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Kanton will Zwischenfälle auf dem St.Galler Klosterplatz «analysieren»: Haben Sicherheitsleute übertrieben?

Im Stiftsbezirk gelten strengere Regeln als an anderen Orten in der St.Galler Altstadt. Insbesondere wird rund ums Unesco-Weltkulturerbe die Einhaltung dieser Regeln durch private Sicherheitsleute auch schärfer überwacht als andernorts. Aufgrund einzelner Vorkommnisse gibt es jetzt Kritik an den Bewachern. Der Kanton will reagieren.
Reto Voneschen
Die Rasenflächen auf dem Klosterplatz sind an schönen Tagen ein wichtiger Treffpunkt für St.Gallerinnen und St.Galler. Aufgrund der Würde des Unesco-Weltkulturerbes ist aber genau geregelt, was hier verboten ist. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo - 1. April 2019)

Die Rasenflächen auf dem Klosterplatz sind an schönen Tagen ein wichtiger Treffpunkt für St.Gallerinnen und St.Galler. Aufgrund der Würde des Unesco-Weltkulturerbes ist aber genau geregelt, was hier verboten ist. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo - 1. April 2019)

Darf man auf dem Klosterplatz tatsächlich nicht zu zweit im Gras liegen? Darf man hier auch nicht an die Wand der Schutzengelkapelle anlehnen? Und ist es tatsächlich verboten, Wasser aus dem Brunnen auf dem Platz zu schöpfen? Diese Dinge wurden Personen, die sich in den vergangenen Wochen auf dem Platz aufhielten, vom Sicherheitspersonal der «Verkehrsüberwachung Schweiz» (VüCH) untersagt. Mindestens gab es Anfragen dazu bei der Staatskanzlei des Kantons St.Gallen.

Pikant sind die jetzt publik gewordenen Vorfälle mit der Überwachung vor dem Hintergrund einer seit Anfang Juni laufenden Diskussion darüber, was auf dem Klosterplatz überhaupt möglich sein soll oder nicht. Entzündet hatte sich diese Kontroverse an einer Motion von Kantonsrat Erwin Böhi aus Wil, der die Festspiele (und alle anderen kommerziellen Anlässe) auf dem Klosterplatz verbieten lassen will.

Staatssekretär ist erstaunt

Am Donnerstagvormittag konfrontierte «FM1today» den Staatssekretär des Kantons St.Gallen mit den ersten beiden angeblichen Vergehen. Canisius Braun habe darauf mit Erstaunen reagiert, schreibt das Internetportal und zitiert ihn wörtlich: «Natürlich darf man an den Mauern im Klosterbezirk anlehnen, so lange man sie nicht beschädigt. Man darf auch auf der Klosterwiese liegen, solange man sich angemessen verhält.»

Der Schluss liegt nahe, dass in den beiden genannten Fällen offenbar ein VüCH-Mitarbeiter übertrieben gehandelt und die Verhaltensregeln falsch ausgelegt hat. Normalerweise handle das Sicherheitspersonal aber freundlich und zweckmässig, betont Staatssekretär Canisius Braun. Die Staatskanzlei habe selten Reaktionen und Reklamationen auf die Regeln im Stiftsbezirk. Eine Regel, die häufig missachtet wird, ist die Leinenpflicht für Hunde.

Sicherheitsleute sensibilisieren

Dass es tatsächlich zu Zwischenfällen auf dem Klosterplatz gekommen ist, legt auch eine Medienmitteilung nahe, die die Staatskanzlei am Donnerstagnachmittag verschickte. Vorfälle mit dem Liegen auf der Wiese, dem Anlehnen an Kirchenmauern und der Wasserentnahme aus dem Brunnen würden von der Staatskanzlei jetzt gemeinsam mit VüCH «analysiert». Dabei würden alle Sicherheitsleute nochmals «für die Auslegung der Verhaltensregeln sensibilisiert».

Am Freitag feiert die diesjährige Festspiel-Oper «Il trovatore» von Giuseppe Verdi auf dem Klosterplatz Premiere (das Bild stammt von der Hauptprobe). In den vergangenen Wochen wurde heftig darüber diskutiert, ob so ein Grossanlass im historischen Herzen der Stadt St.Gallen sinnvoll ist. (Bild: Urs Bucher - 26. Juni 2019)

Am Freitag feiert die diesjährige Festspiel-Oper «Il trovatore» von Giuseppe Verdi auf dem Klosterplatz Premiere (das Bild stammt von der Hauptprobe). In den vergangenen Wochen wurde heftig darüber diskutiert, ob so ein Grossanlass im historischen Herzen der Stadt St.Gallen sinnvoll ist. (Bild: Urs Bucher - 26. Juni 2019)

Personen, die Fragen zur Auslegung der geltenden Verhaltensregeln auf dem Klosterplatz haben, können sich gemäss Mitteilung per E-Mail an die Staatskanzlei wenden. Dies gelte insbesondere auch für die Meldung von Vorkommnissen, bei denen Personen aus ihrer Sicht zu Unrecht gerügt worden seien. Die VüCH wollte gegenüber «FM1today» zur Kritik an ihrem Personal auf dem Klosterplatz keine Stellung nehmen.

Was auf dem Klosterplatz verboten ist

Wie man sich auf dem Klosterplatz zu verhalten hat, ist bis ins Detail geregelt. Dies in der kantonalen «Verordnung über den Klosterplatz» vom 1. Januar 2013. Artikel 6 des Erlasses legt fest, dass alle, die sich auf dem Klosterplatz bewegen die Bedeutung und Würde des Stiftsbezirk als Unesco-Weltkulturerbe, als kirchliches und religiöses Zentrum sowie als Sitz konfessioneller und staatlicher Behörden zu respektieren haben.

Verboten sind gemäss Artikel 7 der Verordnung ausdrücklich
- die Behinderung des Zugangs zur Kathedrale und zu den anderen Gebäuden.
- die Belästigung von Personen.
- das Wegwerfen von Abfällen.
- das Beschädigen der Rasenfläche, der Kathedrale und der anderen Gebäude.
- das Abbrennen von Feuerwerk.
- die Abgabe und der Konsum von Betäubungsmitteln.
- das Betteln.
- das Musizieren sowie das Wiedergeben von Musik ab Tonträgern.
- das freie Laufenlassen von Hunden.
- das Campieren und Übernachten.
- die Störung der Nachtruhe.
- das Abstellen von Motorfahrzeugen, Motorfahrrädern und Velos durch nicht dazu Berechtigte.

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