KANTON ST.GALLEN: Damann neuer Regierungsrat - Schlappe für Huser

Die fünf Bisherigen haben die Wiederwahl in die St.Galler Kantonsregierung problemlos geschafft. Neu gewählt wurde Bruno Damann von der CVP. Das absolute Mehr verpasst hat FDP-Mann Marc Mächler - und für SVP-Politiker Herbert Huser setzte es ein veritables Debakel ab.

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Neuer Regierungsrat: CVP-Mann Bruno Damann, hier im Gespräch mit der St.Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter. (Bild: Urs Bucher)

Neuer Regierungsrat: CVP-Mann Bruno Damann, hier im Gespräch mit der St.Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter. (Bild: Urs Bucher)

Alle wiedergewählt: Das ist das Fazit der Wahl in den St.Galler Regierungsrat. In ihren Ämtern bestätigt wurden Beni Würth (CVP, 105'244 Stimmen), Martin Klöti (FDP, 103'378), Heidi Hanselmann (SP, 98'579), Stefan Kölliker (SVP, 96'683) und Fredy Fässler (SP, 93'307).

Damann klar gewählt
Im Kampf um die zwei frei werdenden Sitze obsiegte Bruno Damann (CVP) - der Arzt und Gossauer Stadtrat holte 90'858 Stimmen und blieb mit 57,21% deutlich über dem absoluten Mehr. Damann ersetzt in der Regierung Martin Gehrer (CVP), der nicht mehr antrat

Für den ebenfalls zurücktretenden Willi Haag (FDP) wurde noch kein Nachfolger gewählt. Marc Mächler (FDP) verpasste das absolute Mehr mit 75'902 Stimmen beziehungsweise 47,79%. Mächler zeigte sich mit seinem Resultat zufrieden - er habe damit gerechnet, dass es für den ersten Wahlgang knapp werde. Der zweite Wahlgang findet am 24. April statt.

Klar nicht gewählt wurde der parteilose Andreas Graf mit 54'376 Stimmen. Graf - er will Ende April nochmals antreten - holte allerdings mehr Stimmen als SVP-Kandidat Herbert Huser (49'583). Ob Huser zum zweiten Wahlgang nochmals antritt, entscheidet sich am Montagabend. Auf Vereinzelte entfielen 17'493 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 52%.

Anti-Huser-Komitee zufrieden
Im Wahlkampf hatten vor allem schwere Vorwürfe an die Adresse von SVP-Mann Herbert Huser für Aufsehen gesorgt. In einem Communiqué meldete sich kurz nach dem Wahlausgang denn auch das Komitee "Stoppt Huser" zu Wort. Man nehme das Resultat der Regierungsratswahl mit Genugtuung zur Kenntnis, teilt die Vereinigung mit.

"Eine grosse Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger hat über alle Regionen, Parteigrenzen und Gesellschaftsschichten hinweg mit diesem klaren Ergebnis zum Ausdruck gebracht, dass sie auch in den nächsten vier Jahren von einer aufrichtigen, konsens- und kompromissfähigen Regierung geleitet werden will", schreibt das Komitee. Nur so könnten nach Ansicht des Komitees die grossen und anspruchsvollen Aufgaben, die in den nächsten Jahren auf den Kanton zukämen, gelöst werden.

Herbert Huser selbst begründete das Resultat damit, dass in Städten wie St.Gallen wegen der Durchsetzungsinitiative stark mobilisiert worden sei. Diese Stimmen seien an seine Konkurrenten gegangen. Man akzeptiere halt weiterhin keine Kandidaten, die gegen den Strom schwämmen, so Huser weiter.

In der Sportszene vernetzt
Der 58-jährige Bruno Damann war beim Start der Kampagne der unbekannteste der drei Kandidierenden mit Wahlchancen gewesen. In den Diskussionen und auf den zahlreichen Wahlpodien zeigte er sich als gemässigter bürgerlicher Politiker, ein typischer Vertreter der Mitte. Immer wieder war er bemüht, Unterschiede zu seinem Konkurrenten von der SVP aufzuzeigen. Fast schon demonstrativ war hingegen das Einvernehmen mit Marc Mächler, dem Kandidaten von der FDP.

Damann ist erst seit rund zehn Jahren aktiv in der Politik: Zuerst ab 2005 als Gossauer CVP-Stadtparlamentarier, seit 2012 auch im Kantonsrat. Dort trat er bei den Debatten nicht gross in Erscheinung. Seit 2013 ist Damann Stadtrat in Gossau und leitet dort das Departement Jugend, Alter, Soziales. Der Allgemeinmediziner mit einer Gemeinschaftspraxis in Gossau ist verheiratet und hat fünf Kinder. Als Politiker im Kanton eher unbekannt, ist Damann dafür über den Sport gut vernetzt: Er war Präsident des St.Galler Leichtathletik-Verbandes und ist sowohl Klubarzt des Handballvereins TSV Fortitudo Gossau als auch Leiter der sportmedizinischen Abteilung des FC St.Gallen.

In einem Wahlkampf, der keine hohen Wellen warf, gelang es ihm, für die CVP den zweiten Regierungssitz zu halten, der nach dem Rücktritt von Finanzchef Martin Gehrer frei geworden war. Welches Departement der Mediziner übernehmen wird, ist noch offen. Gesundheitschefin Heidi Hanselmann dürfte kaum wechseln. Damann selber hatte immer betont, er sei offen für jedes Departement. (dwa/sda)


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