Mädchen dürfen trotz Kopftuch in den Unterricht

HEERBRUGG. Der Schulrat der Primarschule Au-Heerbrugg vollzieht eine Kehrtwende: Die beiden somalischen Mädchen aus Heerbrugg dürfen trotz ihres Kopftuches ab morgen Dienstag den normalen Unterricht besuchen. Dies wurde heute Morgen in einer ausserordentlichen Sitzung entschieden.

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Die Mädchen dürfen nun wieder in den Unterricht. (Bild: Screenshot 10vor10)

Die Mädchen dürfen nun wieder in den Unterricht. (Bild: Screenshot 10vor10)

«Unsere Aufgabe ist die Integration der beiden Mädchen - ein Kopftuchverbot ist da nicht zielführend. Wir wollen hier tolerant sein», sagte Schulratspräsident Walter Portmann gegenüber 10vor10. Die Schule will sich künftig nicht mehr an die Empfehlung des Regierungsrates halten. Erziehungsrat und Regierungspräsident Stefan Kölliker (SVP) hatte 2010 in einem Kreisschreiben allen Schulen im Kanton ein generelles Kopfbedeckungsverbot empfohlen. Die Primarschule Au-Heerbrugg schrieb daraufhin ein solches in der Schulordnung fest.

Diese Schulordnung soll bis auf weiteres nicht mehr angewendet werden, sagt Portmann gegenüber 10vor10. «Die Empfehlung des Regierungsrates nützt uns nichts, wir werden uns deshalb nicht mehr daran halten. Wir glauben, dass ein Kopfbedeckungsverbot rechtlich nicht zulässig ist - solange das Bundesgericht nicht anders entscheidet.»

Die beiden 11- und 12-jährigen Mädchen sind anerkannte Flüchtlinge aus Somalia. Sie besuchen seit letztem Herbst den Deutschunterricht im St.Gallischen Heerbrugg. Seit den Frühlingsferien hätten sie den regulären Klassenunterricht besuchen sollen. Als sie mit Kopftuch zum Unterricht erschienen, schickte sie der Klassenlehrer nach Hause. Die Schulleitung untersagte den Klassenunterricht. (pd)