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St.Galler Stadtrat und VBSG: Kein Plan B bei einem Nein zur Busvorlage

Die Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) wollen einen Teil der Busflotte durch batteriebetriebene Fahrzeuge ersetzen. Schickt das Volk die Vorlage bachab, haben weder Stadtrat noch VBSG eine Alternative parat.
Seraina Hess
Zur Abstimmung stehen sowohl die Anschaffung 17 neuer Elektro-Trolleybusse als auch der Ausbau des Fahrleitungsnetzes um sechs Kilometer. (Bild: Benjamin Manser)

Zur Abstimmung stehen sowohl die Anschaffung 17 neuer Elektro-Trolleybusse als auch der Ausbau des Fahrleitungsnetzes um sechs Kilometer. (Bild: Benjamin Manser)

Das Stadtparlament hat sich im Sommer eindeutig für die Busvorlage des Stadtrates ausgesprochen. Die politischen Parteien fassen ihre Parolen in diesen Tagen – und wie sich zeigt, bleibt das Vorhaben weiterhin unbestritten. Auf dem politischen Prüfstand steht die Anschaffung 17 batteriebetriebener Trolleybusse, ebenso die Elektrifizierung weiterer Teile des Liniennetzes für insgesamt 37,5 Millionen Franken («Tagblatt» vom 19. Oktober). Damit sollen die Linien 3 (Heiligkreuz – St. Josefen), 4 (Wittenbach – Säntispark) und 6 (St. Georgen – Heiligkreuz) auf den Batterietrolleybus-Betrieb umgestellt werden.

Zu den wenigen Kritikpunkten, die trotz der geschlossenen Unterstützung zu hören sind, zählen weder die Antriebsart noch die höheren Unterhalts- und Anschaffungskosten der neuen Busflotte. Vielmehr ist es der Zeitpunkt, der Fragen aufwirft. Im Abstimmungsbüchlein heisst es: «Ab dem Jahr 2020 muss die Dieselbusflotte der Verkehrsbetriebe St.Gallen ersetzt werden.» Doch wie wird die Lebensdauer von zwölf Jahren begründet, zumal die alten Busse nach dem Verkauf ins Ausland weiterhin auf den Strassen unterwegs sein werden?

Fast eine Million Kilometer unter den Rädern

Ralf Eigenmann, Leiter der VBSG, nennt im Rahmen der Medienorientierung über die Vorlage technische und wirtschaftliche Aspekte: Nach einem zwölfjährigen Einsatz hätten Dieselbusse ihren Zenit überschritten, da der Antriebsstrang mit Motor, Getriebe und Achsen am Ende der technischen Lebensdauer angelangt sei. Eigenmann sagt:

«Ein Auto hätten die meisten Privatpersonen nach zwölf Jahren längst ersetzt. Ein Bus auf einer viel befahrenen Linie hat nach dieser Zeit einen Kilometerstand von einer knappen Million.»

Ralf Eigenmann, Leiter VBSG. (Bild: Benjamin Manser)

Ralf Eigenmann, Leiter VBSG. (Bild: Benjamin Manser)

Die Unterhaltsarbeiten häuften sich, viele Bestandteile des Fahrzeugs – im schlimmsten Fall des Antriebsstrangs – müssten kostspielig ersetzt werden. Ganz zu schweigen von der Forderung der Fahrgäste nach Komfort im ÖV. Stadtrat Peter Jans, Direktor Technische Betriebe, erinnert sich an die Vorgänger-Busflotte, die ab 2008 ersetzt wurde: «Die VBSG haben die Lebensdauer der Busse damals überschritten und sind mit den alten Fahrzeugen an ihre Grenzen gestossen. Die Passagiere beschwerten sich über den Standard.»

Die auf zwölf Jahre beschränkte Lebensdauer der Dieselbusse gründet aber nicht nur auf zunehmenden Unterhalts- und Reparaturkosten, sondern auch auf der Abschreibungsdauer. Nach Bestimmung des Bundes zur Rechnungslegung konzessionierter Unternehmen sollen Autobusse in mindestens zehn und höchstens 14 Jahren abgeschrieben werden. Die VBSG haben sich mit dem Kanton, dem Besteller der Verkehrsleistungen, auf zwölf Jahre geeinigt. In den kantonalen Abgeltungsleistungen zur Entschädigung ungedeckter Kosten der Verkehrsbetriebe entfällt nach Ablauf der Frist der Abschreibungsbeitrag. Das war vor der letzten Busflottenerneuerung noch anders: Die Kantonsabgeltung blieb selbst nach vollendeter Abschreibung gleich, wodurch die VBSG Geld auf die hohe Kante legen konnten. Damals ein Anreiz, mit dem Kauf neuer Busse abzuwarten.

Ersatz wird es früher oder später geben

Mit einem Nein zur Busvorlage, über die das Volk am 25. November abstimmt, rechnen weder der Stadtrat noch die VBSG. «Einen Plan B haben wir nicht», sagt Ralf Eigenmann. Würde die Vorlage abgelehnt, folgte eine Analyse: Wäre es ein Nein zur Elektrifizierung des Busnetzes, ein Nein zu den VBSG oder dem ÖV im Allgemeinen?

Das Szenario bleibt vorerst hypothetisch. Ersetzt werden müssen die Busse aber in jedem Fall – früher oder später.

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