Hitzewelle: Kein erhöhter Wasserverbrauch in der Region Rorschach

Die Hitzewelle hat auch die Region am See im Griff. Glücklich, wer nicht arbeiten muss und im kühlen See abtauchen kann.

Rudolf Hirtl
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Auch wenn am frühen Abend zahlreiche Hausbesitzer zu beobachten sind, die Gärten und Rasenflächen bewässern, die Hitzewelle macht sich bei den regionalen Wasserwerken kaum bemerkbar. Schon gar nicht durch einen etwa ungewöhnlich hohen Wasserverbrauch.

«Aktuell haben wir einen täglichen Wasserverbrauch von 2500 Kubikmeter», sagt Goldachs Brunnenmeister Christoph Bücheler.

Durchschnittlich habe die Gemeinde im Sommer einen Tagesbedarf von 3000 Kubikmeter (das sind ca. 20000 Badewannen). Im Winter werden 2000 Kubikmeter verbraucht. Dass trotz hoher Temperaturen weniger Wasser verbraucht wird, als im sommerlichen Durchschnitt, lässt sich gemäss Bücheler vor allem mit den Schulferien erklären. Viel Leute seien gar nicht zu Hause.

Goldach verbraucht bis zu 22000 Badewannen Wasser pro Tag

Bei Hitzetagen ausserhalb der Sommerferien könne der Tagesverbrauch in Goldach auf 3200 bis 3300 Kubikmeter steigen. (Zum Vergleich: Ein olympisches Schwimmbecken fasst 3750 Kubikmeter Wasser.) Bemerkbar machen würde sich dann auch der erhöhte Verbrauch in der Landwirtschaft, wenn beispielsweise die Erdbeerfelder in der Auen oder in der Gemeinde verteilte Gemüsefelder bewässert würden. Goldach bezieht das Wasser grossteils aus dem Bodensee, 15 Prozent kommt aus Quellen. Daraus fliessen derzeit 180 Kubikmeter in die Wasserversorgungen, bei «normalem» Wetter sind es 400 Kubikmeter.

«Den höchsten Wasserverbrauch hatten wir dieses Jahr währen der heissen Tage im vergangenen Monat. Am 28. Juni sind 3705 Kubikmeter aus den Leitungen geflossen, ansonsten verbrauchen wir im Sommer durchschnittlich 3000 Kubikmeter», sagt Benjamin Büchi, Chefmonteur der Technischen Betriebe Rorschach. Im Winter seien es rund 1000 Kubikmeter weniger. Aufbereitet wird das Rohwasser, das aus den Tiefen des Bodensees gepumpt wird, im Seewasserwerk Rorschach. Ein Qualitätssicherungs-System garantiert gemäss Büchi eine lückenlose Überwachung des Trinkwassers. Auch Goldach, Rorschacherberg und Eggersriet beziehen ihr Wasser von der modernen Anlage in Rorschach.

Zwischen 1900 und 2100 Kubikmeter in Thal

Auch in der Gemeinde Thal wurde vor der aktuellen Hitzewelle mehr Wasser verbraucht. «Zurzeit sind es zwischen 1900 und 2100 Kubikmeter», sagt Brunnenmeister, Patrick Rothermann. Ansonsten werden im Sommer 2200 bis 2400 Kubikmeter gebraucht. Im Winter sind es zwischen 1400 und 1500 Kubikmeter. Aufbereitet wird das Trinkwasser im Seewasserwerk Grüebli in Staad. Auch die Gemeinen im Appenzeller Vorderland werden von dort aus beliefert.

Arbon verzeichnet dieser Tage einen Mehrverbrauch. «Im Tagesvergleich ist er um 1400 Kubikmeter auf 13500 Kubikmeter gestiegen», sagt Silvan Kieber. Dies entspreche einem Mehrverbrauch von etwa 10 Prozent. «Das sind rund 156 Liter pro Sekunde. Damit liegen wir aber im absoluten Normalbereich. Die Situation ist nicht ausserordentlich.»