Kirchenbrand

«Brandstiftung können wir nicht ausschliessen»: Die Ursachenforschung nach dem Feuer in der Jakobuskirche in Steinach läuft

Am Dienstagabend hat kurz vor 18 Uhr in der katholischen Kirche in Steinach eine Krippe gebrannt. Kirchenpräsident Andreas Popp war rasch vor Ort, da er als Präsident der Feuerschutzkommission alarmiert wurde. Er spricht von einer emotional schwierigen Situation und schliesst, ebenso wie Kapo-Mediensprecher Hanspeter Krüsi, Brandstiftung nicht aus.

Rudolf Hirtl
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Diese Krippe in der Jakobuskirche in Steinach wurde ein Opfer der Flammen.

Diese Krippe in der Jakobuskirche in Steinach wurde ein Opfer der Flammen.

Bild: KKST

Im Dorf machen bereits Spekulationen die Runde, Kirchenpräsident Andreas Popp habe in Uniform mitgeholfen, den Brand zu löschen. «Stimmt so nicht. Ich bin nicht Mitglied der Feuerwehr, sondern Präsident der Feuerschutzkommission. Ich bin also eher unterstützend danebengestanden», sagt Popp.

Andreas Popp, Kirchenpräsident und Gemeinderat Steinach.

Andreas Popp, Kirchenpräsident und Gemeinderat Steinach.

Bild: PD

Hölzerne Krippenfiguren erst seit 2013 in der Kirche

Ausserdem sei die Rauchentwicklung im Gebäude so extrem gewesen, dass die Kirche nur mit Atemschutzgerät habe betreten werden können. Die von einem St.Galler Künstler geschnitzten Krippenfiguren seien erst 2013 beschafft worden. Es sei schon ein emotionaler Moment gewesen, nun mitansehen zu müssen, wie diese Holzfiguren durch den Brand schwer beschädigt worden seien, sagt Popp und fügt an:

«Wir sind absolut glücklich, dass es keine Verletzten gab.»
Beschädigt wurde auch der Altar.

Beschädigt wurde auch der Altar.

Bild: Kapo

Beschädigt wurden neben Krippe und Figuren auch der Altar und der Ambo (Rednerpult). Über die Brandursache sei noch nichts näheres bekannt. Zum jetzigen Zeitpunkt könne nur spekuliert werden. Aber natürlich kämen da auch Gedanken über eine möglicherweise mutwillige Brandlegung auf. Andreas Popp sagt:

«Brandstiftung würde zweifellos viele Fragen aufwerfen.»

Auch Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, sagt: «Brandstiftung können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschliessen.» Er betont aber auch, dass die Forensiker noch an der Arbeit seien. Diese würden auch mit Leuten reden, die in der Kirche gearbeitet hätten, und nach brandbeschleunigenden Mitteln suchen. Es müsse beispielsweise auch abgeklärt werden, ob Kerzen gebrannt hätten. «Bis wir die tatsächliche Ursache wissen, wird es noch einige Zeit dauern.»

Innensanierung war bereits in Planung

Fassade und Turm der Jakobuskirche wurden 2019 saniert. Ausgerechnet kurz vor Weihnachten wurden im selben Jahr Risse an der Decke mit einem Fresko aus dem 18. Jahrhundert entdeckt. Daraufhin musste aus Sicherheitsgründen die Kirche geschlossen und die Decke gesichert werden. Alle Gottesdienste, einschliesslich der Festtagsgottesdienste, wurden in den Gemeindesaal verlegt. Auch nun werden die Gottesdienste unter Berücksichtigung der Corona-Auflagen wieder im Gemeindesaal stattfinden. «Wie lange die Kirche geschlossen sein wird, kann ich noch nicht sagen.»

In zwei bis drei Jahren wäre eine totale Innensanierung der katholischen Kirche angestanden. «Natürlich haben wir im Hinterkopf, diese Sanierung nun vorzuziehen. Allerdings ist es wichtig, dass so eine Sanierung sorgfältig vorbereitet wird. Schnellschüsse bringen in dieser Sache nichts», sagt Andreas Popp, der seit 14 Jahren Präsident der Katholischen Kirchenverwaltung in Steinach ist.

Über 90 Leute im Einsatz

An den Löscharbeiten beteiligten sich mehrere Ortsfeuerwehren. Rund ein Dutzend Fahrzeuge und 90 Leute waren im Einsatz. Der Brand konnte kurz vor 19.30 Uhr gelöscht werden. In der Jakobuskirche kam es aufgrund des Brandes zu einer starken Rauchentwicklung. Diese musste durch einen sogenannten Taifun – ein speziell diesem Zweck dienliches Feuerwehrfahrzeug – gebändigt werden. Der Sachschaden beträgt laut Hanspeter Krüsi mehrere 10'000 Franken.