KANTON ST.GALLEN: Schule beginnt im Kanton St.Galler weiterhin früh

Der St.Galler Kantonsrat hat am Montag eine Motion diskutiert, die den Schulbeginn in der Volksschule verschieben wollte: Statt wie heute zwischen 7 Uhr oder 7.30 Uhr sollte der Unterricht künftig erst um 8 Uhr beginnen. Die Mehrheit des Rats lehnte den Vorstoss ab.

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Teenager kommen am Morgen nur schwer aus dem Bett und können am Abend schlecht einschlafen. (Bild: Donato Caspari)

Teenager kommen am Morgen nur schwer aus dem Bett und können am Abend schlecht einschlafen. (Bild: Donato Caspari)

ST.GALLEN. BDP-Kantonsrat Richard Ammann warb in der Februarsession für die Motion seiner Fraktion: Untersuchungen zeigten, dass die innere Uhr von Teenagern anders ticke. Der Schulbeginn in der Oberstufe sei zu früh. Viele Privatschulen hätten bereits auf diese Erkenntnisse reagiert und den Schulbeginn auf acht Uhr verlegt.

Altersgerechte Entwicklung
Es gehe um die Gesundheit und um die altersgerechte Entwicklung der Jugendlichen, betonte der Sekundarlehrer.
Die Regierung hatte die Motion abgelehnt: Der frühe Schulbeginn sei nicht der einzige bestimmende Faktor, der sich auf die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit in den frühen Morgenstunden einwirke, argumentierte sie.

Eine Sperrzeit für Unterricht vor acht Uhr würde in der Oberstufe zu gravierenden organisatorischen Problemen führen: Die grosse Anzahl an Unterrichtslektionen verlange, dass an Vormittagen fünf Unterrichtslektionen stattfinden könnten.

Früher ins Bett
In der Debatte am Montagnachmittag wurde darauf hingewiesen, dass auch Berufsschüler früh aufstehen müssten. Zudem könnten die Schülerinnen und Schüler früher ins Bett, damit sie genug Schlaf bekämen.

Wenn am Morgen später mit dem Unterricht begonnen werde, müssten Lektionen auf den Nachmittag verschoben werden, gab Bildungschef Stefan Kölliker (SVP) zu bedenken. Ähnliche Vorstösse seien bereits in mehreren Kantonen eingereicht worden, in keinem Kanton seien bisher aber die Unterrichtszeiten verändert worden.
Der Kantonsrat lehnte die Motion der BDP/GLP-Fraktion mit 75 gegen 31 Stimmen deutlich ab. (sda)

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