde Thal 20000 Franken.

Umweltbewusstsein ist besser geworden

Einige Meter seeaufwärts, beim Bootshafen Hörnlibuck in Rorschachberg, ist Kies kein Thema. Auch sonst ist laut Hafenmeister Peter Bärlocher alles im grünen Bereich. Er schwört auf eine unregelmässige Präsenz vor Ort. Personen, die sich etwa nur umhertreiben würden, spreche er gezielt an. Gebe es mal ein Problem, dann regle die Hafengemeinschaft das unter sich. Ausserdem sei ihm in den vergangenen zehn Jahren kaum unachtsames Verhalten im Pierbereich untergekommen.

Ähnliches berichtet Sybille Baumann. Hafenmeisterin in Goldach. Zwar gebe es immer wieder Abfall um die Stege, besonders die Zigarettenstummel seien ein leidiges Thema. Auf der anderen Seite beobachte sie aber auch ein steigendes Umweltbewusstsein. «Womöglich haben dazu auch Corona und der Lockdown beigetragen», sagt sie.

Pedalo an Pedalo, Motorboot an Motorboot reiht sich an der Hafenmole beim Kornhaus Rorschach aneinander. Die Flotte der Urs Grob Bootsbetriebe besteht aus 22 Pedalos und acht Motorbooten, alle rot. Ein besonderes Ärgernis sind laut Urs Grob Junior glühende Zigarettenstummel. «Diese werden vor allem nachts von der Hafenmole achtlos auf die Boote geworfen», sagt er und zeigt auf eines der Tretboote. «Die Spuren der heissen Zigarettenkippen sind deutlich zu sehen. Es hat frische, schwarze Brandlöcher und solche, die im Laufe der Jahre mit weisser Farbe übermalt wurden. Auch Löcher in den Stoffsitzen sind nicht selten.»

Abfall wird auf den Booten in die Staufächer gestopft

«Manchmal frage ich mich, wie es bei solchen Leuten zu Hause aussieht», sagt Urs Grob. Er spricht damit den Abfall an, den Pedalo-Mieter auf den zurückgebrachten Booten zurücklassen. «Sonntags, wenn besonders viel los ist, habe ich nicht immer Zeit, jedes Pedalo nach der Rückgabe genau anzuschauen. Oft sind die Leute schon ausgestiegen und weg, ehe ich komme, und auf den Booten sieht es aus wie auf einer Müllhalde», so der 48-jährige Bootsverleiher. Ausserdem müsse er auf den Motorbooten regelmässig die Staufächer leeren, die mit Abfall vollgestopft seien. Auch dies bemerke er oft erst, wenn die Bootsmieter schon wieder weg seien.

Wenige Schritte weiter ankern Kursschiffe im Kornhaushafen. Dort ist Urs Grob Senior seit 1987 als Hafenmeister im Einsatz. «Auf den Kurschiffen hatten wir bisher wegen Abfall oder Sachbeschädigung keine Probleme», sagt er. Vermutlich würden die Passanten, die hier Tag und Nacht unterwegs seien, «Lausbuben» abschrecken. Aber auch er bezeichnet achtlos weggeworfene Zigarettenkippen als Problem. Löcher in Abdeckplanen von Schiffen bestätigen seine Aussage.