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Gossauer Stadtrat will keine gemeinschaftlichen Solarstromanlagen

Gossauer Bürgerinnen und Bürger sollen Solarzellen kaufen. So will es eine Interpellation. Der Stadtrat sieht dafür momentan allerdings keinen Bedarf.
Marion Loher
Solaranlage auf dem Dach des OZ Buechenwald. (Bild: Urs Jaudas, 31. März 2011)

Solaranlage auf dem Dach des OZ Buechenwald. (Bild: Urs Jaudas, 31. März 2011)

In seiner letzten Interpellation hat der mittlerweile zurückgetretene Stadtparlamentarier Alfred Zahner (Flig) dem Gossauer Stadtrat vorgeschlagen, ein neues Bürgerbeteiligungsmodell für Solarenergie zu lancieren. Vorbild soll dabei die Stadt Zürich sein. Dort kann man seit Frühling 2015 für 250 Franken einen Quadratmeter Solarzellen kaufen. Im Gegenzug werden auf der jährlichen Stromrechnung 80 Kilowattstunden gutgeschrieben. Dies geschieht über eine Laufzeit von 20 Jahren. Für den Bau und die Finanzierung der Fotovoltaikanlage sind die Stadt beziehungsweise die Stadtwerke verantwortlich. Ein ähnliches Modell hat im vergangenen Sommer auch Wil eingeführt.

In seiner Antwort auf die Interpellation schreibt der Stadtrat nun, dass nebst rechtlichen, marketingmässigen und anderen technischen Voraussetzungen auch ein geeignetes Fotovoltaikprojekt vorhanden sein müsse, um ein solches Modell einzuführen. Dies sei in Gossau derzeit nicht der Fall. Deshalb sehe die Stadt von der Lancierung eines derartigen Modells ab.

191 Solaranlagen in ganz Gossau

Die Stadt habe sich in den vergangenen Jahren bereits stark für den Ausbau der Solarenergie engagiert, heisst es weiter. Sie erinnert dabei an die Fördermassnahmen zum Bau von Fotovoltaikanlagen. Durch sie profitieren rund 60 Anlagen von einer kommunalen Förderung in der Höhe der Vergütung aus dem bundesweiten Förderprogramm, der kostendeckenden Einspeisevergütung. Zudem hätten die Stadtwerke in den vergangenen Jahren vier Fotovoltaikanlagen mit einer Jahresproduktion von durchschnittlich 150000 Kilowattstunden gebaut: Werkhof Stadtwerke, Feuerwehrdepot, Rathaus und OZ Buechenwald.

Zurzeit produzieren in Gossau 191 Fotovoltaikanlagen jährlich über sechs Millionen Kilowattstunden Strom. In Bezug auf die Grösse der Stadt respektive auf die pro Einwohner gelieferte Energiemenge ist das viel. Die Stadt St. Gallen beispielsweise liegt bei einem Wert von 7 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Nach wie vor werden in Gossau jährlich rund 20 neue private Anlagen in Betrieb genommen.

An der Naturstrombörse einkaufen

Mieterinnen und Mieter könnten heute nicht nur durch ein Bürgerbeteiligungsmodell ihre Stromqualität auf einen grösseren Anteil Solarstrom verbessern. Es bestehe auch die Möglichkeit, Fotovoltaikstrom an einer Naturstrombörse zu kaufen, schreibt der Stadtrat weiter, und er nennt als Beispiel die Ostschweizer Naturstromböse. Sie biete ebenfalls Solarstrom, der in der näheren Umgebung produziert werde. Zudem könnten die Mieterinnen und Mieter eines der von den Stadtwerken Gossau angebotenen Stromprodukte beziehen, die 5 bis 40 Prozent Gossauer Sonnenstrom enthalten.

Zahner wollte vom Stadtrat zudem wissen, auf welche öffentlichen Anlagen noch Solarzellen gebaut werden könnten. «Das OZ Rosenau, die Turnhalle Buechenwald und die Schulanlage Haldenbüel wurden in den vergangenen fünf Jahren erneuert. Bei diesen Anlagen könnte aus bautechnischen Überlegungen auf den Dächern eine Fotovoltaikanlage montiert werden, da die Machbarkeitsabklärungen teilweise durchgeführt worden sind», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Detaillierte Projektunterlagen gebe es aber nicht.

Die Schulanlagen Büel, Othmar und Hirschberg müssen laut Stadtrat in den kommenden Jahren saniert werden. Hier sind noch keine Abklärungen getroffen worden.

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