Kommentar

Kritik nach «Inserate-Zensur» in Steinach: Klare Regeln für mehr Fairness

Eine Frauengruppe aus Steinach kritisiert die Zensur ihres Inserats im Gemeindeblatt. Es war «zu politisch». Doch Spielregeln müssen für alle gelten.

Jolanda Riedener
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Jolanda Riedener, Redaktorin Rorschach.

Jolanda Riedener, Redaktorin Rorschach.

Der Unmut der politischen Frauengruppe aus Steinach ist nachvollziehbar. Mit einem Informationsanlass will sie zur Meinungsbildung in der Region beitragen. Das entsprechende Inserat fürs Gemeindeblatt haben die Veranstalterinnen pünktlich aufgegeben und bezahlt. Trotzdem wurde es kurzfristig mit der knappen Begründung «zu politisch» von den Verantwortlichen abgelehnt. Für die Frauen riecht das nach Willkür. Eine etwas detaillierte Antwort hätte zum guten Ton gehört im 3550-Einwohner-Dorf, wo man sich täglich beim Beck begegnet.

Roland Brändli hat es versäumt, mit den Frauen in Kontakt zu treten. In der Vorweihnachtszeit, kurz vor seiner Abreise ins Ausland und der Amtsübergabe, kann das passieren. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Gemeindeschreiber ausgefallen ist – er sitzt seit November in Untersuchungshaft.

Transparenz könnte Abhilfe schaffen. Die Spielregeln für Inserate müssen für alle gelten und einsehbar sein. Es liegt nun an Brändlis Nachfolger Michael Aebisegger, die Kriterien öffentlich festzulegen.