Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kinderspital in St.Gallen zieht um: Das könnte auf dem frei werdenden Areal entstehen

An der Rorschacher Strasse wird bis 2025 ein neues Kinderspital gebaut. Im Grossacker ergeben sich städtebauliche Perspektiven.
Daniel Wirth
Das Kinderspital liegt zwischen dem Silberturm und den Familiengärten im Grossacker. Wo heute operiert und gepflegt wird, könnte neuer Wohnraum entstehen. (Bild: Ralph Ribi)

Das Kinderspital liegt zwischen dem Silberturm und den Familiengärten im Grossacker. Wo heute operiert und gepflegt wird, könnte neuer Wohnraum entstehen. (Bild: Ralph Ribi)

Das Ostschweizer Kinderspital an der Claudiusstrasse ist ein verschachteltes Haus, in dem rund 800 Frauen und Männer arbeiten, in dem Kinder operiert und gepflegt werden, in dem Mütter und Väter bangen. Das «Kispi» ist ein Haus, das viele Geschichten erzählen kann, ein Haus, in dem es eng geworden ist, ein Haus, in dem gelacht und geweint wird. Das «Kispi» ist ein besonderer Ort für breite Teile der Stadtsanktgaller und der Ostschweizer Bevölkerung.

Das spezielle Haus, das 1966 im Grossacker gebaut wurde, hat bald ausgedient. Denn auf der anderen Seite der Rorschacher Strasse wird auf dem Areal des Kantonsspitals von 2021 bis 2015 ein neues Kinderspital gebaut. Die Baukosten wurden mit 187 Millionen Franken veranschlagt und werden sich geteilt von den Trägerkantonen St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell sowie dem Fürstentum Liechtenstein. Noch dauert es sechs Jahre, bis die Operationssäle und Bettenzimmer im «Kispi» dunkel bleiben. Wenn es aber so weit ist, wird im Grossacker in St.Fiden Land frei, viel Land, weit über 9000 Quadratmeter, die heute der Zone für öffentliche Bauten zugeschieden sind und die im Besitz der Ortsbürgergemeinde St.Gallen sind.

Zeitplan wurde korrigiert

Die Ortsbürgergemeinde hat die Parzelle 1664 der Stiftung Ostschweizer Kinderspital (OKS) im Baurecht abgegeben. Arno Noger ist Präsident der Ortsbürgergemeinde. Gleichzeitig ist er Präsident der Stiftung Ostschweizer Kinderspital. Ursprünglich war geplant, das neue Kinderspital 2023 seiner Bestimmung zu übergeben. Doch der Zeitplan wurde korrigiert. Der geplante Bezug des 187-Millionen-Neubaus ist neu Ende 2025 vorgesehen. Aufgrund des neuen Zeitplans sind die Details der weiteren Verwendung des Areals im Grossacker noch nicht geregelt, wie Arno Noger auf Anfrage sagt.

Arno Noger, Präsident der Ortsbürgergemeinde. (Bild: Ralph Ribi)

Arno Noger, Präsident der Ortsbürgergemeinde. (Bild: Ralph Ribi)

Sicher sei indes, dass die 9000 Quadratmeter Land nicht mehr von der Stiftung Ostschweizer Kinderspital beansprucht würden. Die Ortsbürgergemeinde stehe diesbezüglich in Kontakt mit der Stiftung und mit der Dienststelle Stadtplanung der Stadt St.Gallen.

Stadtplaner Florian Kessler bestätigt das. Auf die Frage, was dereinst entstehen könnte, wo heute Kinder operiert und gepflegt werden, antwortet Kessler:

«Die Lage ist prädestiniert für attraktives innerstädtisches Wohnen.»

Florian Kessler, Stadtplaner. (Bild: Urs Bucher)

Florian Kessler, Stadtplaner. (Bild: Urs Bucher)

Er meint damit eine Vielfalt an Wohnungstypen in Bezug auf die Grösse und die Grundrisse, und er denkt an gute private und öffentlich vielfältig nutzbare Aussenräume und Rückzugsmöglichkeiten. Erforderliche Infrastrukturen wie Schule, Einkaufsmöglichkeiten, gute Verbindungen des öffentlichen Verkehrs liegen gemäss dem Stadtplaner in unmittelbarer Nähe.

Quartierverein ist noch nicht in Planung involviert

Das Einkaufszentrum Grossacker mit Migros und Denner befindet sich einen Steinwurf vom «Kispi» entfernt. An der Rorschacher Strasse befinden sich in kurzer Gehdistanz Haltestellen für Busse der städtischen Verkehrsbetriebe und für Postautos. Das Primarschulhaus Grossacker ist auch nicht weit weg von der Claudiusstrasse und selbst der Bahnhof St.Fiden ist zu Fuss in wenigen Minuten erreichbar. Kurz: Das Areal, auf dem das Kinderspital steht, eignet sich gut für Wohnungen. Gemäss Florian Kessler ist eine Umnutzung des heutigen Kinderspitals, eine Neubebauung des Areals oder eine Kombination aus beidem vorstellbar.

Der Quartierverein St.Fiden-Neudorf ist von der Stadt oder von den Ortsbürgern noch nicht kontaktiert worden in Zusammenhang mit der Zukunft des heutigen Kinderspitalareals, wie Präsident Bruno Stalder auf Anfrage sagt. Das werde aber bestimmt noch geschehen, ist er überzeugt. Das Kinderspital sei eine wichtige Einrichtung im Quartier, sagt Stalder. Viele Menschen kämen wegen des «Kispi» überhaupt erst nach St.Fiden. Ins gleiche Horn stösst Hans Bucher, der Aktuar des Quartiervereins. Das Kinderspital sei eine Institution, ein 24-Stunden-Brennpunkt und wichtiger Arbeitgeber.

Beeindruckende Bevölkerungszahlen

Das Quartier St.Fiden-Neudorf bildet einen Teil der ehemaligen politischen Gemeinde Tablat. Die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung sind beeindruckend, wie Archivar Fredi Hächler auf der Website des Quartiervereins schreibt. Um 1800 lebten rund 2700 Einwohner in der Gemeinde Tablat, 1850 schon 4424 und 1910 zählte man 22306 Einwohner. Der Ausländeranteil betrug zu dieser Zeit 40,5 Prozent, davon waren die Hälfte Italiener, wie Hächler schreibt.

Die Schattenseite dieser Entwicklung war eine akute Wohnungsnot. Um den Bahnhof St.Fiden und anderswo erstellten Bauspekulanten «ghettoähnliche Wohnsilos», wie es Hächler formuliert. Quartiere wie Buchwald und Buchental erhielten wegen der vielen dort lebenden Italiener den Übernamen Klein-Venedig.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.