Das Pfarrhaus St. Georgen wird abgerissen

Das städtische Kirchenparlament hat den Anträgen zum Budget 2020 und zum Abriss des bisherigen Pfarramts St.Georgen zugestimmt.

Claudia Schmid
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Wo heute das Pfarrhaus steht, wird ein Mehrfamilienhaus gebaut.

Wo heute das Pfarrhaus steht, wird ein Mehrfamilienhaus gebaut.

Bild: Urs Bucher

Das Parlament der Katholischen Kirchgemeinde St.Gallen hat sich am Mittwoch zu seiner letzten Sitzung der Amtsperiode 2016 bis 2019 getroffen. Eines der Hauptgeschäfte waren der Voranschlag und die Festsetzung des Steuerfusses für das kommende Jahr.

Die laufende Rechnung 2020 der Katholischen Kirchgemeinde St.Gallen weist einen Aufwand von 23036160 und einen Ertrag von rund 23029460 Franken aus. Der Aufwandüberschuss beträgt 6700 Franken. Der Steuerfuss soll wie bisher 22 Prozentpunkte der einfachen Staatssteuer betragen.

Jedes Jahr schaue er besorgt auf den Steuereingang, erklärte Norbert Ackermann, Mitglied des Kirchenverwaltungsrats (KVR). Deshalb gelte es, allen Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern dankbar zu sein, dass sie der Katholischen Kirchgemeinde die Treue hielten. Der budgetierte Aufwandüberschuss betrage 0,3 Promille des gesamten Aufwandes und könne damit als «rote Null» bezeichnet werden.

Das Kirchenparlament stimmte allen Anträgen zu Voranschlag und Steuerfuss diskussionslos und einstimmig zu. Zudem gaben sie grünes Licht dafür, dass die Rechnungs­kontrolle in den nächsten beiden Jahren weiterhin an eine aussenstehende Revisionsstelle übertragen werden darf. Dies war erstmals in den Jahren 2017 und 2018 der Fall.

Zugestimmt hat das Parlament auch dem Antrag, die Parzelle des ehemaligen Pfarramtes St.Georgen vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen zu überführen. Hintergrund ist, dass anstelle der sanierungsbedürftigen Liegenschaft in absehbarer Zeit ein neues Mehrfamilienhaus realisiert werden soll.

In einem schlechten Zustand

Walter Wagner, Mitglied des Kirchenverwaltungsrats. (Bild: PD)

Walter Wagner, Mitglied des Kirchenverwaltungsrats. (Bild: PD)

«Die Liegenschaft wird nicht mehr als Pfarrhaus benötigt und ist in schlechtem Zustand», begründete KVR-Mitglied Walter Wagner das Vorhaben. Das Gebäude wurde im Jahre 1955 anstelle eines früheren Pfarrhauses erstellt. Das auf einer Parzelle von 850 Quadratmeter stehende Haus wurde als Vikarwohnung verwendet.

Seit längerer Zeit sind im Parterre die Büros des Pfarramtes untergebracht, die Obergeschosse wurden weiterhin als Wohnung genutzt. An der Liegenschaft wurden zuletzt nur noch die nötigsten Unterhaltsarbeiten gemacht. Als letzte grössere Investition wurde im Jahr 1989 die Heizung ersetzt.

Angesichts des hohen Renovationsbedarfs bei der bestehenden Liegenschaft ist der Kirchenverwaltungsrat zum Schluss gekommen, das Gebäude nicht mehr zu sanieren, sondern auf dieser Parzelle in einem Quartier mit hoher Lebensqualität ein Mehrfamilienhaus zu projektieren.