Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Katholische Kirche Region Rorschach stellt einen Geschäftsleiter ein - von den Bürgern kommt Kritik

Der Rat der katholischen Kirchgemeinde Region Rorschach hat seinen bisherigen Präsidenten Stefan Meier zum Geschäftsleiter gewählt. Kirchbürger verlangen nun transparente Information über diese Neubesetzung.
Rudolf Hirtl
Pius Riedener führt ab 1. August den Kirchenverwaltungsrat der katholischen Kirchgemeinde Region Rorschach. (Bild: PD)

Pius Riedener führt ab 1. August den Kirchenverwaltungsrat der katholischen Kirchgemeinde Region Rorschach. (Bild: PD)

Im Frühjahr hat der Kirchenverwaltungsrat der Katholischen Kirchgemeinde Region Rorschach (KKRR) die Stelle eines Geschäftsleiters öffentlich ausgeschrieben. Die KKRR hat zwar drei Kirchenverwaltungen fusioniert, der Mehraufwand in der Verwaltung musste aber vom Kirchenverwaltungsrat gestemmt, werden. Dies hat zur Folge, dass der noch bis Ende Juli amtierende Verwaltungsratspräsident Stefan Meier nicht nur ehrenamtlich, sondern parallel dazu auch noch zu 50 Prozent in der Verwaltung angestellt ist.

«Das führt dazu, dass zu viele Aufgaben auf dem Kirchenverwaltungsrat lasten, sagt der Unteregger Pius Riedener. Der bisherige Kirchenverwaltungsrat wurde vom Rat mit Amtsantritt am 1. August bis Ende 2019 als Vizepräsident gewählt. In dieser Eigenschaft wird er die Führung des Rates übernehmen. Nötig wird dies, weil der Kirchenverwaltungsrat den bisherigen Präsidenten Stefan Meier zum Geschäftsleiter gewählt hat.

Administration begrüsst die klare Trennung

Laut Mitteilung des Kirchenverwaltungsrates haben Vizepräsident Markus Baumgartner und Sabina Oettli, die Leiterin Finanzen des Kirchenverwaltungsrates, den Bewerbungsprozess für die Stelle des Geschäftsleiters geführt. Präsident Stefan Meier sei dabei in allen Schritten in den Ausstand getreten, da er mit dem Gedanken spielte, sich selbst für diese Stelle zu bewerben. Nach Evaluationsprozesses, Vorstellungsgesprächen und mehrere Bewerbungsrunden habe der Kirchenverwaltungsrat dann Meier zum Geschäftsleiter gewählt. Mit Meier sei ein Kandidat gewählt worden, der auf 20 Jahre Erfahrung im Kirchgemeindeumfeld zurückblicken könne.

Nicht alle «Schäfchen» in der regionalen katholischen Kirche sind allerdings mit diesem Vorgehen restlos glücklich. In Leserzuschriften an das «Tagblatt» werden unter anderem die Fragen aufgeworfen, ob diese Delegation der operativen Leitung überhaupt zulässig sei, und ob der Geschäftsleiter nicht von der Kirchbürgerschaft gewählt werden müsste? «Nein», dazu die klare Antwort des designierten Vizepräsidenten Pius Riedener.

Grössere Kirchgemeinden werden von Geschäftsleiter geführt

«Der Kirchenverwaltungsrat ist für die Einstellung von Personal zuständig. Es ist also alles rechtens. Der Kirchenpräsident erfüllt seine Aufgaben grundsätzlich im Ehrenamt. Nach der Fusion der drei Kirchgemeinden war dies nicht mehr möglich und die administrativen Aufgaben konnten nicht mehr optimal erfüllt werden.» Es sei dem Verwaltungsrat klar geworden, so könne es nicht mehr weitergehen. Daher habe sich der Rat für die Schaffung der neuen Stelle entschieden. Dies auch in Ansprache mit der katholischen Administration. Diese sei auch der Meinung, dass ein Ehrenamt nicht mit einer Anstellung kollidieren sollte.

Ausserdem, so Riedener, habe der Rat die Organisationsformen von grösseren Kirchgemeinden im Bistum St. Gallen analysiert. Die fünf grössten Kirchgemeinden im Bistum, zu denen auch die Kirchgemeinde Region Rorschach gehöre, würden von einem Geschäftsleiter geführt.

Welche Aufgaben der neue Geschäftsleiter genau zu erfüllen habe, dies werde von Kirchenverwaltungsrat in diesen Tagen eruiert und in einem Pflichtenheft festgehalten. Sicher sei, dass die Geschäftsleitung ihre Aufgaben am 1. August mit einem 80-Prozent-Pensum wahrnehmen werde.

Riedener stellt seine Kandidatur in Aussicht

Pius Riedener hat Verständnis dafür, dass nicht alle Kirchbürger den Entscheid des Kirchenverwaltungsrats mittragen. Dies sei in einer Demokratie legitim. Weniger erfreut ist er, dass die Kritik über dritte Kanäle an ihn gelange. Er würde sich freuen, wenn der Dialog gesucht werde und unterschiedliche Auffassungen in Gesprächen diskutiert werden könnten. «Wir werden uns bemühen, die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger künftig auch über andere Kanäle möglichst früh und umfassend zu informieren.»

Riedener hat das Amt des Vizepräsidenten übernommen, weil der bisherige Vizepräsident Markus Baumgartner aus beruflichen Gründen darauf verzichtet, sein Amt weiterzuführen. Riedener stellt in Aussicht, an den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2019 als Präsident des Kirchenverwaltungsrates zu kandidieren:

«Ich freue mich auf die Aufgabe vorerst bis Ende Jahr und wenn ich im Herbst gewählt werde, auch darüber hinaus.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.