PROZESS: Ex-Polizisten wehren sich gegen den Vorwurf des Waffendiebstahls

Zwei ehemalige Beamte der St. Galler Kantonspolizei mussten sich am Donnerstag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. Ihnen wurde unter anderem Waffendiebstahl vorgeworfen. Das Urteil wird nächste Woche erwartet.

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Den beiden Beamten wurde unter anderem Waffendiebstahl vorgeworfen. (Symbolbild) (Bild: Benjamin Manser)

Den beiden Beamten wurde unter anderem Waffendiebstahl vorgeworfen. (Symbolbild) (Bild: Benjamin Manser)

Der eine Polizeibeamte organisierte für die Kantonspolizei Aktionen, bei denen Waffen zurückgegeben werden konnten. Ihm wurde in der Anklageschrift vorgeworfen, zwischen März 2008 und Mai 2012 zwei Waffen entwendet, sie verkauft und den Verkaufserlös für sich behalten zu haben.

Weiter soll er als Privatmann aus einem Nachlass, für den das Amtsnotariat zuständig war, 64 Waffen gekauft und wieder verkauft zu haben. Dabei sei er weder im Besitz eines Waffenerwerbsscheins noch einer Händlerbewilligung gewesen.

Dem zweiten Beamten wurde die Entwendung verschiedener Gegenstände aus der Waffenkammer der Kantonspolizei zur Last gelegt. Dabei ging es um ein Diopter-Set und verschiedene Gegenstände wie leere Pistolenschachteln, Gewehrriemen oder ein Magazin für Karabiner. Da er zuerst aussagte, ein Arbeitskollege habe ihm das Diopter-Set übergeben, wurde er zudem wegen falscher Anschuldigung angeklagt.

Bedingte Geldstrafen im Strafbefehl

Die Staatsanwaltschaft schickte den beiden freigestellten Polizeibeamten im Dezember 2016 Strafbefehle, gegen die sie Einsprache erhoben. Der eine war zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden, der andere zusätzlich zu einer Busse.

Die beiden Waffen stammten nicht aus den Rückgabeaktionen, wehrte sich der eine der beiden ehemaligen Polizisten vor Kreisgericht. Sie seien ihm von Kollegen zum Verkauf übergeben worden.

Es sei legal und üblich, dass Polizeibeamte nach dem Ausscheiden aus dem Dienst ihre Waffen behalten und später veräussern würden. Ihm sei zu keinem Zeitpunkt bewusst gewesen, dass er mit seinem Handeln möglicherweise gegen eine Vorschrift verstossen könnte. Ob als Polizeibeamter oder Privatmann sei es immer sein Ziel gewesen, dass jede Waffe korrekt registriert werde.

Freisprüche verlangt

Sein Verteidiger verlangte einen Freispruch. Das Handeln seines Mandanten sei strafrechtlich nicht relevant. Erst im Laufe des Jahres 2012 hätten die Bestimmungen geändert. So sei es beispielsweise vorher nicht verboten gewesen, sich von Kollegen die nicht mehr gebrauchte Dienstwaffe übergeben zu lassen, um sie weiterzuverkaufen. Auch der Verteidiger des zweiten Beschuldigten wies die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück.
Das Urteil steht noch aus. (SDA-ATS/cis/ka)

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