Kein Singen, keine Kontaktsportarten, verschärfte Maskenpflicht in Oberstufenschulen: Der Kanton Appenzell Innerrhoden verschärft die Coronaregeln

Da die Zahlen der Coronainfektionen und Hospitalisationen in den letzten Tagen angestiegen sind, verschärft der Kanton Appenzell Innerrhoden die Coronamassnahmen.

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An den Oberstufenschulen im Kanton Appenzell Innerrhoden gilt ab morgen eine verschärfte Maskenpflicht.

An den Oberstufenschulen im Kanton Appenzell Innerrhoden gilt ab morgen eine verschärfte Maskenpflicht.

Bild: Laurent Gillieron, Keystone

(pd/dar) Die Zahlen der Corona-Infektionen und der Hospitalisation von Patientinnen und Patienten mit Covid-19 sind in den letzten Tagen nochmals massiv angestiegen. Ab morgen gelten deshalb in den Oberstufenschulen des Kantons Appenzell Innerrhoden verschärfte Massnahmen, wie die Staatskanzlei mitteilt. Die neuen Regelungen:

  • verschärfte Maskenpflicht
  • Verbot von Kontaktspielen im Sportunterricht
  • Verbot von Singen im Musikunterricht

Um unterschiedliche Lösungen in der Region zu vermeiden, werde sich die Standeskommission beim Erlass weiterer Massnahmen mit den Regierungen der Nachbarkantone absprechen, heisst es in der Mitteilung.

Spitäler stossen an Grenzen

Bis zum 4. Oktober 2020 betrug die wöchentliche Zahl der Corona-Ansteckungen im Kanton Appenzell Innerrhoden stets deutlich unter 10. Seit dem 5. Oktober hat sich die Zahl der Neuansteckungen im Kanton faktisch jede Woche verdoppelt und beträgt aktuell mehr als 100 Fälle pro Woche. Eine Trendwende ist derzeit nicht absehbar. In dieser Situation sind weitere Massnahmen notwendig.

«Wenn diese Entwicklung anhält, stossen die Spitäler in der Region schon bald an ihre Kapazitätsgrenzen», schreibt der Kanton. Die Standeskommission hält verschärfte Massnahmen, wie sie der Bundesrat plant, für unabdingbar und ist bereit, im Bedarfsfall auch weitere kantonale Massnahmen zu ergreifen.

Der Bundesrat hat angekündigt, am nächsten Mittwoch die Massnahmen zu verschärfen. Die Standeskommission unterstützt den Schritt. Sie erwartet aber vom Bundesrat rasch Klarheit und ein entschiedenes Handeln. Sie selber wird die Situation permanent und mit hoher Aufmerksamkeit weiterbeobachten. Wenn es nicht gelingt, die Kurve der Neuansteckungen durch eigenverantwortliches Handeln und ein konsequentes Befolgen der bestehenden Vorgaben abzuflachen, sind weitere Massnahmen im öffentlichen Raum sowie im beruflichen und privaten Umfeld unabdingbar.

Aufruf an die Bevölkerung

Die Standeskommission ruft die Bevölkerung des Kantons deshalb erneut und eindringlich auf, alles zu unternehmen, um die Zahl der Ansteckungen zu reduzieren. Vor allem fordert sie die Bevölkerung des Kantons auf, auch im privaten Bereich alles Erforderliche zu unternehmen, damit der Anstieg der Fälle und der Hospitalisationen gebrochen werden kann. Der Kanton schreibt:

«Vermeiden Sie grössere Menschenansammlungen, verzichten Sie auf das Veranstalten von Partys und Festen und halten Sie sich konsequent an die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln.»

Weiter fordert die Standeskommission die Unternehmen auf, ihre Schutzkonzepte für die Mitarbeitenden und Kunden strikte umzusetzen.