Keine Fasnacht für Rheineck

Der Rheinecker Fasnachtsumzug fällt dieses Jahr aus. Das, obwohl in den vergangenen Jahren immer mehr Guggenmusiken mitgemacht hatten. 

Andrea C. Plüss
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Bei bestem Wetter fand der Rhynegger Fasnachtsumzug im vergangenen Jahr statt. Mehrere Guggen, hier die Wolfs-Hüüler im Bild, nahmen teil. Bild: Archiv/Rebecca Küster

Bei bestem Wetter fand der Rhynegger Fasnachtsumzug im vergangenen Jahr statt. Mehrere Guggen, hier die Wolfs-Hüüler im Bild, nahmen teil. Bild: Archiv/Rebecca Küster

Für Sonntag, 9. Februar, war der diesjährige Fastnachtsumzug im Städtli angekündigt. Stattfinden wird er jedoch nicht. Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte die Stadt Rheineck auf ihrer Facebook-Seite, der Umzug werde «dieses Jahr aus diversen Gründen nicht stattfinden». Das OK werde sich auflösen.

Nie mehr ohne» lautete das Motto des Organisationskomitees, das die Tradition des Rhynegger Fasnachtsumzugs 2002 wiederbelebt hatte. Das OK, bis 2019 unter dem Vorsitz von Ada Franco, durfte sich in den darauffolgenden Jahren über eine stetig wachsende Zahl von Mitwirkenden freuen: mehrere Guggenmusiken, die Nuklearspränger und Räbä Forzer aus Thal oder die Wolfs-Hüüler aus Wolfhalden beispielsweise liefen im Zug mit, das Familien-Forum Rhynegg organisierte Aktivitäten für Kinder, Hunderte Schaulustige säumten die Strassen im Städtli. 

Nicht genügend Sponsorengelder

 «Was ist passiert??», lautet der erste Kommentar auf der Facebook-Seite des Fasnachts-OK, wo die Absage des Umzugs Mitte letzter Woche bekannt gegeben wurde. An die Fasnächtler gerichtet heisst es dort: «Der Rhynegger Fasnachtsumzug am 9. 2. 2020 wird leider nicht stattfinden. Besten Dank für Euer Verständnis.» 

Die Frage nach dem Warum beantwortete Samira Said, die den Vorsitz des Fasnachts-OK im letzten Jahr von Ada Franco übernommen hatte, unter Hinweis auf fehlende Sponsoren­gelder. Andere Gründe schliesst Samira Said aus. Es sei richtig, dass sich das bestehende OK, zu dem nebst Samira Said noch Larissa Dornbierer und Fabio Franco gehören, aufgelöst habe. Die Auflösung des OK bedeute jedoch nicht das Ende des Rhynegger Fasnachtsumzugs, beteuern sowohl Samira Said, die die Pazzo Bar in der Poststrasse in Rheineck führt, als auch Larissa Dornbierer, aktiv bei den Wolfs-Hüülern. 

«Der Umzug gehört zu Rheineck!»

Wie wichtig Sponsorenbeiträge an den Umzug sind, weiss die ehemalige OK-Vorsitzende Ada Franco. Vereine oder Guggenmusiken könne man erst nach erfolgreicher Sponsorensuche ansprechen. «Die Mitwirkenden erhalten Getränke und Verpflegung, kostenpflichtige Bewilligungen sind zu besorgen, die Wagen müssen versichert werden und Polizei und Feuerwehr kosten auch», so Franco. Sie sei enttäuscht, dass der Umzug in diesem Jahr ausfalle, gibt sich aber zuversichtlich, dass es im nächsten Jahr wieder einen Fasnachtsumzug in Rheineck geben wird. Für Ada Franco steht fest:

«Der Umzug gehört zu Rheineck.»

Gerüchte gab es schon länger

Einige Anrufe seien in letzter Zeit bei ihr eingegangen, die sich um den Umzug drehten. Die Anrufer habe sie an das Fasnachts-OK verwiesen. Bereits vor der publizierten Absage des Umzugs seien Gerüchte in Umlauf gewesen, dieser fände nicht statt, sagt Rheinecks Stadtschreiber Marco Forrer. Da sei unter anderem von fehlenden Sponsorengeldern die Rede gewesen. Die Stadt sei letzte Woche vom OK um Publizierung der Absage gebeten worden. For­rer selbst spielt bei den Nuklearsprängern, die sich den Sonntagvormittag für den Rheinecker Umzug reserviert hatten.   Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht. Vielleicht wird der Coming Soon Countdown auf der Webseite des Fasnachts-OK im nächsten Jahr wieder aktiviert. Momentan steht er bei Null.

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Remo Zollinger