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Tübacher haben keine Lust auf Kunst am Kreisel

Für 140000 Franken hätte der älteste Verkehrskreisel im Kanton St. Gallen verschönert werden sollen. Die Tübacherinnen und Tübacher haben den Kredit aus dem Budget 2019 gestrichen.
Jolanda Riedener
Der älteste Verkehrskreisel des Kantons bleibt vorerst so gestaltet, wie er ist. (Bild: Laura Manser)

Der älteste Verkehrskreisel des Kantons bleibt vorerst so gestaltet, wie er ist. (Bild: Laura Manser)

Vor einem Jahr hat Tübachs Gemeindepräsident Michael Götte der Bürgerschaft versprochen: «Die nächste Bürgerversammlung wird in der sanierten Mehrzweckhalle über die Bühne gebracht.» Sein Versprechen konnte er halten: 206 Frauen und Männer fanden sich am Mittwochabend ein. Das sind 21 Prozent der Stimmberechtigten, verkündet Götte. Noch ist die Halle allerdings eingerüstet. «Wir warten auf die Lieferung von Fassadenelementen, deshalb zieht sich die Aussengestaltung hin», sagt Götte.

Gemeindepräsident Michael Götte führte am Mittwochabend durch die Bürgerversammlung. (Bild: Jolanda Riedener)

Gemeindepräsident Michael Götte führte am Mittwochabend durch die Bürgerversammlung. (Bild: Jolanda Riedener)

Die Jahresrechnung 2018 verabschiedet die Bürgschaft diskussionslos und einstimmig. Gesprächsstoff geben hingegen Budget und Steuerplan 2019. Die Investitionsrechnung sieht die Neugestaltung des Landhauskreisels vor. 1991 wurde dieser als erste Rondelle im Kanton erstellt. Erste Gestaltungsideen wurden 2015 besprochen. Die Kulturkommission unter der Leitung von Gemeinderätin Birgit Koster Schöb arbeitete Vorschläge für die Neugestaltung aus und lancierte einen Gestaltungswettbewerb. Auch bauliche und gestalterische Abklärungen mit den beteiligten Fachleuten wurden getroffen. «Der neue Kreisel soll eine Visitenkarte der Gemeinde sein», führt der Gemeindepräsident aus.

«Dekadent» und «passt nicht zu unserer Gemeinde»

Zum Gegenangriff geht Roger Neff über: Er stellt einen Antrag und fordert die Stimmbürger dazu auf, die Kreiselgestaltung an den Gemeinderat zur erneuten, kostengünstigeren Prüfung zurückzuweisen. «Unser Kreisel ist nicht der Schönste», sagt er. Dennoch erfülle er seinen Zweck und man müsse ihn nicht vergolden. Neff ist überzeugt:

«Ein normaler Kreisel, allenfalls mit einer schönen Bepflanzung, würde genügen und besser zur Gemeinde passen»

Weiter fügt er an, ob der Verkehrskreisel denn nicht ohnehin bald baulich erneuert oder verbreitert werden müsse. Das Publikum goutiert sein Votum mit einem kräftigen Applaus.

Stefan Weibel, Mitglied der Kulturkommission, verteidigt das Projekt:

«In Tübach haben wir bisher kaum Kunst im öffentlichen Raum.»

Seit 30 Jahren habe der Kreisel keine Erneuerung erfahren, obwohl es sich bei Tübach nicht um eine arme Gemeinde handle.

«Es ist dekadent so viel Geld für einen Kreisel zu investieren», bemerkt ein weiterer Votant. Weiter sei Kunst subjektiv und das geplante Werk gefalle vermutlich nicht allen Bürgern. Schliesslich werden die 140000 Franken mit einer Mehrheit von 116 zu 59 Stimmen aus dem Budget gestrichen. Mehrere Personen enthalten sich der Abstimmung, darunter auch der Gemeindepräsident. Schliesslich nehmen die Anwesenden das Budget ohne weitere Diskussionen einstimmig an.

Öffentliche Nutzung in der Zentrumswiese

In der allgemeinen Umfrage erwähnt Michael Götte die geplanten Unterflurcontainer. Die Anlage sei bestellt und soll ab Sommer an der Aachstrasse in Betrieb genommen werden. Weiter kündigt er an, dieses Jahr eine ausserordentliche Bürgerversammlung einzuberufen. Der Kauf des Erdgeschosses im grössten Gebäude der Zentrumswiese soll dann beschlossen werden. «Wenn nicht hier, dann wird es schwierig Räume für eine öffentliche Nutzung zu kaufen», sagt Götte. Man sei mit der Eigentümerin in Verhandlungen. Denkbar sei dort allenfalls einmal ein Dorfladen, denn beim bestehenden Lokal seien die Platzverhältnisse bereits knapp. Weiter vorstellbar seien Co-Arbeitsplätze oder familienergänzende Angebote.

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