Babysitting ist nach wie vor bei Mädchen populär: Ein Kurs in Rorschach bringt den Umgang mit Kindern bei

Mitte November startet der Babysitter-Kurs in Rorschach. Doch das Interesse dafür nimmt ab. Weniger Babysitter gibt es deswegen aber nicht.

Ines Biedenkapp
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Jugendliche können sich mit dem Babysitten ihr Sackgeld aufbessern und Erfahrung mit Kleinkindern sammeln. Bild: Getty Images

Jugendliche können sich mit dem Babysitten ihr Sackgeld aufbessern und Erfahrung mit Kleinkindern sammeln. Bild: Getty Images

Wie kann man ein Kleinkind füttern, wickeln oder auch unterhalten? Das sind Fragen, die im Babysitter-Kurs des Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) durchgenommen werden. In der Region Rorschach wird der Kurs von Sabina Lindqvist organisiert. «Das mache ich mittlerweile seit zehn Jahren», sagt sie. In dem Kurs wird Teenagern ab einem Alter von 13Jahren die allgemeinen Grundlagen im Umgang mit Kleinkindern vermittelt, gibt Lindqvist Auskunft.

Der Kurs in Rorschach findet jährlich statt, das nächste Mal am 16. und 23. November. Vor rund 20 Jahren brachte die katholische Frauengemeinschaft Rorschach den Kurs in die Region. Auch heute noch stellen sie die Räumlichkeiten im Zentrum St.Kolumban zur Verfügung.

Wie verhält man sich im Notfall?

In Rorschach dauert der Kurs einen Tag. Neben Windeln wechseln und dem Füttern von Babys, wird den Jugendlichen von einer Pflegefachfrau des SRK auch beigebracht, was während eines Notfalls zu machen ist. Dabei geht es unter anderem um Zeckenbisse, Verbrennungen aber auch darum, wie man reagieren soll, wenn sich ein Kleinkind verschluckt hat.

Dabei richtet sich der Kurs nicht nur an Mädchen, auch Knaben seien willkommen. «Pro Jahr haben wir immer etwa einen Jungen dabei», sagt Lindqvist. «Mit den Kursen versuchen wir alle anzusprechen – nicht nur Mädchen.» Neben den Grundlagen hat der Kurs zudem den Vorteil, dass er zertifiziert ist. Das könne bei einer späteren Tätigkeit, etwa als Au Pair, einer Nanny-Arbeit im Ausland, von Vorteil sein.

Zudem würden die Jugendlichen auch über ihre eigenen Rechte aufgeklärt werden. «Manchmal kann es sein, dass Eltern riesige Ansprüche an die Teenager stellen», sagt Lindqvist. «Die Babysitter müssen sich aber nicht schuldig fühlen, weil sie mal einen Auftrag nicht annehmen.» Die ausgebildeten Babysitter kommen auf eine Liste, über die sich die Eltern jederzeit informieren können, welche oder welcher Babysitter in ihrer Nähe wohnt. Diese wird immer aktualisiert.

Geringe Nachfrage hat verschiedene Gründe

«Wer kennt das nicht? Man möchte mal zum Coiffeur gehen, oder auch abends mit seinem Mann ins Kino», sagt Sabina Lindqvist. Die Liste soll es den Eltern erleichtern, eine Betreuung in der Nähe für ihr Kind zu finden. Dies sei vor allem von Vorteil, da die Jugendlichen Abends nicht alleine nach Hause gehen sollten.

Doch die Nachfrage nach den Kursen nimmt ab. Zum einen könne dies an den Kurskosten von 110 Franken liegen, meint Lindqvist. «Aber ich glaube das liegt auch daran, dass die Babysitter immer weniger Einsätze haben», sagt sie weiter. Andere hätten zudem das Gefühl, sie bräuchten so einen Kurs nicht, da sie durch die Verwandtschaft eine gute Übung hätten.